ALEXISONFIRE: We are not the kids we used to be

Mit ihrem neuem Album „Old Crows/Young Cardinals“ meldeten sich die Juno Award Gewinner von ALEXISONFIRE im Sommer zurück. „Old Crows/Young Cardinals“ ist der langerwartete Nachfolger des in Kanada mit Platin ausgezeichneten Albums „Crisis“. Das Quintett aus St. Catherines, Ontario zeigt sich mit ihrem neusten Output erneut „Post-Hardcore-Like“ experimentierfreudig und durfte im Rahmen der Eastpak AntiDote Tour nach langer Abstinenz endlich wieder die Hallen beschallen. Vor der Show in Köln stand uns Gitarist Wade McNeil Rede und Antwort.

Im Rahmen der Eastpak Antidote Tour seid ihr endlich wieder mal in Deutschland unterwegs. Eine gute Gelegenheit das aktuelle Album „Old Crows/Young Cardinals“ zu promoten.

Wade: Definitiv. Das ist bis jetzt die längste und ausführlichste Tour, die wir hier in Europa gemacht haben. Wir spielen in Orten, wo wir zuvor noch nie gespielt haben. Mit den neuen Songs vor großem Publikum zu spielen ist super und bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit der Tour.

Kannst du dich noch an die erste Tour hier in Deutschland erinnern?

Wade: Ja, so gerade noch. Frag mich aber nicht, wann das war.

2005 mit Rise Against! Ich hab euch damals in Essen gesehen und 2006 die erste Headliner Tour mit Cancer Bats und Johnny Truant im Kölner Underground.

Kann man sagen, dass ihr nach Kanada hier in Deutschland die meisten Fans habt?

Wade: Vielleicht. Ich bin mir nicht sicher. Nach Kanada sind wir halt auch sehr erfolgreich in England und Australien. Spielt auch für uns keine große Rolle, da wir uns überall sehr wohl fühlen und auch gerne Shows spielen.

In Australien zu touren muss ja sehr anstrengend sein.

Wade: Man reist halt mehr durch die Gegend, anstelle zu spielen.

“Old Crows/Young Cardinals” erschien in Europa über Roadrunner Records. Wie kam es dazu?

Wade: Nachdem wir bei uns über Hassle Records und hier über Defiance Records veröffentlichten wurde es Zeit, dass wir einen weiteren Schritt machen. Hassle Records und Defiance Records haben einen tollen Job gemacht, aber deren Kapazitäten haben wir komplett ausgeschöpft. Mit Roadrunner Records haben wir hier in Europa einen Partner, der mehr Möglichkeiten hat, um uns zu unterstützen und nach Vorne zu bringen. Wir wollen hier noch mehr Leute mit unserer Musik erreichen und touren. Aber dazu braucht man hier Leute, die sich um alles kümmern. Das ist alles gar nicht so einfach wie man es sich oftmals denkt. Roadrunner Records gab uns das beste Gefühl und bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit ihrer Arbeit.

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass Bands aus Kanada oftmals unterschätzt werden?

Wade: Ich weiß nicht so genau. Die Kids schauen alle nach Amerika, um sich da an den neusten Trend zu orientieren. Da sind kanadische Bands schon etwas Außen vor und haben nicht diesen Einfluss. Aber es gibt Unmengen an großartigen Bands aus Kanada. Leider haben die oftmals das Problem, dass sie sich nicht trauen durch andere Länder zu touren. Man muss diesen Schritt machen. Dass es sich lohnt, zeigen ja schon viele kanadische Bands, die gerade durch die Welt touren. Sei es Silverstein, Billy Talent, Cancer Bats…

Seid ihr in Kanada eigentlich noch erfolgreicher als Billy Talent?

Wade: Nein, nicht mehr. Wir waren sehr lange Kopf an Kopf, aber letztendlich haben Sie uns abgehängt.

2006 habt ihr den Support für Sie gemacht.

Wade: Richtig, mit Enter Shikari. War eine coole Zeit und wir hatten viel Spaß auf dieser Tour. Wir haben schon vorher mit Billy Talent Shows gespielt und es sind echt super nette Typen mit denen man viel Spaß haben kann.

Was bedeutet der Titel “Old Crows/Young Cardinals”

Wade: George kam mit diesem Titel auf uns zu. Er saß vor der Glotze und schaute sich die Nachrichten an, mit all der deprimierten Scheiße aus der ganzen Welt, gleichzeitig schaute er aus dem Fenster und beobachtete die Vögel in der freien Natur mit all ihrer Schönheit. Das nahm er zum Anlass diesen Titel zu nehmen. Das eine, schließt das andere halt nicht aus.

Im Opener “Old Crows” heißt es: „We are are not the kids we used to be”. Was genau steckt dahinter?

Wade: „We are are not the kids we used to be“ ist das Leitbild dieser Platte. Wir sind nach all den Jahren der Krise nach „Crisis“ gereift und aus den Jungs aus St. Catherines sind Männer geworden.

Euer Bandname ist eine Hommage an die Pornodarstellerin Alexis Fire. Wer von euch hat denn die größte Pornosammlung.

Wade: Dallas! Ja, der hat die größte Sammlung von uns allen. Er hätte bestimmt jetzt einiges zu diesem Thema erzählen können. (lacht)

Gibt es hierzulande Clubs, wo du gerne spielst oder gespielt hast?

Wade: Ich mag den Magnet Club in Berlin, das Connie Island in Leipzig und in Hamburg gibt es einen Club auf der Reeperbahn, da geht man die Treppen sofort runter, wo oben noch eine Bar ist. Mit ist der Name entfallen.

Du meinst bestimmt das Molotow.

Wade: Ja, genau.

Wer hat eigentlich entschieden, dass George die Biografie für eure Homepage schreibt?

Wade: Wir haben uns darüber unterhalten, aber nicht darüber abgestimmt, wer das letztendlich machen soll. George ist der Frontmann und steht halt immer etwas mehr im Vordergrund. Es ist definitiv cooler für die Kids die auf unsere Homepage surfen, wenn jemand aus der Band die Biografie schreibt, als ein Außenstehender.

Ihr habt fast alle noch weitere Projekte laufen. Sei es City And Colour, The Black Lungs oder Fucked Up. Wie wichtig sind diese Bands für Alexisonfire?

Wade: Ich denke, dass diese Bands uns die Möglichkeiten geben sich anders ausdrücken. Wir alle haben die Chance dabei etwas anderes zu machen und können diese Erfahrungen dann auch bei Alexisonfire einfließen lassen.  Davon profitiert  auch schon„Old Crows/Young Cardinals”, wie ich denke.

Wie zieht die Zukunft von Alexisonfire aus?

Wade: Weiter Musik machen! Die Chance mit dieser Band zu wachsen.

Info: www.myspace.com/alexisonfire

(Markus Tils)