DAKOTON: “Wir machen das!“

Zügellos aber nicht ziellos präsentieren sich die vier (Wahl)-Hamburger von Dakoton auf ihrem Debüt „Kein Platz für Kompromisse“, welches am 03.09.2010 erscheint. Dabei erzählen die Jungs Gesichten vom Erwachsenwerden und Jungsein im Hier und Jetzt. Ohne Scheuklappen mischt das Quartett seine vielfältigen Einflüsse aus Rock, Pop und Punk und geht dabei mit einer Energie an den Start die definitiv keinen Platz für Kompromisse lässt. Per Mail beantwortete Sänger Benno Oppermann unsere Fragen.

Was bedeutet Dakoton und wie bist Du auf diesen Bandnamen gekommen? Schließlich warst zu Begin alleine aktiv und hast die Arbeiten zu „Kein Platz für Kompromisse“ im Alleingang erledigt.

Benno: Der Name soll nichts erklären. Er soll nichts darüber verraten, wie die Musik der Band klingt. Den Zweck erfüllt der Name gut. Wie ich darauf kam bleibt mir selbst ein Rätsel. Ich konnte vorher ja auch nicht wissen, wie sich die Band entwickelt, wenn ich die anderen Mitglieder zusammen habe. Ich wollte immer, dass Dakoton eine richtige Band wird und nicht nur ein paar Profis, die meine Songs spielen. Da war es wichtig einen Namen zu haben, der nicht schon im Voraus zu einem bestimmten Genre passt, wie KillTheBleedingMob oder The BushHush oder sowas.

Wie habe ich mir das vorzustellen? Texte und Musik fertig, ab ins Studio und dann feststellen, dass einige Musiker dann doch fehlen? Stellenanzeige am Schwarzen-Brett an der Musikhochschule und fertig war die Bandbesetzung?

Benno: Ich wollte unbedingt diese erste Platte alleine machen. Ich hatte viele gute Songs geschrieben und hatte die Möglichkeit sie aufzunehmen. Das war eine große Herausforderung für mich und ich bin froh, dass ich sie angenommen habe, es hat sich gelohnt. Ich wusste auch, dass es einfacher sein wird gute Musiker zu finden, wenn ich ihnen zeigen kann, dass ich auch was auf der Pfanne hab. Genau so hat es auch funktioniert. Ich hab Hannes, Phillip und Tom über den Popkurs Hamburg gefunden und wir konnten nach wenigen Proben unsere ersten Shows spielen. Im Netz findet man Videos von einem Proberaumkonzert von uns, das war unser zweites Konzert. Macht euch selbst ein Bild. Kommt am besten zum Konzert

Wie bereits erwähnt lautet der Titel des Albums „Kein Platz für Kompromisse“. Ist der Titel das Resultat der alleinigen Arbeiten an den Songs?

Benno: Ja, das ist richtig.

Nun seit ihr als Band unterwegs und arbeitet jetzt auch schon an neuen Songs. Wie ist es für dich, der vorher alles alleine gemacht hat, jetzt mit den Kollegen zusammen zu arbeit. Eine Kehrtwende? Schließlich muss man doch jetzt bestimmt einen Kompromiss auch mal eingehen können.

Benno: Es ist hervorragend! Tatsächlich können meine Ideen jetzt viel besser umgesetzt werden, weil die Jungs an ihren Instrumenten so gut sind, besser als ich, ich muss nur sagen, wie ich mir was vorstelle und die setzen das um. Aber natürlich haben sie auch eigene Ideen und daraus wachsen zurzeit viele neue Songs. Für ein gutes Ergebnis lohnt es sich Kompromisse einzugehen. Wir finden gerade unseren eigenen Sound und können trotzdem schon eine Platte veröffentlichen. Das würde sonst alles länger dauern.

Dies ist der Platz für meine Wünsche / Meine Sorgen, meine Süchte, für eine scheinbar heile Welt, heißt es bei „Kein Platz für Kompromisse“. Ist Musik für dich eine Art Parallelwelt, auf der man sich gehen lassen kann?

Benno: Keine Parallelwelt, aber auf jeden Fall eine Sache, in der man sich verlieren kann, frei sein kann. Für die Dauer eines Liedes kann man alles sein was man will, sagen was man will, tun was man will, darum lieben wir doch Musik. Singen oder auch schreien befreit ungemein.

Welche Erwartungshaltung hast du an das jetzige Release?

