CITY LIGHT THIEF: „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

Für City Light Thief läuft es seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Laviin“ richtig gut. Die Band begeistert Kritiker und Konzertveranstalter, die die junge Band aus Grevenbroich bereits als Support für US-Größen wie Thursday, Rival Schools und aktuell Taking Back Sunday gebucht haben. Das alles ohne großes Management und Label im Rücken. City Light Thief haben durch ihre Musik überzeugt und die Resonanz auf den Konzerten bestätigt die Klasse der Band. Zeit, einmal nachzufragen.

Im April Thurday supportet, jetzt Rival Schools und Taking Back Sunday. Es scheint gut zu laufen, oder?

Komischerweise, irgendwie, ja! Und dabei haben wir jetzt nicht unbedingt immer „gepusht“. Wir hatten einfach Glück und waren ein paar Mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist schön, nach 100 Konzerten vor einer handvoll Leuten auch mal vor ein paar hundert Menschen spielen zu dürfen. Auch die Platte verkauft sich irgendwie doch ganz gut unterm Strich. Wir sind uns unseres Glücks durchaus bewusst!

Was klasse klingt, ist für euch aber ein kleiner finanzieller Kraftakt. Was sicherlich kaum einer ahnt, bei solchen Supporttouren kann man froh sein, wenn man plus minus Null aus der Sache raus kommt. Wie viel Idealismus steckt in City Light Thief?

Ohne Idealismus und viel viel „Zähne-zusammen-beißen“ geht es nicht. Es ist ja auch schon fast Mode inzwischen, dass Bands ihre Supportslots verkaufen. Das ist echt eine der ekligsten Dinge, die ich je gehört habe. Für Thursday, Taking Back Sunday und Rival Schools müssen wir aber eine Lanze brechen: da bekommen wir soviel Geld, dass wir kaum drauflegen müssen. Natürlich legt man ständig irgendwie für die Band Geld drauf, aber andere Menschen müssen für ihre „Freizeit“ ja auch Geld ausgeben. Und wir geben unser Geld definitiv lieber für Sprit aus, um in die nächste Stadt zu kommen, als uns Fußballdauerkarten zu kaufen.

Als ich die News gepostet habe, dass ihr TBS supportet wurde dies mit „öder support“ und „deutsche schrammel-band“ bezeichnet. Kann man daraus eine Motivation ziehen, gerade solche Leute bei den anstehenden Shows an die Wand zu spielen?

Ja, bei der Ankündigung auch von Taking Back Sunday gab es schon ein bisschen Gegenwind. Das ist auch ein bisschen verständlich, wenn man sich ansieht, dass z.B. Thursday in den USA Support für die Band war. Da sind wir natürlich ein ganz anderes Kaliber. Die Leute würden natürlich lieber dicke US-Bands sehen, die nicht so häufig hier unterwegs sind. Außerdem sind die Shows ja auch nicht gerade günstig. Aber warum sollen wir uns davon verrückt machen lassen? Dass die Tickets teuer sind ist am wenigsten unsere Schuld. Wir versuchen einfach unsere Sache so gut wie möglich zu machen, und bei der Thursday Tour hat das auch funktioniert. Da sind so viele Leute nachher an den Merch gekommen, und haben gesagt, dass wir sie total überzeugt haben, obwohl sie noch nie von uns gehört hatten. Wir hoffen einfach dass es mit Taking Back Sunday genauso läuft.

In einem Interview habt ihr neben Captain Planet, Refused, At The Drive-In und Escapado vor allem Alexisonfire als einer der Einflüsse von City Light Thief genannt. Wie beurteilt ihr denn die Entwicklung gerade bei Alexisonfire? Könnt ihr das als Fan nachvollziehen?

Die Trennung der Band war natürlich eine super traurige Nachricht für alle von uns. Nachvollziehbar ist es natürlich schon irgendwie von beiden Seiten. Für City & Colour kommen halt inzwischen einfach mehr Leute als für AOF. Und dass die Band Dallas nicht ersetzen kann, ist irgendwie auch klar. Die Band hat uns vier supergute Alben hinterlassen, vielleicht muss man damit auch einfach zufrieden sein. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie die GALLOWS mit Wade am Gesang klingen. Der erste neue Song (True Colours) ist ja schon mal ganz schön super.

Es hat sich sicherlich einiges getan, seit der Veröffentlichung eures Albums „Laviin“. Seid ihr zufrieden mit dem was ihr bis jetzt erreicht habt oder gibt es schon Dinge, die ihr jetzt bereut getan oder nicht getan zu haben?

Wie schon gesagt, wir mussten uns keine unmöglichen Strapazen unterziehen. Wir haben halt ein Album gemacht, für das wir lange Zeit hatten, sind auch jetzt noch total zufrieden mit den Songs und dem Sound, und coolerweise gefällt es einigen Leuten. Von daher sind wir natürlich total glücklich mit dem, was wir seit dem Release erreicht haben. Das hatten wir uns definitiv alles nicht so ausgemalt. Ist ja auch mal schön, im positiven Sinne überrascht zu werden! Da wir nie einen Masterplan oder Ziel hatten, bereuen wir auch nichts.

Ihr habt unter dem Titel „Bedroom Sessions“ eine EP aufgenommen, die rein akustische Versionen beinhaltet. Was hat euch dazu bewegt sich ins Schlafzimmer einzuschließen um an diesem Ort Songs aufzunehmen?

Wir wollten den Vorbestellern der Vinyl-Version von „Laviin“ ein kleines Extra spendieren, und da kam uns die Idee mit der Akustik-EP. Halt um denen „Danke“ zu sagen, die unser Album schon auf CD hatten, und jetzt noch mal auf Vinyl kaufen. Die Songs haben wir dann in 2, 3 Nachmittagen im Schlafzimmer von Tobi aufgenommen. Glücklicherweise war die Akustik dort auch gut.

Ihr seid momentan dabei neue Songs zu schreiben. Kann man schon verraten wohin die Reise gehen wird? Wird man den einen oder anderen neuen Song auch schon bei den ausstehenden Gigs von euch hören?

Das ist eine gute Frage, wo die Reise hingeht. Momentan lassen wir uns noch ein bisschen treiben. Es gibt Ideen in alle Richtungen. Bei den anstehenden Shows gegen Ende des Jahres wollen wir auf jeden Fall schon 1-2 neue Songs spielen. Im Januar nehmen wir dann wieder ein bisschen was auf. Mal schauen, was da dann rauskommt.

Danke für das Interview, das letzte Wort gehört euch.

Wir danken für die Anfrage! Außerdem hoffen wir, dass wir die „Zweifler“ bei den Shows mit Taking Back Sunday überzeugen können. Wir freuen uns auf jeden Fall riesig drauf.

Info: www.city-light-thief.de

(Markus A. Tils)