FUNERAL FOR A FRIEND: Schni Schna Schnappi

(09.11.2008, Köln, Gloria) Konzerte an einem Sonntag- oder Montagabend sind aufgrund des zurückliegenden Wochenendes nicht immer so gut besucht, dass „Ausverkauft“ an der Kasse steht. Die allwöchentlichen Freitags- und Samstagspartys zollen ihren Tribut. Somit war das Gloria auch nicht ausverkauft, aber dennoch sehr gut besucht. Genau richtig, um einen schönen Konzertabend genießen zu dürfen.

Mit Cancer Bats eröffnete eine Band, die seit Monaten unentwegt auf Tour ist und mit ihrem aktuellen Album „Hail Destroyer“ eine wahre Kick-Ass Platte raus gebracht haben. Neben Benjamin Kowalewicz (Billy Talent) konnten sie Wade MacNeil (Alexisonfire)  und Tim McIlrath (Rise Against) als Gäste für ihr Album gewinnen. Da sieht man bereits, welchen Stellenwert diese Band bei Kollegen hat. Die Kanadier überzeugten gleich und ließen keine Kompromisse zu. Rotziger Hardcore mit Southern Rock Gitarren und einem Frontmann, der in die Vollen ging. Liam Cormier klettere über die Barriere und suchte den Kontakt zu den Jungs, die vor der Bühne abgingen. Cancer Bats gaben alles und das spürte das Publikum. Die Band hatte Spaß den Abend zu eröffnen und mit dem gleichnamigen Titeltrack „Hail Destroyer“ beendete das Quartett ihre super Einheiz-Show.

Die Waliser, die mit ihrem neuen Album „Memory and Humanity“ unterwegs waren durften sich aber dennoch über ein gut besuchtes Gloria freuen. Eigentlich war es genau richtig gefüllt und einem schönen Konzertabend stand nichts mehr im Wege. Die Waliser legten auch gleich mit dem neuen „Constant Illuminations“ los, um direkt im Anschluss mit dem Klassiker „Juneau“ noch einen draufzusetzen. Das Publikum vergaß die sonntägliche Müdigkeit und versetzte das Gloria in einen Hexenkessel. Keine Frage, die Jungs von FFAF verstehen ihr Handwerk. Gerade die beiden Gitarristen Kris Roberts und Darren Smith. Der eine druckvoll, der andere melodisch- zusammen unschlagbar. Bei dem super Sound, der im Gloria herrschte, konnte man alles, aber auch alles heraus hören. Dazu Sänger Matt Davies, der mit seiner Stimme das Publikum mitriss und sich als gut gelaunter Entertainer erwies. Matt scherzte immer wieder zwischen den Songs und gab seine Deutsch Fähigkeiten zum Besten. Er hatte sichtlich Spaß, seine Bandkollegen als Bohnenköpfe zu beschimpfen und fing plötzlich an zu singen:

„Schni Schna Schnappi. Ich bin Schnappi das kleine Krokodil“, und fragte, wo man dieses Krokodil finden würde. „In der Toilette“ rief ihm jemand aus der ersten Reihe entgegen. Bei so vielen Albernheiten, konnte Matt sich das Lachen auch während des nächsten Songs nicht verkneifen, was zu kleinen sympathischen Text auslassen führte. „Ich bin ein wenig betrunken von eurem Bier“, so Matt und forderte dann doch mal schnell ein Becks statt Heineken, bekam aber keins. Auf einige Zurufe, er solle Kölsch trinken winkte er grinsend ab: „Kölsch, nein Danke. Nicht so gut für meinen Bauch und Kopf“.

Alle großen Hits der Waliser wurden gespielt und ehe man sich versah kam das Ende immer näher. Das ausgerechnet mit „History“ und „Escape Artists Never Die“ das Konzert zu Ende ging, setze dem Ganzen noch die Krone auf. Perfekt!  Bis zum nächsten Mal.

Info: www.myspace.com/funeralforafriend

(Markus Tils)