GINGER NINJA: „Musik hat die Fähigkeiten überraschend zu sein“

Mit ansteckend fröhlichen Popsong britischer Schule, entwickelte sich Ginger Ninja im vergangenen Jahr zu seinem der größten Hits in ihrer Heimat Dänemark. Im Nu waren Henrik Hamilton (Gitarre, Gesang, Keyboards), Rasmus Søby Andersen (Gitarre), Carl Riestra Rasmussen (Bass) und Johan Luth (Schlagzeug) gern gesehene Gäste in TV-Shows und allerlei Musikveranstaltungen, wo sie die versierten High-Energy-Popsongs ihres Debütalbums „Wicked Map“ mit mitreißender Leichtigkeit und bestechender Souveränität zum Besten gaben. Hierzulande tourten die Dänen Anfang April mit JULI und haben soeben eine kleine Clubtour beendet. Via Mail stand uns Sänger Henrik zur Verfügung und beantwortete unsere Fragen.

Ihr habt gerade eine Clubtour in Deutschland gespielt. Wie lief die Tour aus Eurer Sicht?

Henrik: Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir tourten ja schon eine Weile durch Europa und haben nun den Fokus auf Deutschland gesetzt. Wir sind zwar hier noch eine sehr kleine und unbekannte Band, jedoch langsam aber sicher machen wir uns hier einen Namen.

Wir habt ihr euch gefühlt, als euch JULI fragten mit auf Tour zu kommen?

Henrik: Wir haben uns geehrt gefühlt, wussten aber nicht wirklich viel über Juli. Deutschsprachige Bands werden bei uns nicht oft im Radio gespielt – außer Rammstein! Am Anfang waren wir nicht sicher, wie das JULI-Publikum auf eine englischsprachige Supportband reagieren würde. Die Fans waren aber cool und JULI zählen zu den sympathischsten  Menschen mit denen wir je getourt haben. Wir hatten wirklich einige schöne Abende auf der Tour.

Wer hatte die Idee zu Ginger Ninja und wo habt ihr euch alle getroffen?

Henrik: Es war nicht wirklich eine Idee, es ist einfach passiert. Wir stammen alle aus Kopenhagen und entschlossen uns einige Demos aufzunehmen. Dabei hatten wir überhaupt keinen Plan gehabt und wollten einfach nur Musik machen. Als wir es dann auf MySpace online stellten, merkten wir, dass das Interesse an uns wächst.

Wann habt ihr gemerkt, dass ihr mit der Band was bewirkt?

Henrik: Das war beim START! Festival 2008 in Kopenhagen, einem kleinen lokalen Festival. Es war erst unser drittes Konzert und wir spielten anstelle vor unseren Freunden und Familie vor mehreren tausend Leuten. Hier sahen wir, dass wir mit unserer Musik Leute erreichen und sie Spaß haben mit unserem Sound.

Welche Bands haben euch beeinflusst?

Henrik: Ich denke, man kann als Musiker keine Band mögen, die ihn letztendlich nicht beeinflusst. Dadurch finden sich manchmal Elemente in den Songs, die man am Ende dann doch nicht gut findet. Wir haben alle die unterschiedlichsten Geschmäcker und die Liste der unserer Lieblingsbands ist sehr lang. Was ich in den letzten Wochen gehört und genossen habe waren Broadcast, Pink Floyd, MGMT, Murder, TV On the Radio…

Wenn du die Möglichkeit hättest in der Indie-Szene etwas zu verändern, was wäre das?

Henrik: Ich würde dafür sorgen, dass jeder Musiker sorglos von seiner Musik leben könnte.

Wie denkst du darüber, dass gerade der Fokus der Major-Labels auf die Indie-Szene fällt und sie fast schon infiltriert am Werke sind?

Henrik: Ist es so, oder ist es nicht umgekehrt? Ich bin kein Freund davon, dass ständig zwischen Mainstream und Independent unterschieden wird. Das war vielleicht vor 30 Jahren so, wo man eine alternative Gegenbewegung gesucht hat. Heutzutage sind die Grenzen zwischen Major – Indie, Mainstream – Alternative einfach fließend. Major und Indie Labels lernen voneinander und versuchen in der heutigen Zeit wirtschaftlich zu überleben.

Was ist dein Lieblingssong auf “Wicked Map”?

Henrik: Mein Favorit ist momentan „The Boy Who Grew Bitter“, aber das wechselt bei mir ständig.

Was ist für dich gute Musik?

Henrik: Oh, ich weiß nicht. Gute Musik kann so unterschiedlich sein. Musik hat die Fähigkeiten überraschend zu sein. Wenn man versucht Merkmale guter Musik zu definieren, würde man sie am nächsten Tag verwerfen und neu bestimmen. Man kann es nicht.

Welches Ziel verfolgst du mit Ginger Ninja?

Henrik: Wir wollen uns ständig weiter verbessern. Wollen bessere Musiker werden, bessere Texte schreiben und vor allem uns auch live verbessern.

Liest ihr eigentliche viele Online-Magazine?

Henrik: Wir lesen sehr viel. Die zwei größten dänischen Musik Magazine haben gute online Angebote, aber auch Sterogum.com und Pitchfork.com lese ich oft.

Wie sollte einem Ginger Ninja in Erinnerung bleiben?

Henrik: Ganz einfach! Als die Band, die dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

www.gingerninja.de

(Markus A. Tils)