WE SET THE SUN: Den Jackpot geknackt

WE SET THE SUN – der Name dieser im Frühjahr 2009 gegründeten Band aus Wesel hat mit „Christmas Has Been Yesterday“ ihr Debütalbum via Redfield Records veröffentlicht. Ein Album, das den Nerv der Zeit trifft und mit seiner explosiven Elektro-MoshCore Mischung mächtig marschierende Breaks und himmelhafte Melodien liefert. Bevor die Band ihrer Koffer packt, um Ende des Monats auf Europatournee zu gehen, haben wir einige Fragen an Jungs geschickt. 

Gratulation zu eurem Debüt „Christmas Has Been Yesterday“. Wie seid ihr eigentlich auf diesen Titel gekommen?

Zunächst sollten wir erst einmal ein weit verbreitetes Missverständnis klären. Da die meisten Leute im Englischunterricht in der Schule nicht aufgepasst haben, übersetzen sie diesen Titel für gewöhnlich mit “Weihnachten war gestern gewesen”. Ein wenig Verständnis bringen wir dem natürlich auch entgegen, zumal es das Google-Übersetzer Tool in Englisch auch nicht über die Note ausreichend hinaus geschafft hat. Der sinnlich richtige Titel lautet allerdings so viel wie “Die Zeit in der es noch Weihnachten gab ist vorbei” Wir wollten damit ein wenig drauf hinweisen, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und auch wir hart arbeiten mussten um es überhaupt erst soweit zu bringen, eine Platte aufzunehmen.

Euer Erstling wird jetzt in höchsten Tönen gelobt. Habt ihr mit einem solchen Anklang gerechnet, als ihr die Band gegründet habt?

Ehrlich gesagt war uns der lokale Erfolg schon fast ein wenig in die Wiege gelegt worden, allerdings dahingehend auch die Erwartungen. Wir sind alle Ex-Mitglieder irgendwelcher lokalen Bands, welche damals auch teilweise nicht die schlechtesten waren, nun ja und man kennt sich. Gerechnet haben wir nicht wirklich damit. Wie denn auch, schließlich kann und darf eine gute Band heutzutage nicht  mehr damit  rechnen, dass sie irgendwann mal ein tatkräftiges Label im Rücken hat. Und dahingehend waren wir einfach riesige Glücksschweine, die eine einzige Bewerbung abschicken und nen 6er im Lotto abgreifen. Allerdings haben wir auch mit viel Arbeit an der Platte und allem drumherum darauf wert gelegt, dass unsere Chancen, den Jackpot zu knacken gestiegen sind.

Ihr kommt aus dem beschaulichen Wesel. Wie habt ihr dort zusammen gefunden und gemerkt, dass ihr zusammen Musik machen wollt?

Wir könnten jetzt wieder die Standard-Story auspacken, die leider nun mal die Wahrheit ist, oder irgendwas spannendes erfinden, aber jeder, der schon mal ein Projekt mit dem Namen “Band” gestartet hat, der weiß, wie diese Story ungefähr lauten wird. Für alle die es nicht wissen, eine kurze Zusammenfassung: Musiker aus verschiedenen Bands sind auf der Suche nach mehr, finden Gleichgesinnte, bestehende Kreationen werden mit neuem Kram gemischt, alles in einen Mixer, umrühren und raus kommt We Set The Sun.

Die Songs “No More Let Downs Pt1 ? und „No More Let Downs Pt2 “ sind interessant und springen aus dem restlichen Raster des Albums heraus. Was hat euch dazu bewogen, solch einen rein instrumentalen Track und drauffolgender Ballade mit auf das Album zu nehmen?

Für uns war von vorneherein klar, dass eine Ballade mit auf’s Album muss, zumal wir zu dem Zeitpunkt ja auch still gehofft hatten, dass wir irgendeinen Mainstream-Radiosender finden, der blöd genug ist, um mal etwas von uns zu spielen. Dahingehende Versuche waren allerdings eher weniger Erfolgreich. Dennoch bietet dieses Doppelpack in der Mitte der Scheibe eine kurze Verschnaufpause um Energie zu tanken, die man für die folgenden Tracks dann umso mehr wieder verbrauchen kann. Des Weiteren haben wir da auch an unsere Eltern und so weiter gedacht, um denen zu beweisen, dass wir nicht nur diese elendige Schrei-Musik machen können.

Ihr werdet vom Sound her unweigerlich mit A Day To Remember  und mehr oder weniger mit Enter Shikari in Verbindung gebracht. Stört es auch, dass das die Menschen gleich im Kopf haben, da die Musik und ihr als Band doch eigenständig dastehen wollt, oder seht ihr es eher als einen Vorteil?

