SOCIETY-OFF: “Punkrock und Hardcore mit viel Melodie“

Society-OFF ist ein Quartett aus Koblenz und veröffentlicht Mitte September mit „Carry Or Collapse“ ihr erste Full-Lenght Album. Dabei stand die Band  in der Vergangenheit mit vielen nationalen und internationalen Acts wie Waterdown, Agnostic Front, The Flatliners, Rentokill, Eternal Tango, Misconduct, oder Strike Anywhere gemeinsam auf der Bühne.  Bevor sich die Jungs an den nächsten Wochenenden den Arsch abspielen, haben wir einige Fragen an die Band geschickt, die Sänger Chris beantwortete.

Stellt euch bitte einmal vor. Was macht ihr beruflich neben der Band? Wer sind die Mitglieder von Society-OFF?

Chris: Vielen Dank fürs Interview! Bassist Flo und ich gehen Bürojobs nach. Drummer Marv macht nach seiner Selbstständigkeit jetzt eine Ausbildung zum Erzieher. Gitarrist Dominik studiert in Koblenz Förderschul-Lehramt.

Seit wann gibt es Society OFF und was hat sich seit den Anfängen der Band verändert, sowohl musikalisch als auch bei euch persönlich?

Chris: Die Band gibt’s seit 2005, in der jetzigen Besetzung sind wir aber erst seit ein paar Monaten unterwegs. Zwischendurch gab es immer mal wieder neue Gitarristen. Der Job scheint unsere Achillessehne zu sein. Wir sind im Laufe der Zeit stark gereift. Viele persönliche Erlebnisse haben dazu beigetragen, dass auch unsre Musik emotionaler geworden ist. Nicht zuletzt auch wegen dem ein oder anderen Besetzungswechsel.

Bald erscheint eure dritte Veröffentlichung „Carry Or Collapse“. Was hat sich im Gegensatz zu eurer letzen Platte verändert?

Chris: Grundsätzlich kann man sagen, dass „Carry Or Collapse“ eigentlich erst unser erstes Album ist. Im Vergleich zu der EP hat sich sehr viel verändert. Wir haben wieder mal das Studio gewechselt. Wir haben uns mehr Zeit genommen, sowohl für die Vorproduktion als auch für den Studioaufenthalt. Neuerdings kommen aber auch Designs aus eigener Hand, die Tour ist selbst gebucht, vieles ist DIY. Und das ist gut so!

Wie verliefen die Aufnahmen?

Chris: Nach einer guten Pre-production hatten wir einen ziemlich guten Ausgangpunkt. Für die Aufnahmen haben wir dann eigentlich nur drei Wochen gebraucht. Neu für uns war, Songs im Studio erst fertig zu schreiben. Texte, Solos, ganze Refrains wurden erst im Studio gemacht. Das hat Zeit und Nerven gekostet, aber auch Spaß gemacht.

Wenn ihr einen neuen Song macht, wie läuft das bei euch ab?

Chris: Manchmal fangen wir mit dem Text an und versuchen dann eine Melodie drumherum zu schreiben. Manchmal ist es auch ganz anders. Man kann allerdings sagen, dass unsre Songs immer im Proberaum und in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Feinheiten werden im Studio gemacht. Der Einfluss eines guten Produzenten ist uns beim Songwriting wichtig. Das mussten wir lernen.

Wovon handeln die Texte auf „Carry or Collapse“?

Chris: Nicht mehr nur von Politik, schrecklichen Kriegen und sozialen Ungerechtigkeiten. Wir sind bei unseren Texten bewusst auch auf die persönliche Ebene gegangen. Texte aus dem Leben, bei denen wir nicht nur die Gesellschaft, sondern auch speziell uns im Visier haben. Hier und da gibt’s aber auch mal ein „Wachrüttler“. 🙂

Habt ihr einen persönlichen Lieblingssong auf „Carry or Collapse“?

Chris: Einen eindeutigen Favoriten gibt’s nicht. Flo und Marv finden „Drop Words Build Ruins“ super. Ich bin ein großer Fan von “Hard To Colour” 😉

Was versucht ihr den Zuhörern/Zuschauern zu vermitteln? Wollt ihr auch eine Art Botschaft mit euren Texten loswerden?

Chris: Früher war es oft so ein peinliches „Anprangern“. Davon sind wir ein bisschen weg. Message ist immer dabei, aber wir lassen dem Zuhörer mehr die Chance, selbst zu interpretieren. Auch die eher persönlichen Songs lassen Freiraum für eigene Gedanken.

Von welchen 5 Bands lasst ihr euch beeinflussen?

Chris: Gute Frage, die von vielen Bands leider mit „wir machen unser eigenes Ding“ beantwortet wird. Natürlich macht jeder sein eigenes Ding, Einfluss anderer ist trotzdem immer dabei! Bei uns sind es viele Bands aus der melodischen Schiene, Rise Against, No Trigger, A Wilhelm Scream, Ignite und viele andere. Manchmal aber sogar Pop- und Metalbands.

Ihr habt über 120 Shows gespielt und darunter die Bühne mit Waterdown, Agnostic Front, The Flatliners, Rentokill, Eternal Tango, Misconduct, oder Strike Anywhere geteilt. Welche Gig ist euch dabei noch in bester Erinnerung?

Chris: Wir hatten großartige Shows mit Rentokill, davon waren zwei auch selbst auf die Beine gestellt. Die Show mit Strike Anywhere war ebenfalls sehr cool. Es sind aber oft die kleineren Shows, die uns viel Spaß machen. Ob eine Show gut oder schlecht ist, messen wir nicht nur daran, wie gut die Liveperformance war.

Ihr werdet jetzt ausführlich touren. Was kann man erwarten, wenn man ein Konzert von euch besucht?

Chris: Dass wir mit sehr viel Engagement bei der Sache sind. Auf und neben der Bühne geben wir immer hundert Prozent. Wir spielen Punkrock und Hardcore mit viel Melodie. Zum Beispiel für Freunde der älteren Rise Against Sachen.

An dieser Stelle vielen Dank für das Interview. Habt ihr noch irgendwas, was ihr unseren Lesern mit auf den Weg geben wollt?

Chris: Kommt vorbei, erlebt uns live! Vielen Dank fürs Interviewen;-)

Info: www.society-off.com

(Markus A. Tils)