MASTODON: „Es ist verdammt viel harte Arbeit“

Brann Dailor, Drummer von Mastodon, nahm sich vor dem Konzert in der Batschkapp in Frankfurt Zeit und erzählte uns über den Touralltag, schräge Auftritte und den Weg zum Rockstar.

Heute ist eure Erste Show in Deutschland für die aktuelle „The Hunter“ Tour. Und – bist du aufgeregt?

Brann: Klar, auf jeden Fall. Weißt du, ich mach das zwar jeden Tag, aber etwas aufgeregt ist man trotzdem. Haha.

Habt ihr denn irgendwelche speziellen Rituale bevor ihr auf die Bühne geht?

Brann: Hmm, nun, ich bin Schlagzeuger. Also vor jeder Show hab ich meine „Warm-up-Phase“. Ich fang circa eine Stunde bevor es losgeht an mich für den Gig warm zu spielen. Danach fühl ich mich physisch und psychisch bereit und bin startklar. Heute fang ich damit aber früher an, ich hab mir ne´ ziemlich fiese Erkältung eingefangen. Als ich heute Morgen aufgewacht bin dachte ich mir nur, „Ohhh Shit!“. Das Wetter ist im Moment einfach extrem kalt. Naja..

Wie schlimm müsste es denn sein, dass du sagst „ich muss die Tour abbrechen“? Würde sowas in Frage kommen?

Brann: Mir geht´s okay, noch ist alles gut. Da müsste es schon richtig heftig sein. Einer unserer Gitarristen tritt im Moment mit gebrochenem Fuß auf. Also bevor ich ne´ Tour abbreche müsste ich schon kurz vor´m Tod stehen. Haha.

..ihr seid harte Typen!

Brann: Ich würde nicht sagen, dass wir hart sind, aber gerade jetzt wo wir hier sind und so hart dafür gearbeitet haben wollen wir unsere Tour auch durchziehen.

Welcher war denn der außergewöhnlichste Auftritt den du bisher mit Mastodon gespielt hast?

Brann: Oh, da waren ein paar dabei. Hahaha. Als wir während einer Snowboard Competition auf der Bergspitze gespielt haben, fand ich das beeindruckend. Man schlug uns das Ganze vor und wir fanden es ziemlich cool. So finden wir eben heraus wie es ist mal woanders draußen zu spielen. Als es dann übrigens soweit war spielten wir bei -22C Grad. Haha.

..für euren Stil von Musik klingt das nach einer netten Atmosphäre? ..haha.

Brann: Egal welche Art von Musik du machst – es war einfach nur scheiß-kalt. Der Wind hat genervt. Ich konnte nichtmal mein Schlagzeug anfassen. Haha. Aber trotzdem war es ein gutes Konzert und es war echt schräg.

Wenn du euer neues Album „The Hunter“ mit älteren Platten vergleichst – wo siehst du euren Fortschritt?

Brann: Ich denke das Songwriting. Wir haben die Songs so genommen wie sie aus uns heraus gesprudelt kamen. Die sind viel sympathischer geworden. Es ist einfach nicht mehr so steif und genau durchdacht in welche Richtung es gehen muss wie die vorherigen Alben. Wir sind eben alle Fans von unterschiedlichen Musikrichtungen.

..wer sind denn deine Lieblingsmusiker?

Brann: Stevie Wonder, David Bowie und Peter Gabriel. Eigentlich mag ich fast alle Musikstile durch die Reihe weg. Wir versuchen auch während unserer Show und dem was wir tun zu zeigen, dass wir eben in vielerlei Hinsicht aus verschiedenen Musikrichtungen beeinflusst werden. Bei einer neuen Platte verarbeiten wir daher auch immer neue Einflüsse. Für manche Bands ist es schon cool, wenn sie einen Stil gefunden haben, den sie ein Leben lang durchziehen können. ..die Ramones zum Beispiel oder Slayer. Uns würde ein stets gleichbleibender Stil ohne „Fortschritt“ irgendwann einfach nur noch langweilen.

Hast du denn an deinem Stil als Schlagzeuger was verändert?

Brann: Nee, eigentlich musste ich nicht viel ändern. Ich mach das aus dem Gefühl heraus. Es ist immer Geschmacksache, aber die Jungs und ich wissen wann etwas musikalisch zusammenpasst und wann es funktioniert. Manchmal bremsen mich die anderen, wenn ich zuviel rein packen will. Haha. Aber wir schreiben die Songs und lassen uns da auch nicht reinreden, es sind ja schließlich unsere Songs.

Welche sind denn deine persönlichen Favoriten vom neuen Album?

Brann: Oh, ich mag sie eigentlich alle. Okay, aber „The Sparrow“, „Creature live“ and „Black tongue“ macht die Menge fertig. Haha. Und „Dry bone valley“. ..“Black tongue“! Oh ja! Haha.

Brann, die letzte Frage an dich. Welchen Rat würdest du jungen Musikern geben, um an Shows zu kommen und irgendwie mit der Musik Fuss fassen zu können?

Brann: Das Konzept ist verdammt einfach. Du musst eben als Band alle Clubs, die du kennst anschreiben und versuchen dort zu spielen. Es gibt keine Möglichkeit diesen Schritt zu überspringen. Es ist verdammt viel harte Arbeit, gerade in der Metal-Szene. Und wenn du es nur aus dem Grund tust, um ein berühmter Rockstar zu werden, dann funktioniert es nicht. Du musst es gerne tun. Du musst es einfach tun und einfach machen!
Das war zumindest mein Konzept. Ich bin auch lange in irgendwelchen Kellerräumen aufgetreten..
..und jetzt sieh uns an! Hahaha.

Info: www.mastodonrocks.com

(Sandra Günther / Alexander Kohlhaus)