Generell sind solche Vergleiche zunächst eine Ehre für uns, denn die Leute messen uns an diesen internationalen Größen. Die Messlatte wird uns also ziemlich hoch gesetzt und doch versprechen die Reviews immer wieder Beständigkeit im Vergleich dazu. Musikalisch allerdings kann man uns mit den o.g. Bands in eine ähnliche Sparte stecken, wenn’s um das Genre geht, trotzdem finden wir den Vergleich bis auf ein paar Genre-spezifische Details eigentlich gar nicht so naheliegend. Okay man kann uns vorwerfen, dass unsere Refrains und cleanparts ähnlich poppig sind wie die von ADTR doch da hört der Vergleich schon auf.

Zu „Buried At The Sea” habt ihr eurer ersten Video gedreht. Wie war es für euch diese Erfahrung zu machen? Wie wichtig ist solch ein Video aus eurer Sicht?

Gut dass ihr offensichtlich unser erstes (quasi Test-) Video nicht wirklich wahrgenommen habt, das ist nämlich gar nicht mal so gut. Dann haben wir uns die Jungs von Flaggschiff Film aus Wesel geschnappt und mit denen dieses Video gedreht. Die Erfahrung an sich ist super. Trotz ausreichender Planung ist man dann letztendlich doch auf das Ergebnis gespannt und das war bei uns nicht das schlechteste. Wir können allerdings schon mal verraten, das nächste Video wird kommen 😉

Ich finde, dass der cleane Gesang bei Buried At The Sea mit dem Synthie Sound richtig 80er Jahr ist. Wessen Eltern haben denn da die großer 80er Jahre-Plattensammlung?

Wir sind einerseits doch irgendwo alle damit (noch) groß geworden, zumal die Mainstream-Industrie der 90er nicht wirklich viel zu bieten hatte. Außerdem findet man Größen wie Queen und wie sie alle heißen in jeder anständigen Plattensammlung eines Durchschnittsdeutschen Mittvierzigers und die haben wir uns natürlich damals in den Anfängen von oben bis unten reingefahren. Außerdem muss man feststellen, wenn man in die aktuellen Charts reinhört, das kommt wieder.

Welchem Lied auf dem Album sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken und warum?

Im Prinzip bringt jeder Song auf der Platte seine eigene kleine Geschichte mit. Da haben wir die Standardmäßige Liebesgeschichte, nur anders verpackt oder eine versehentliche geschichtliche Aufarbeitung im Bezug auf den ersten Satz im Spanischbuch unseres Sängers Thomas. Im Grunde sollte man dem ganzen Album seine volle Aufmerksamkeit in Bezug  auf seine zusammenhanglose Vollständigkeit schenken.

Ihr seid Ende April auf der „The Mosh Lives Euopean Tour“ mit Emmure, War From A Harlots Mouth, IWABO. Auf wen freut ihr euch am meisten?

Alle vergessen immer “Winds of Plague”… Die sind auch dabei! Wir freuen uns im Grunde zunächst darüber, dass wir nicht die einzige Band sind, die nicht zu der Musik von Emmure passen. Wir begrüßen diese musikalische Artenvielfalt, welche auf dieser Tour geboten wird, sodass eigentlich für jeden was dabei sein müsste. Persönlich sind wir besonders auf die Leute von IWABO gespannt, weil man sich einfach mal drauf freuen darf, geniale Musiker kennenzulernen, sie sich entweder den Hut mit dem Hammer aufsetzen oder sonst einfach  absolut nicht alle Latten auf dem Zaun haben, was übrigens unsere vollsten Sympathiepunkte mit sich bringt.

Was kann man von Euch erwarten und was werdet ihr bieten?

Nun dazu kann man sagen, dass wir unser Set so angepasst haben, dass für alle etwas dabei ist, selbst für den festgefahrensten Emmure-Fan. Die Leute bekommen was Neues und was Älteres von uns auf die Ohren, wie gesagt, für jeden sollte etwas dabei sein.

Nach der Tour ist vor der Tour…Wie soll es danach weitergehen, gibt es bereits neue Pläne?

Um schon mal irgendwelcher Art von Gerüchten aus dem Weg zu gehen: Nein wir lösen uns nicht auf, nein wir machen keine großartige Pause, nein wir lassen nicht auf uns warten, neues von uns hören zu lassen. Zunächst spielen wir noch die Imperial Summer Open Air Geschichte in Trier zusammen mit Parkway Drive! und dann hoffen wir natürlich noch auf dem einen oder anderen Sommerfestival nachzurücken, wir werden sehen.

Habt ihr zum Abschluss noch etwas zu sagen?

Der Sommer kommt, wir sind heiß auf die Tour und freuen uns über jeden einzelnen, der uns dort und in weiterer Zukunft unterstützt.

Info: www.facebook.com/wesetthesun

(Markus A. Tils)