Benno: Ich hoffe, dass sich Leute unsere Platte anhören und deshalb auf ein Konzert von uns kommen. Ich hoffe, dass zur VÖ unseres zweiten Albums der Name Dakoton vielen Leuten bereits ein Begriff ist.

Welcher Song auf der Platte bedeutet dir persönlich am meisten und warum?

Benno: Tatsächlich ist das unsere erste Single “Wer hindert uns daran”. Das ist der erste Song, den ich geschrieben habe, bei dem ich selbst Gänsehaut bekommen habe, als ich ihn dann auf der Platte gehört habe.

Zur ersten Single „Wer hindert uns daran“ gibt es ein Video mit dem Schauspieler Kai Wiesinger. Wie habt ihr es geschafft, dass er dabei mitspielt? Hat er es für lau gemacht?

Benno: Unser Regisseur und Hausfotograf Thomas Leidig hat Kai den Song vor gespielt und er mochte ihn. Ich glaube jemand wie Kai Wiesinger macht nur bei Projekten mit, von denen   er überzeugt ist.

(Zum VIDEO)

Warum bezeichnest du deine Musik als Punkrock? Schließlich sind auf dem Album auch ruhigere Stücke vertreten.

Benno: Unser Crdeo ist: Wir machen das! Wir versuchen uns nicht all zu viel Gedanken zu machen. Vor fast allen unseren Konzerten gehen wir mit Akkustikgitarre und Cajon in die Fußgängerzone, egal welche Stadt, da spielen wir dann auf der Straße und sagen den Leuten, dass sie heut abend zum Konzert kommen sollen. Warum? Warum nicht! Wir wollen Musik für Menschen machen, ich bin überzeugt, dass unsere Musik den Leuten gefallen könnte, wenn sie sie denn mal zu Ohren bekommen würden. Und um das zu erreichen, machen wir Kompromisslos das was wir 4 lieben. Musik, immer, überall! Für mich ist Punk etwas wo man so sein kann wie man ist und darauf zu scheißen, wie die Welt das findet. Für uns 4 bedeutet das, dass wir Musik machen müssen, weil uns das alle so sehr als Menschen ausmacht.

Welche Bands haben euch beeinflusst?

Benno: Alle Bands und Künstler, die gute Songs geschrieben haben. Die Liste ist endlos, aber ein paar Bands, auf die wir 4 uns einigen können sind die Foo Fighters, Queens of the Stone Age und Kings of Leon.

Ihr wollt jeden Freitag einen altbackenen oder brandneuen im Dakoton Gewand präsentieren. Gestartet habt ihr mit „Mindestens in 1000 Jahren” von Frittenbude. Warum dieser Song und was steckt allgemein hinter dieser Idee?

Benno: Wir finden das Original von Frittenbude super, vor allem den Text. Wenn wir so ein paar mehr Leute für Frittenbude interessieren können, dann sind wir schon glücklich. Wir nutzen diese Coversongs aber natürlich auch um uns einem größeren Publikum vorzustellen. Wir mögen, wie ich ja schon sagte, sehr viel unterschiedliche Musik und wollen den Leuten nahe legen sich außerhalb ihrer bekannten Grenzen zu bewegen, in andere Musik rein zu hören. Jeder sollte über seinen Tellerrand schauen, wenigstens ab und zu.

Einem Album folgt meistens eine Tour. Wie sind eure Tourpläne?

Benno: Anfang 2011 sind wir auf Tour. Unsere Bookerin, Chrisi Brack von Weird World Berlin, ist für uns ein echter Glücksgriff. Wir sind sehr froh, dass wir sie haben.

In euerem Blog konnte man nachlesen, dass ihr euch für Fußball interessiert. Die WM ist nun vorbei und die Bundesliga startet. Für wen schlägt euer Fußball-Herz denn und wer wird Meister, wer steigt ab?

Benno: Keine Ahnung von Fußball, aber Revolverheld wird wohl wieder eine gute Saison spielen, obwohl ich nicht so ein Fan von denen bin, Hoffnungsträger sind für mich allerdings eher Teams wie Bakkushan und Wirsindhelden, die haben schon gut vorgelegt, müssen ihre Form nur halten und sich gegen Altmeister Beatsteaks durchsetzen,  dann steht der Meisterschaft bestimmt nichts im Wege. Juli ist wieder aus der Studioliga aufgestiegen, glaube aber nicht, dass sie unter die ersten drei kommen, Geheimtipp der Saison 10/11 ist aber ganz klar Dakoton.

Info: www.myspace.com/dakoton

(Markus Tils)