CADET CARTER: „In unseren Texten geht es oft darum, zu fliegen, ohne die Wurzeln zu verlieren“

CADET CARTER

Binnen weniger Wochen – seit ihrer Gründung im Frühsommer 2017 – haben sich die vier Wahl-Münchner mit ­ihrer Mischung aus 90s-College-Rock, Punk und einem Schuss Emo zum echten Geheimtipp gemausert. Cadet Carter flirtet mit den Sounds von Nada Surf, The Get Up Kids und Jimmy Eat World und übersetzt dies kurzerhand in zeitlosen Indie-Rock/-Punk im Hier und Jetzt. Am Freitag erscheint ihr Debütalbum via Uncle M. Wir haben Sänger und Gitarrist Nick Sauter einige Fragen geschickt.

Glückwunsch zum Release des gleichnamigen Debüts. Warum habt ihr das Album nach euch benannt?

Wir haben schon über verschiedene Titel nachgedacht, aber am Ende ist das Album als Ganzes eine Vorstellung der Band: So klingen wir, die Vision von Musik haben wir. Da war es nur logisch, den Bandnamen auch als Albumtitel zu verwenden.

Bei dem Bandnamen bleibt die Frage nicht aus: Wer ist dieser Kadett Carter, nach dem ihr euch benannt habt?

Haha, den gibt es nicht. Den Begriff Cadet kennen sicher viele aus dem Polizei- und Militärumfeld. Was viele aber nicht wissen, ist, dass die Bezeichnung in einigen Ecken der englischsprachigen Welt auch für Erstklässler steht. Das hat uns gefallen. Carter klang einfach cool dazu. So kam der Name zustande.

Ihr habt euch im Frühjahr 2017 gegründet und habt vorher schon in diversen Bands gespielt. Wie habt ihr letztendlich zusammen gefunden und euch auf die Musikrichtung Indie-Rock geeinigt?

Naja, geeinigt haben wir uns auf diesen Sound eigentlich gar nicht groß – das ist einfach der Sound, den wir machen, wenn wir vier gemeinsam Musik machen. Das war keine Willensentscheidung. Wir kennen uns alle schon aus unseren früheren Bands, sind uns immer wieder über den Weg gelaufen, manchmal auch, ohne es zu merken! Zusammengefunden haben wir aber erst Mitte des letzten Jahres. Was lange währt, wird endlich gut.

Ihr seid alles Wahl-Münchener. Ich gehe mal davon aus, dass ihr alle aus dem Umland kommt. Welchen Einfluss hatte eure Aufwachsen/Erwachsenwerden auf dem Land, auf die Musik und Texte, die ihr heute macht?

Ja, wir kommen tatsächlich alle aus dem Umland. Allerdings würde ich nicht sagen, dass es „das Land“ war, dass uns beim Aufwachsen geprägt hat – und auch nicht „die Stadt“. Sondern eher das Spannungsfeld, das entsteht, wenn man nahe einer Großstadt aufwächst. Das Ursprüngliche, dass in der Region gelebt wird, mit dem Anspruch einer Weltstadt, den München ja doch irgendwo für sich beansprucht. Das ist das Spannende, und das hat uns wahrscheinlich auch wesentlich geprägt. In unseren Texten geht es oft darum, zu fliegen, ohne die Wurzeln zu verlieren. Ich kann mir schon vorstellen, dass das mit dem Ort zu tun hat, an dem man aufgewachsen ist.

Im Pressetext werden Bands wie Nada Surf, The Get Up Kids und Jimmy Eat World genannt. Habt ihr noch weitere Inspirationen?

Die Bands, die hier genannt werden, sind allesamt Ikonen der späten 90er und frühen 00er-Jahre – also die Zeit, in der wir 13 oder 14 Jahre alte waren. Kein Wunder, dass uns diese Musik inspiriert hat. Aber auch neue Bands wie Deaf Havana, Neck Deep, Dangerous Summer oder Moose Blood haben großen Einfluss auf das, was wir tun.

Das Cover zeigt einen Basketballkorb, was hat es mit der Platte zu tun?

Zunächst mal spiele ich selbst ein bisschen Basketball und liebe den Sport 🙂 Aber uns hat an dem Foto die Stimmung gefallen, die Farbgebung, dieses melancholische, das dennoch Hoffnung ausstrahlt. Der Korb ist dabei gar nicht das wichtigste. Das Motiv zeigt Sport, also Aktivität, aber auch Natur, Ruhe, Nebel, Melancholie.

Hat das Album ein bestimmtes Konzept oder Leitmotiv? Soll der Hörer das Album als Ganzes ansehen oder jeden Song einzeln betrachten?

Ich denke, das kann jeder sehen, wie er möchte. Textlich gibt es aber schon wiederkehrende Themen auf dem Album. Das Neu-Anfangen, das Ändern-Wollen von Dingen, die nicht zu ändern sind.

Die ersten Veröffentlichungen waren Car Park Song und Loose End. Warum habt ihr euch dafür entschieden?

Car Park Song ist so ziemlich die Quintessenz unseres Sounds auf diesem Album, und wir hatten das Gefühl, dieser Song würde uns als Band am Besten „vorstellen“. Loose End war ein Song, der schon sehr früh auf Konzerten gut ankam und von Leuten gewünscht wurde. Da dachten wir uns, das wäre die ideale zweite Single.

Ihr geht im Februar zusammen mit City Kids Feel The Beat auf Tour. Was darf man erwarten und wie ist eure eigene Erwartungshaltung?

Wir möchten einfach unsere Musik den Leuten Live vorstellen – das ist für uns der Wesentliche Teil des Band-Seins. Ich kann dir nicht sagen, was wir konkret von der Tour erwarten, außer, dass wir uns wünschen, dass viele Leute kommen, um mit uns und den City Kids die Musik zu feiern, die wir lieben.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft mit Cadet Carter?

Kurz und knapp: Die Möglichkeit, noch mehr Menschen mit unserer Musik zu erreichen. Ehrliche und von Herzen kommende Musik bedeutet uns die Welt – und so geht es sicher auch noch vielen anderen.

Vielen Dank für das Interview. Die berühmten letzten Worte gehören euch…

1860 München steigt dieses Jahr auf. Ich sags immer wieder. Dritte Liga, wir kommen!

Info: www.cadetcarter.com

Tourdaten:
10.02. DE – Augsburg – Soho *
12.02. DE – Berlin – Toast Hawaii Bar *
13.02. DE – Hannover – Kulturpalast *
14.02. DE – Köln – Blue Shell *
15.02. DE – Hamburg – Pooca Bar *
* with City Kids Feel The Beat