SPORT: „Ein Haufen Arbeit und Überzeugung“

Die Hamburger Alternative Rocker Sport legen im fünfzehnten Jahr ihres Bestehens mit „Aus der Asche, aus dem Staub“ ihre vierte Langspielplatte vor. Ein vielfältiges und dynamisches Album ist es geworden, dessen Songs in verschiedenste Richtungen weisen. Sänger und Gitarrist Felix Müller steht Rede und Antwort.

Was will uns denn „Aus der Asche, aus dem Staub“ eigentlich sagen?

Felix: Die Platte handelt von Entscheidungen und Veränderungen. Man könnte auch sagen: Vom Leben. Davon, dass man sich seiner Situation bewusst wird, seiner Wünsche, Hoffnungen und Bedürfnisse, und dass man auch danach handelt.

Vier Jahre lagen zwischen der Veröffentlichung von “Unter den Wolken” und dem Erscheinen Eures Neulings “ Aus Der Asche, Aus Dem Staub”. Eine lange Zeit in der Musik-Branche. Warum habt Ihr Euch diese Zeit genommen oder vielleicht sogar gebraucht? Inwiefern stellte es eine Herausforderung dar, nach „Unter den Wolken“ an eine neue Platte heranzutreten?

Felix: Wir haben etwa ein Jahr nach der letzten Platte begonnen, neue Songs zu machen. Jan-Eike war als neues Bandmitglied dabei, und unser Plan war, die Songs mehr gemeinsam im Proberaum entstehen zu lassen, als wir es bisher gemacht hatten, da ich zuvor die Stücke fast immer allein entwickelt hatte.
Schon kurz nach Probenbeginn kam uns dann allerdings dazwischen, dass ich mit meiner Freundin nach Berlin rübermachen musste, da ihre Firma umzog und wir außerdem ein Kind erwarteten. In der Zwischenzeit ist sogar noch ein zweites dazugekommen.
Und dafür, dass zwischen den Platten ein Umzug und zwei Kinder liegen, finde ich dreieinhalb Jahre dann eigentlich gar nicht mehr viel…

Wird es leichter, eure Ideen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, je älter ihr als Band werdet?

Felix: Nicht unbedingt. Erzwungenermaßen habe ich dann doch wieder sehr viel für die Platte vorgelegt. Und da die einzelnen Songs mehr denn je in verschiedene Richtungen gehen, brauchte es fast mehr Überzeugungsarbeit, um die anderen von den Stücken zu begeistern. Was dann aber doch gelungen ist.

Seid ihr mit den bisherigen Reaktionen zufrieden, oder spielt dass nicht so die Rolle, wie andere über eure Musik urteilen oder sie empfinden?

Felix: Die Platte ist ja gerade erst ein paar Tage draußen. Aber so abgeklärt stehen wir nicht über den Dingen, dass uns die Reaktionen egal wären. Es steigt ja schließlich doch ein Haufen Arbeit und Überzeugung drin.

War „Unter den Wolken“ noch deutlich rockiger, zeigt sich „Aus der Asche, aus dem Staub“  deutlich vielschichtiger und Übergreifender was  Indie-Rock- Pop angeht oder  täusche ich mich da?

Felix: Nein, es war schon ein bewusster Vorsatz, dass die neue Platte wieder mehrdimensionaler, räumlicher werden sollte als die sehr trockene und kompakte letzte.
Ich denke, in gewisser Weise schließt „Aus der Asche, aus dem Staub“ eher bei unserem vorletzten Album „Aufstieg und Fall der Gruppe Sport“ an. Wobei wir bei der Unterschiedlichkeit der Stücke diesmal sogar noch ein Stück weitergegangen sind.

Ihr habt euren Live-Gitarristen Jan-Eike nun als festes Mitglied in den SPORT Club mit aufgenommen? War es einfach die logische Konsequenz, oder wie kam dieser Schritt zustande?

Felix: Es hat sowohl menschlich als auch musikalisch so gut zusammen gepasst, dass es sich für alle richtig anfühlte. Und für die Band war es auf jeden Fall auch gut, dass nach all den Jahren alles noch mal etwas durchgerührt wird!

Auf dem Song „Dünnes Eis“ ist als Gast Sängerin Masha Qrella zu hören. Warum musste es Masha Qrella sein und  niemand  anders?

Felix: Ich bin seit etlichen Jahren mit Masha befreundet. Als ich für das Lied an einen zweiten Gesang dachte, fiel sie mir gleich ein. Beim Aufnehmen ihres Gesangs hat sie dann aber erstmal doch ziemlich mit dem Lied gefremdelt. Vor allem wohl, da sie vorher noch nie einen deutschsprachigen Gesang aufgenommen hatte.

Freut ihr euch mit dem neuen Material wieder auf Tour gehen zu können?

Felix: Auf jeden Fall! Wir haben bislang erst drei neue Songs live gespielt, aber das war für uns natürlich gleich wieder besonders spannend und erfrischend.

Wie wird der Kontext auf der Bühne zwischen den neuen und alten Songs sein?

Felix: Die neuen Songs werden wohl etwa die Hälfte des Programms einnehmen, der Rest wird ein bunter Strauß aus etwas betagteren, aber immer noch bunt blühenden Blumen sein.

Bei eurem Namen muss man danach fragen: Welche Sportart bevorzugt ihr und wer ist die größte Sportskanone von euch?

Felix: Unser Schlagzeuger Martin Boeters und ich sind die Fußballfans in der Band. Er spielt außerdem immer noch bei den St. Pauli 8. Herren mit, für die die Rückkopplung, der Gitarrenladen unseres Bassisten Christian Smukal, die Trikots sponsert.
Aber vor jeder Sport-Tour beten wir anderen, dass Martins nicht mehr ganz so junge Knochen unbeschadet im Tourbus ankommen…

Info: www.diegruppesport.de

Tourdaten:
01.03. Jena – Rosenkeller (mit Bilderbuch)
03.03. Osnabrück – Glanz & Gloria
22.03. Hamburg – Molotow
23.03. Berlin – Comet
26.03. Hannover – Bei Chéz Heinz
28.03. Weinheim – Café Central
29.03. Oberhausen – Druckluft
30.03. Bremen – MS Treue
31.03. Bonn – Bla

(Markus A. Tils)