BETONTOD: „Jede Rockband in den Charts ist wichtig“

Straight nach vorn. Und das seit 20 Jahren. Gerade mal ein Jahr nach der letzten Veröffentlichung „Glaube Liebe Hoffnung“ erscheint mit „ANTIROCKSTARS“ der neuste Streich der Rheinberger Punkrocker. BETONTOD sind nicht die glamourösen Lichtgestalten mit Leder, Ketten und Designerdrogen, sondern die Kumpels von nebenan, in T-Shirt, verwaschenen Jeans und mit Bierflasche in der Hand. Da weiß man, was man hat. Und das ist schlicht und ergreifend guter Punkrock. Im Interview gibt uns Gitarrist und Texter Frank Vohwinkel einen Einblick aufs neue Werk.

Ihr habt auf dem Wacken gespielt. Wie war es als Punkrocker zwischen all den Metalheads?

Frank: Genial. Eine solche Stimmung haben wir dort nie und nimmer erwartet. Das hat uns echt umgehauen.

Seit 20 Jahren macht ihr jetzt gemeinsam Musik. Inwieweit hat sich in dieser Zeit eure Freundschaft und Zusammenarbeit verändert?

Frank: Unsere Freundschaft wird dadurch sehr oft auf eine harte Probe gestellt. Aber wenn man es schafft 20 Jahre zusammen zu musizieren, dann hat man nicht allzu viel falsch gemacht. Dann funktioniert es halbwegs.

Am 26.08. erscheint mit „Antirockstars“ euer neues Album. Worin liegen die Unterschiede zum Vorgänger „GlaubeLiebeHoffnung“?

Frank: Dieses Album ist persönlicher. Wir geben dieses Mal viel mehr von uns selbst preis. Das war uns nach 20 Jahre ein wichtiges Anliegen und es hat denke ich gut geklappt.

Ich finde, dass „Antirockstars“ deutlich direkter wirkt als „GlaubeLiebeHoffnung“ und eher an „Schwarzes Blut“ erinnert. Wie sieht ihr das?

Frank: Genauso. Das war aber definitiv nicht geplant. Ist einfach so passiert. Wobei ich GLH nicht als schlechter bewerten würde. Das war einfach ein anderes Album, das auch extrem wichtig für unsere Entwicklung war.

Ihr habt das Album wieder im Alleingang produziert und erneut auf eurem Label „Better Than Hell“ veröffentlicht.

Frank: Ja, da sind wir besonders stolz drauf, das wir das mittlerweile alles komplett selbst in die Hand genommen haben. All diejenigen, die uns auf unserem Weg als Label begleitet haben, waren zwar wichtig, haben aber alle nicht fair gehandelt. Im Grunde wirst Du als junge Band fast von allen Labels von vorne bis hinten beschissen.

Das ist jetzt euer zweites Album, das ihr selbst veröffentlicht. Wie sind eure Erfahrungen, mit „Better Than Hell“ sein eigenes Label zu haben?

Frank: Eigenständigkeit, die wir ganz klar und deutlich ausleben können und auch ausleben.

Den Song „König Alkohol“ habt ihr zusammen mit einigen Fans im Studio aufgenommen. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen, sich Fans einzuladen?

Frank: Es war uns wichtig die Fans zu einem frühen Zeitpunkt mit einzubinden in die Produktion und da lag es nahe, die Fans einfach mitsingen zu lassen. Wir haben echt mit dem schlimmsten gerechnet. Von dem Ergebnis waren wir dann alle überzeugt.

„Kein Popsong“ ist eine klare Aussage über euren Song. Was muss denn aus eurer Sicht eigentlich ein guter Popsong haben?

Frank: Keine Ahnung, wir produzieren ja keine. Frag mal den Dieter Bohlen oder z. B. die Broilers, die haben auf ihrem neuen Album extrem gute Popsongs drauf.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, neben Meisters markanter Stimme ihm eine weibliche Stimme bei „Nebel“ zur Seite zu stellen?

Frank: Das schwirrte schon lange in unseren Köpfen rum. Irgendwie wollen wir auf jedem Album etwas Besonderes machen. Auf dem ersten Album hat unser Basser auf Polnisch gesungen, auf dem zweiten unser Gitarrist auf Spanisch, auf dem dritten Album war eine Akustik Nummer drauf, auf dem vierten habe ich einen Song gesungen und nun singt eine Frau. Ist doch cool.

Das letzte Werk GLAUBE LIEBE HOFFNUNG landete im Frühjahr 2010 auf Platz 89 der Charts und ihr würdet gerne mit „Antirocksstars“ diese Platzierung toppen. Ist solch eine Platzierung ein nettes Gimmick für euch oder auch eine Art Anerkennung, schließlich wollt ihr dem Mainstream in den Arsch treten?

Frank: Definitiv eine Anerkennung. Jede Rockband in den Charts ist wichtig, denn für jede Rockband fliegt eine Retortenband raus! Ich kann nur allen Fans sagen, hört Euch handgemachte Musik an.

„Antirockstars“ wird es auch in diversen Editionen geben, wovon mittlerweile auch schon eine ausverkauft ist. Wie seit ihr eigentlich damals auf die Idee gekommen dem „Fan“ bzw. dem Käufer mehr zu bieten, als nur die CD mit der Musik, schließlich kosten all die Zugaben schließlich Geld.

Frank: Das war eine Idee von unserem Basser und unserem Gitarristen. Den Fans halt wie Du sagst einmal ein bisschen mehr geben zu können und zu wollen. Dieses Mal haben wir das auch zu einem extrem günstigen Preis geschafft, was uns auch wichtig war.

Unter dem Titel „DER HÖLLE KEIN AMEN TOUR 2011“ werdet ihr zusammen mit 9MM + KÄRBHOLZ auf Tour gehen. Wie kam diese Konstellation zusammen und was habt ihr euch vorgenommen?

Frank: Das sind seit Jahren befreundete Bands und im Nightliner macht es eben Spaß mit Freunden zu reisen!

Danke für das Interview. Deine letzten Worte…

Frank: Bleibt Euch treu! Hört handgemachte Rockmusik und kommt auf unsere Konzerte, damit wir ein Bierchen trinken können. Wir freuen uns auf Euch!

Info: www.betontod.de

(Markus Tils)