CLICKCLICKDECKER: Wenn ich gut englisch könnte, würde ich auf Englisch singen

Kevin Hamann, alias CLICKCKLICDECKER ist nach der gemeinsamen BRATZE Zeit mit „Der Tante Renate“ nun endlich mit einem neuen Album unterwegs. „Den Umständen Entsprechend“ heißt es und zeigt den Liedermacher gereifter und ausgeglichener als man es von seinen vorherigen Veröffentlichungen her kennt. In seiner Mittagspause bei seinem Radiosender ByteFM antwortete Kevin Hamann auf unsere Fragen.

Hallo Kevin, danke dass du Dir die Zeit nimmst. Wie geht es dir denn heute? “Den Umständen Entsprechend” gut oder schlecht? 😉 Wie kam es zu diesem Titel?

Kevin: Is ja nichts ungewöhnliches, benutzt man oft. Mag ich gern so was. Mir geht’s sehr gut.Danke. Bin gerade auf Arbeit bei ByteFM und antworte in meiner Mittagspause auf deine Fragen.

Ich hab letztens ein Konzertreview gelesen, wo dich der Autor als ein Poppoet bezeichnet. Trifft dies auf dich zu? Wie betrachtest du das?

Kevin: Finde ich gut wenn jemand das so empfindet und dann sogar noch schreibt. Ich selber betrachte mich ungern. In meinen Augen mache ich nichts besonderes, ich versuche es aber.

Gefällt dir der Begriff Deutscher Liedermacher?

Kevin: Ja. Den mag ich lieber als Singer/Songwriter

Eigentlich habe ich dich in den letzten Monaten eher mit Der Tante Renate als Bratze touren sehen. Wie ist es denn plötzlich ohne ihn unterwegs zu sein? 🙂

Kevin: Wie eh und je. Ich bin ja nicht allein. Und wenn man so lange unterwegs ist, in einem Auto z.B., tut Abwechslung ganz gut, damit man sich nicht irgendwann auf die Eier geht. Manchmal hat man das Gefühl man sieht seine Bandkollegen mehr als seine Partner.

Da du ja sehr viel mit Bratze unterwegs warst, stellt sich die Frage: Wie und wann sind die Songs entstanden?  Wie war der Aufnahmeprozess?

Kevin: Nebenbei sind sie entstanden, aber sehr langsam. Der Aufnahmeprozess Zuhause war schnell wie immer. Der im Studio ungewohnt, abenteuerlich und für meine Verhältnisse langsam. Sagen wir gewöhnungsbedürftig am Anfang, aber unabdingbar und am Ende hervorragend.

Du galtst immer als ein Studio- Individueller Eigenbrödler – wenn man das so sagen darf. Wie war es dann für dich mit Oliver Stangl und Tobias Bade, zwei weitere Musiker dabei zu haben?

Kevin: Fantastisch! Ich habe die beiden ja darum gebeten mich zu unterstützen, weil ich sie für überaus großartige Musiker halte. Ihr Einbringen hat die Platte erst zu dem gemacht was sie ist. Ich würde es mit den beiden Herren sofort wieder tun.
Auch gegen meinen Dickschädel kamen sie gut an.

Auf „Den Umständen Entsprechend“ gibt es keine erkennbare zusammenfassende Thematik? Absicht?

Kevin: Immer Absicht! Hat dein Leben eine erkennbare zusammenfassende Thematik ausser Dich selbst?

Es ist interessant zu erleben bzw. zu lesen wie oft deine Texte nun zitiert werden, wenn über dich berichtet wird. Ein Vorteil der deutschen Sprache, die seine Wirkung zeigt?

Kevin: Ich kenne wenige Sachen in denen ich zitiert werde. Wenn ich sowas mitbekomme dann freu ich mich na klar darüber. Aber was hat das mit der deutschen Sprache zu tun? Der einzige für mich erkennbare Vorteil in darin liegt, dass ich die Sprache einigermaßen beherrsche und mich in ihr ausdrücken kann, sonst nichts….
Wenn ich gut englisch könnte, würde ich auf Englisch singen….ist viel einfacher und klingt besser. Kann ich aber nicht so gut.

Dein Album war schon vor dem Release im Netz und du hast auch zu diesem Thema einen Kommentar in deinem Blog geschrieben. Wenn dir jemand Wochen vorm Release dann schreibt: „Ey Click, deine neue Platte ist super! Bleib Dir treu! etc…“. Wünscht man diesem Typen dann nicht die Pest an den Hals? Antwortet man da auch oder fühlt man sich völlig verarscht?

Kevin: Für mich ist das Thema abgehakt, ich habe alles dazu in genau diesem Beitrag gesagt und mich den Kommentaren und Meinungen gestellt und darauf reagiert. Das kann man da alles nachlesen. (Zum ClickClickDecker Blog –Anmerk. des Verfassers)

Du hast einen Blog und eine eigene Webradio-Sendung. Bist du jemand, der die Vorzüge des Web.2.0 verinnerlicht hat und somit auch für dich selbst eine Art „Kundenbindung“ betreibt?

Kevin: Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Ich finde man sollte lernen damit umzugehen und diese neuen (naja so neu sind sie ja gar nich mehr) Strukturen, Vertriebswege, Meinungsmacher etc. für sich selber so gut zu nutzen wie möglich. Und ja ich glaube ich habe Dinge verinnerlicht, aber manche sind mir trotzdem auch fremd.

Bratze sowie Der Tante Renate sind bekanntermaßen elektronisch veranlagt. Wenn man plötzlich sich ClickClickDecker anhört, ist man ja auf einer völlig anderen Reise? Wie ist da die Reaktion derer, die über die „elektronische“ Schiene auf dich aufmerksam geworden sind? Stets positiv, oder gibt es auch andere, die deine Solo Sachen schlichtweg „Scheiße“ finden?

Kevin: Ist bis jetzt noch nichts an mich herangetragen worden. Andersherum schon, da waren die Meinungen unterschiedlich. Manche Click Hörer konnten mit Bratze nichts anfangen und manche sagten dass es endlich wieder an alte Click Sachen erinnern würde.

Da Kochen momentan die Fernsehlandschaft beherrscht. Welches Rezept ist dein Lieblingsrezept was du uns allen hier empfehlen kannst?

Kevin: Mir fällt gerade kein Rezept, aber eine Geschichte ein. Wir waren letztes Jahr mit Bratze bei einem Radiosender in einer Kochsendung eingeladen. Der Moderator hielt sich für total witzig und war seiner Meinung nach so der Punk in dem Sender. Wir fingen an zu kochen und er stellte andauernd dumme, fast schon beleidigende Fragen um sich in dem Mittelpunkt zu spielen und scheiterte in unseren Augen total mit seiner Witzlosigkeit. Ziemlich schnell hatten wir keinen Bock mehr darauf und unterhielten uns nur noch mit uns selbst, eine Weil hörte er zu, dann sagte er „Abbruch, Abbruch,….es tut mir wirklich leid aber so etwas ist mir in 5 Jahren nicht passiert,….das geht so nicht….“ Naja, dann haben wir in ausgelacht und meinten dass er keine PunkkochSendung machen sollte wenn er so etwas nicht zulassen kann und sind gegangen. Schade um das Essen.
Info: www.clickclickdecker.de

(Markus Tils)