MY CITY BURNING: If you never fail, you never tried

Vier Leute im Hardcore-Cosmos. Ramon (Gitarre), Maarten (Drums), Spit (Bass) und Igor (Vocals), die mit ihrem Debüt „Lone Wolves“, nach etlichen Jahren des „Geheimtipp“, zum großen Schlag ausholen. Zehn Songs unter 30 Minuten Gesamtspielzeit lassen nichts anbrennen und versprühen ein wenig NYHC in die niederländische Metropole Amsterdam. Sänger Igor gibt Auskunft über die Band aus Amsterdam, den Support von Machine Head und warum er den Google-Übersetzungs-Service gerade so schätzt.

Was bedeutet der Titel „Lone Wolves“?

IGOR: Als wir mit der Band loslegten, war es nicht leicht den Leuten mit unserem Sound zu gefallen. Den Hardcore Kids waren wir zu Metal-lastig, den Metalhead boten wir keine Gitarren-Solis und hässlich waren wir auch noch. *haha* Letztendlich steht „Lone Wolves“ fürs Durchhaltevermögen das zu tun, woran man glaubt und man am liebsten macht, egal was andere darüber sagen und denken.

Als ihr angefangen habt an den Songs zu „Lone Wolves“ zu schreiben, inwiefern hat euch da eure Heimatstadt Amsterdam inspiriert?

IGOR: Nach dem Release unserer Demo „White Lies, Black Eyes“ haben wir zwei Jahre damit verbracht Shows zu booken, kleine Touren zu spielen und an den Songs zu „Lone Wolves“ zu arbeiten. Die Texte auf „Lone Wolves“ sind persönlicher Natur und beschreiben die letzten 2 Jahre meines Lebens. Dabei geht es um die Leidenschaft zur Musik, der verlorenen Liebe, menschliche Rückschläge oder starker Alkoholkonsum. Dabei versuche ich immer das Positive aus solchen Erfahrungen zu ziehen und das findet überall statt und nicht nur in Amsterdam.

Für wen habt ihr das „Lone Wolves“ geschrieben?

IGOR: In erster Linie für uns selbst. Wenn wir einen Song schreiben, dann suchen wir nach einer bestimmten Energie. Wenn wir das Gefühl haben, dies erreicht zu haben, dann sitzt der Song. Ich mag es, wenn ein Song mich zum stagediven animiert, dazu bringt mich zu bewegen, mich von der Bühne zu stürzen und mitzusingen. Hardcore bringt dich dazu aus dem „normalen“ Leben zu entfliehen.

Wie würdest du das Album beschreiben?

IGOR: Als eine 27-minütige Energiebombe mit süßen Hooks und Breakdowns. High energy music!

Seid ihr zufrieden wie „Line Wolves“ geworden ist?

IGOR: Auf jeden Fall. Zusammen mit Kristian Kohlmannslehner (Crematory, A Traitor Like Judas) haben wir „Line Wolves“ produziert. Er ist bekannt für einen klaren Sound, doch wir konnten ihn überreden, dass er uns dreckiger klingen lässt. Was dabei rausgekommen ist, ist großartig.

Hattet ihr bei den Aufnahmen alles selbst in der Hand?

IGOR: Da wir bei den Aufnahmen noch keinen Deal mit einem Label hatten, waren wir uns selbst überlassen und niemand konnte von Außen unsere Entscheidungen in Frage stellen. Wir haben alles im Alleingang organisiert und die wichtigsten Entscheidungen allein getroffen. Selbst das Artwork habe ich selbst gestaltet.

Liest du alle Reviews über „Lone Wolves“. Ist es dir wichtig, wie Musikredakteure und Schreiber über das Album denken?

IGOR: Ja, ich habe jede Kritik gelesen. Dank dem Google-Übersetzer geht das *haha*. Wenn es gute Kritiken sind, fühlt man sich bestätigt mit dem was man macht und es erfreut uns, wenn unsere Musik gefallen findet. Sollte die Kritik nicht so gut sein, ist es auch egal. Damit muss man halt leben. If you never fail, you never tried.

Wie bist zum Hardcore gekommen?

IGOR: Als ich 14 war habe ich ein Mixtape wo Songs von Madball und Sick Of It All drauf waren bekommen. Das war mein Einstieg. Ich habe später dann viel Machine Head, Pantera und Fear Factory gehört. Später waren es dann Bane, Converge, Poison The Well, One King Down und solche Bands, die ich mir ständig rein zog. Was mich an Hardcore fasziniert ist die Ehrlichkeit in der Musik und in den Texten. Es gibt nicht viele Metal Bands, die 500km fahren um vor 5 Leuten zu spielen. Aber es gibt viele Hardcore Bands, die genau das machen. Wir haben das auch gemacht und nur Gott weiß, wie oft wir das gemacht haben *haha*

Ihr habt bereits Machine Head und Hatebreed supportet, ohne dabei ein Label im Rücken gehabt zu haben. Gute Kontakte?

IGOR: Dahinter steckt viel harte Arbeit. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort und dabei die richtigen Leute treffen. Klar, man muss auf sich aufmerksam machen. Die Shows, die wir mit den Bands spielten waren großartig. Es ist cool mit den Jungs dann abzuhängen, etwas zu trinken und neue Shows zu checken. Vor allem, weil die Jungs von Machine Head oder auch Hatebreed trotz des Erfolgs immer noch bodenständig sind und völlig normale Typen sind.

„Lone Wolves“ erschien auf I Scream Records. Wie kam es dazu?

IGOR: Als wir unser Album fertig hatten haben wir uns sehr damit beschäftigt, wie wir es am besten promoten können. Ich schickte einige Promos raus und wir hatten echt gute Feedbacks. Ausschlaggebend war jedoch, dass Laurens von I Scream Records total begeistert von uns war und wir uns auf einer Wellenlänge befanden und die gleichen Vorstellungen hatten.

I Scream Records war und ist die Heimat von Bands wie Agnostic Front, Skarhead, Life Of Agony und Death By Stereo. Wäre ein ähnlicher Bekanntheitsgrad etwas für My City Burning?

IGOR: Natürlich! *haha* Also, ich bin dabei, wenn ich mit dem was ich mache leben könnte. *haha* Es ist wie in unserem Song „The Great Escape“: „I spent so much time working shitty jobs, and this. This is my escape!“

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

IGOR: Wir wollen soviel wie möglich spielen, spielen und noch mal spielen! Wir spielen im Juni eine kleine Tour und wollen im Spätsommer in Großbritannien auf Tour gehen. Des Weiteren arbeiten wir an paar größere Touren, wo aber noch nichts fix ist. Daneben schreiben wir natürlich an neuen Songs fürs nächste Album.

Danke für das Interview. Das letzte Wort gehört dir.

IGOR: Come check us out! Wir werden sicherlich bald in eurer Gegend spielen und brauchen viele Stagedivers!  Support that shit; see you in the pit!

Info: www.mycityburning.com

(Markus A. Tils)