TEAM STEREO: „Arbeitsteilung wie das A-Team“

…und noch eine Band aus alten EmoCore Veteranen der ersten Jahre des neuen Jahrtausend. Kai, Önder, Markus, Chrisse und Alex spielten früher in Bands wie That Very Time I Saw, Phoney 14, Aloha Jet und Guns Vs. Telekineses. Heute sind sie Team Stereo und präsentieren uns mit „Smells Like Team Spirit“ eine frische und emotionale Collegerock Mini-CD, die der Szene einen neuen Impuls gibt und ein kleines Ausrufezeichen setzt.

Ihr habt ziemlich lange rumgedümpelt und man ist doch erstaunt, dass ihr es nun endlich geschafft habt eine Mini-CD aufzunehmen. Wieso hat es so lange gedauert, bis zur ersten Veröffentlichung?

Chrisse: Eigentlich empfinde ich die Zeit von der ersten Probe bis zur Veröffentlichung von „Smells Like Team Spirit“ gar nicht so lang. Man findet sich als Band, fängt langsam an zu proben, schreibt Stücke zusammen (!), probiert sie live, geht noch mal in den Proberaum zurück, nimmt Demos auf, geht schließlich ins Studio, lässt alles mixen, mastern, herstellen etc. und macht sich dann Gedanken darum, wie man das, was man da fabriziert hat, der Menschheit präsentieren könnte. …Wer das alles in sechs Monaten macht, hat entweder ein paar Punkte vergessen, einen Haufen Menschen, die für einen arbeiten oder irgendwo geschlampt.

Um euch zu selbst zu beschreiben, benutzt ihr die sechs Hauptkriterien, die  Christopher Mabey und Sally Caird in ihrem Buch „Building Team Effectiveness“ aufzählen, um den Begriff Team zu definieren. Generell hebt ihr den „Team“ Gedanken deutlich in den Vordergrund. Wie seid ihr darauf bloß gestoßen?

Chrisse: Vom Prinzip her kann eine Band nur als Team oder als Diktatur funktionieren. Da die zweite Version naturgemäß sehr wenig Spaß bringt, haben wir uns für erstere entschieden. Wir achten schon sehr auf den demokratischen Gedanken, wenn es darum geht, musikalische oder andere die Band betreffende Entscheidungen zu treffen. Außerdem haben wir eine ähnliche Arbeitsteilung, wie das A-Team. Jeder hat ein spezielles Fachgebiet, das macht uns unschlagbar.

Bei dem Titel „Smells Like Team Spirit“ ist klar, woran man direkt denkt. Was hat euch dazu bewegt, diesen Titel für eure Mini CD zu nehmen?

Chrisse: Sein wir ehrlich: Das Ding zieht! Wir sind eine unbekannte Band und wollen Aufmerksamkeit erregen. Natürlich auch durch Musik. Aber man muss nun mal erst über etwas stolpern, um überhaupt auf play zu drücken.
Es handelt sich um einen Slogan, der schon lange durch die Band geistert und er ist nicht langweilig geworden, von daher erschien es logisch, ihn als Titel für unsere EP zu wählen.
Auf jeden Fall hat es nichts damit zu tun, dass wir alle große Nirvana Fans wären.

Ist „Smells Like Team Spirit“ ein Vorbote für ein Album oder steht noch alles in den Sternen?

Chrisse: Wir haben jetzt und hier mit unserer ersten Veröffentlichung zu tun, da wäre es nicht dienlich mit dem Kopf schon wieder bei der nächsten zu sein. Es gibt allerdings schon diverse Pläne und Ideen, mit denen wir gedanklich herumspielen. Hier und jetzt wäre es aber viel zu früh, überhaupt etwas dazu zu sagen.

In der aktuellen Visions Ausgabe wurdet ihr als „frische und unverbrauchte“ Band bezeichnet, wobei zumindest zwei von euch alt und alles andere als unverbraucht sind. Wie sehr habt ihr euch geschmeichelt gefühlt?

Chrisse: Wer ist denn hier alt!? (Kai und Alex -Anm. der Red.) Also benehmen tut sich zumindest keiner von uns so. Ich denke, die Einschätzung „frisch und unverbraucht“ bezieht sich eher auf die Musik. Team Stereo bringen keine Altlasten mit, von denen man sich nicht frei machen könnte.

Bands wie That Very Time I Saw, Aloha Jet oder auch Gun Vs. Telekinesis stehen in euer History. Wie sehr brennt es in den Fingern wieder live und ggf. auch eine kleine Tour zu spielen? Vor allem auch, weil ihr mit Team Stereo gerade mal 10 Konzerte gespielt habt.

Chrisse: Oberste Priorität! Im Prinzip macht man doch alles andere nur, damit man irgendwann auf eine Bühne steigen kann und die Leute, die davor stehen das auch sehen wollen.

Ihr habt auch ein Video zu „Reminder“ abgedreht. Welche Story wird in diesem Video erzählt und wer hatte die Idee dazu?

Chrisse: Die Idee stammt von Matthias Dunker. Er zeichnet sich nicht nur für das Video, sondern auch für das Artwork von „Smells Like Team Spirit“ verantwortlich. Die Story ist eine klassische (Nicht-) Liebesgeschichte und relativ nah an der vom Song selbst.

Da die EP nur fünf Tracks ist es ja ein leichtes für euch, über jeden Song 2.-3 Sätze zu verlieren.

Reminder
Chrisse: Ab und zu sollte man sich daran erinnern, dass nicht alles in der Vergangenheit toll war, sondern ziemlicher Mist. Hier ist der Reminder.

Hospital Party
Chrisse: Die immanente Frage, wer eigentlich verrückt ist: Die Anderen oder ich.

The Ocean
Chrisse: Zwei Leute treffen sich und haben völlig verschiedene Erwartungen an den Anderen. Soll öfters vorkommen. Macht die Sache aber nicht einfacher. …Mein Lieblingssong.

Soaps
Chrisse: Lasst das Fernsehen aus und schaut Euch Eure Mitmenschen an! Das ist noch viel verrückter und spart Strom.

Trial And Error
Chrisse: Immer wieder interessant, dass man mit Anfang 30 noch immer dieselben Sachen probiert und sich hinterher wundert, dass man auf die Schnauze fällt. …Ansonsten bleibt in Erinnerung, dass ich einen Sonntag lang wie am Spieß geschrien habe. Deshalb klingt der Gesang bei diesem Song auch ein wenig anders.

www.goteamstereo.de