THE INTERSPHERE: „Alben als ein Gesamtkunstwerk“

THE INTERSPHERE

The Intersphere wollen Alben veröffentlichen, die den Hörer fesseln. Gut, dass es viele Menschen gibt, die sich von ganzen Alben fesseln lassen wollen. So verwundert es nicht, dass die jüngste Veröffentlichung der Mannheimer Alternative-Rocker in die Top 30 der Albumcharts einstieg und aus dem damaligen Geheimtipp eine der führenden Rockbands des Landes macht. Sänger Christoph Hessler beantwortet uns einige Fragen zum neuen Album „Relations in The Unseen“ und stellt die einzelne Songs vor.

Hallo! Wo erwische ich dich gerade?

Wir sind gerade in England auf Tour und fahren gerade nach Sheffield.

Wie fühlt  es sich an mit neuen Songs wieder zurück auf die Bühne zu stehen?

Bestens. Nach 2 Jahren Vorbereitung für „Relations in The Unseen“ fühlt es sich sehr gut wieder mit den neuen Songs auf der Bühne zu stehen.

„Relations In The Unseen“ ist bereits euer viertes Album. Welche Unterschiede gibt es eurer Meinung nach zu den ersten drei Alben?

Wir wollten grundsätzlich die Instrumentierung und Arrangements erweitern und uns auch Song-mäßig ein wenig mehr aus dem Fenster lehnen und die normalen Rock-Schemen etwas sprengen. Die letzten Alben waren alle sehr spartanisch und roh und haben gut mit Drums/Bass/Gitarren funktioniert. Die Grundlage ist dieses Mal die gleiche, nur haben wir noch mehr Farben eingebaut um die Stimmungen der Songs weiter heraus zu arbeiten, sie zu unterstreichen und um weitere Klangebenen zu schaffen.

Christoph hat das Album zusammen mit Moritz Enders (Casper, Kraftklub, Madsen) produziert und gemischt. Wie war diese Zusammenarbeit? Und was konntet ihr da noch lernen?

Moritz war für den Sound der Live Aufnahmen und für den Mix zuständig. Die komplette künstlerische Produktion und alle add Aufnahmen und auch die Vocal Aufnahmen haben wir selbst übernommen. Natürlich konnten wir von Moritz ein paar Aufnahme- und Mixing Tricks abschauen.

Hold On, Liberty!  schaffte den Sprung in die Charts. Schnürt das die eigene Erwartungshaltung?

Nein. Wir sind keine Single- oder Chart-Band. Das spielt bei uns keine übergeordnete Rolle. Deshalb gibt es auch kein Druck von Seiten des Labels. Wir wollen Alben als ein Gesamtkunstwerk schreiben, das den Hörer fesselt. Natürlich freuen wir uns riesig, wenn so viele Leute unser Album kaufen, dass es für einen Platz in den Charts reicht. Bei Relations in the Unseen hat es ja jetzt mit Platz 26 super geklappt.

Was oder wer hat euch zu den einzelnen Songs inspiriert. Deswegen an dieser Stelle ein kleines Song-by-Song-Interview:

Relations In The Unseen
Oxymoron-Song und damit Schlüssel- und Haupttrack zum ganzen Album. Hier steckt die Grundidee drin, zwischen den Zeilen zu lesen und zu hinterfragen, was hinter bestimmten Aussagen steht.

Thanks For Nothing
Song über das Schicksal, warum Dinge im Leben passieren. Ein objektiver Rückblick und die bittere Erkenntnis, dass alles zufällig passiert, egal an wen oder was ich glaube…

The Ones We Never Knew
Hier war das 8tel piano und der mächtige Tom- Groove vom Schlagzeug die ausschlaggebende Idee. Inhaltlich geht es darum, dass es so viele Einflüsse von aussen gibt und dir jeder erzählen will, was gut für dich ist. Wir verlieren immer mehr an Idendität und erkennen uns selbst kaum noch.

Out Of Phase
Song über den gesellschaftlichen und moralischen Zerfall. Ein schwerer und tiefer Abgesang.
Der ganze Song enstand durch das Streicher Arrangement, das in seiner ursprünglichen Form mit Mellotron Sounds entstand die auf halber Geschwindigkeit abgespielt wurden.

Panic Waves
Vordergründig positiv und tanzbarer Song mit dance-artigem Gitarrenriff. Der Text handelt aber von Panikmache, Hetze und von Paranoia in den Medien und im Netz. Wir fanden die Idee lustig, dass so ein Song als Single im Radio oder auch wie letzte Woche im Früstücksfernsehen auf Sat1 läuft und wir somit diese Art der Medienkritik über die Massenmedien selbst transportieren können…

Joker
Frei erfundene Geschichte über einen Clown, der ironischerweise durch seine Inszenierung und durch sein Unvermögen, seine Geschichte hinter seiner Fassade zu verbergen zur tragischen Figur wird.

Tonight
Der komplette Song basiert auf dem 2 Stimmigen Gitarren-Arpeggio, das eigentlich aus einer Major-Arpeggio Übung enstand. Lustigerweise stimmen wir die Gitarren ja in offenen Tunings und fast bei jedem Songs anders, so dass bei den “normalen” Fingersätzen und Skalen die man auf normaler Gitarrenstimmung spielt, dann total komische Sachen mit unseren Stimmungen rauskommen…

Origin: Unknown
Auseinandersetzung mit dem Jahrtausend dauerndem Einfluss von Religion auf die gesellschaftliche Entwicklung und deren seltsamen Auswüchse. Grundidee für diesen Song wir die Pianomelo am Anfang und die Mantra artige Kinderliedmelodie in den Strophen, die von dem ultraverzerrten Bass getragen wird.

Walk On Broken Glass
Grundidee des Songs ist, dass man sich über stereotype,  Klischeehaften und Kasten-artigen Strukturen in einer restriktiven Welt hinwegsetzt.
Auch das ist wieder ein Song, der auf Grundlage eines Beats von Mo entstanden ist

The Ghost Of A Chance
Song über eine Schreibblockade und der Befreiungsschlag nach einer solchen.

… Like It Is
trippiger Song über eine verstrahlte Gesellschaft, die durch Pharmarückstände in Nahrungsmitteln und Trinkwasser in einem komatösen und paralysierten Zustand gehalten wird…

Golden Mean
Song über Höhen und Tiefen im Leben und über Hoffnung..eine kleine Ode an das Leben sozusagen…

Info: www.theintersphere.com