THE SLACKERS: „Sauron, das personifizierte Böse“

Sie gelten als hervorragende Liveband und sind seit Jahren ein fester Begriff in der SKA-Szene. Mit „Peculiar“ erscheint nun das neuste Album der New Yorker Band und unseren Fragen per E-Mail stellte sich Glen Pine.

Hallo Jungs. Ich hoffe euch geht es gut und ihr habt Spaß beim Touren. Wir freuen uns wirklich sehr, dass ihr bald in Köln spielt. Es ist gar nicht so lang her seitdem eurem letzten Auftritt hier letztes Jahr. Wie oft habt ihr bis jetzt in Deutschland gespielt? Und könnt ihr eine Veränderung des Publikums feststellen?

Glen Pine: Wir habe schon so viele Male in Deutschland gespielt, dass ich keine Zahl sagen kann. Unser Publikum ist vielfältiger geworden von Jugendlichen, Eltern, College Kids über  Punk Rockern, Rude Boys/Girls bis hin zu Skins ist alles dabei.

Kann man einen Unterschied zwischen der Ska Szene in Europa, den USA oder wo anders auf der Welt erkennen?

Glen Pine: Die Szenen sind im Großen und Ganzen die Selben. Es hängt nur sehr von der Stadt ab…Einige unserer Lieblingsstädte sind: London, New York City, LA, Amsterdam, Tokio, San Francisco, Sao Paulo und jede andere große Stadt, die eine Underground Musik Tradition hat.

Hat N.Y. eine Ska Szene? Ich habe in einem anderen Interview, dass ihr letztes Jahr hier in Köln gegeben habt, gelesen, dass New York kein gutes Pflaster für Live-Music ist, weil die Gesetze, die beachtet werden müssen, um ein Konzert zu veranstalten so streng sind. Hat sich die Situation verbessert oder wird sie noch schlimmer? Könnt ihr uns ein paar Beispiele geben, wie es in New York abgeht?

Glen Pine: New York bewegt sich m Kreis. Zurzeit ist es in der Phase der Wiederauferstehung. Viele Bands, voll gepackte Shows in der „Knitting Factory“ in NYC. Vielleicht suchen die Leute nach etwas Echtem, neben dieser „MTV Fast Food Music“.

Ihr habt ein neues Album veröffentlicht, das „Peculiar“ heißt. Ihr habt es zum Teil in dem holländischen Club namens „Ernesto´s“ in Sittard live eingespielt und im Studio dann die Vocals und die Gastauftritte von Freunden drübergelegt. Was ist das Besondere an diesem Club, dass ihr ihn schon 2mal für eine Albumaufnahme benutzt habt?

Glen Pine: Sittard ist so ein besonderer Club für uns, weil die Leute, die ihn betreiben total cool sind. Sie geben uns das Gefühl zu Hause zu sein und das ist sehr wichtig für uns, da wir ja so selten zu Hause sind. Ernesto´s ist außerdem sehr zentral und unsere Fans kommen aus England, Frankreich, den USA, Canada, Portugal u.a., um dort unsere Show zu sehen. Es ist jedes Mal ein schönes Erlebnis dort zu spielen.

Ich habe eurer neues Album gehört und es sehr gemocht. Wie würdet ihr euer neues Baby beschreiben? Habt ihr Veränderungen in en Texten? Die EP „International War Criminal“ ist hauptsächlich gegen/über die derzeitige Kriegspolitik der Bush Regierung.

Glen Pine: Das Album “Peculiar” ist eigentlich ähnlich, wie die anderen Platten entstanden, aber dieses Mal wollten wir klarere politische Texte machen. Wir leben in einer verwirrenden Zeit…Kriege… Hungersnöte… Naturkatastrophen etc. Also muss die Musik über so was informieren. Wie ein Spiegel muss der Song den Moment reflektieren.

Ich lass in einem Interview, dass eure Texte nicht politisch beeinflusst sind. Vielleicht damals nicht so extrem, aber ich denke, dass es heutzutage sehr wichtig ist seine Stimme, die man als Künstler hat kritisch/ aufklärend zu nutzen. Denkt ihr das auch?

Glen Pine: Ja, da teile ich deine Meinung. Wir sind schon immer politisch gewesen. Die Texte von Songs wie z.B. „I still Love You“, “On Red light”, “Power Off” oder “The Question” sind oft metaphorisch oder symbolisch gemeint. Bei dem neuen Album mussten wir offensichtlicher werden. Die Zeiten ändern sich, da muss ich dir total recht geben. Amerika steht angeblich für „Freedom Of Speech“, nur aus irgendeinem Grund wird das oft vergessen.

Wer schreibt ist in eurer Band für das Text schreiben verantwortlich und könntet ihr beschreiben, wie ein Slackers Song entsteht? Was ist zuerst da der Text oder die Melodie?

Glen Pine: Jeder von uns bringt Songideen ein und die anderen aus der Band helfen dann sie zu interpretieren…Wie daraus am Ende ein Slackers Song wird?..Da vertrauen wir ganz der Dynamik, die wir haben, wenn wir zusammen im Studio sind, dann geht das wie von selbst.

Welche anderen Dinge beeinflussen eure Texte? Seit ihr eine Band, die es bevorzugt auf Tour zu schreiben oder eher, wenn ihr frei habt?

Glen Pine: Ich lasse mich vom täglichen Leben inspirieren: Von den Menschen auf der Straße, meinen Erfahrungen, Musik aus der ganzen Welt, Büchern, Bildern usw.

Welche/r Song/s auf dem ist/sind euer Lieblingslieder?

Glen Pine: Ich habe viele Favoriten auf dem Album: „86 the Mayo“, „Peculiar“, „What went wrong“ und „Propaganda“.

Ich würde mal schätzen ihr Jungs mögt „Der Herr der Ringe“ oder wie ist es zu erklären, dass ihr einen Song namens „Sauron“ gemacht habt?

Glen Pine: Wir lieben „Herr der Ringe“. Wir haben die Bücher gelesen, als wir Kinder waren und die Filme sehr gut gefunden. Viele Menschen haben Tolkiens Buch für ein Statement zu dem Horror des Ersten Weltkrieges und der Industrialisierung in England gesehen…Sauron ist das personifizierte Böse und die Geschichte scheint heute genauso relevant zu sein wie damals.

Welche Filme oder Bücher könnt ihr noch empfehlen?

Glen Pine: Hm lass mich nachdenken…Oh ja natürlich das „Kamasutra“. Verlasst ohne es nie das Haus.

Eine Frage über die Geschichte der Slackers: Würdet ihr uns bitte die erzählen, wie ihr zu eurem ersten Plattendeal gekommen seid? Habt ihr Demos versand oder Shows gespielt bis ein Label auf euch zukam?

Glen Pine: Wir haben viele Shows in der Gegend um New York gespielt, da wurde „Moon“ auf uns aufmerksam und hat uns die Chance gegeben eine Platte raus zubringen.

Hab ihr irgendwelche Nebenprojekte im letzten Jahr gemacht?

Glen Pine: Wir sind sehr beschäftigt…Normalerweise spielen wir 150 Shows in einem Jahr. Manchmal spielen Dave und Vic zusätzlich Konzerte in der New York oder New Jersey Gegend. Vic kommt im März auch zusammen mit seiner Band „The Little Blue Pills“ allein nach Deutschland auf Tour.

Ihr habt das neue Album mit 2 neuen, aber bei Weitem nicht unbekannten Mitgliedern aufgenommen. Was ist mit den anderen passiert und wie kam diese Zusammenarbeit mit Agent J und Ara (Leftöver Crack) zustande?

Glen Pine: Die Zeit geht voran und Menschen entwickeln sich in verschiedene Richtungen. Einige von uns spielen schon seit 15 Jahren in einer Band. Sie wollten sich weiterentwickeln eine Familie gründen und so….

Gibt es eine Band, mit der ihr sehr gern mal zusammenspielen wollt, außer den Peacocks aus der Schweiz?

Glen Pine: Ich würde u.a. gern mal mit „The Pretty things“… „Beck“ wäre auch cool….oder den „White Stripes“ zusammenspielen.

Okay Jungs, dass war es. Ich danke euch für die Zeit und eure großartige Musik, die auch den schrecklichsten Tag ein bisschen heller erscheinen lässt. Liebe Grüße aus Deutschland und bis zum 31.03.2006 im Underground in Köln.

Glen Pine: Danke für deine Zeit und ich bin froh, dass dir unsere Musik und das neue Album so gut gefallen.

Info: www.theslackers.com