MILLENCOLIN: Je älter, desto besser

MILLENCOLIN: Je älter, desto besser

(07.11.2008, Köln, E-Werk) Pünktlich sind sie ja, die Millencolin Fans. Die Reihe am Kölner E-Werk war zu Beginn deutlich länger als gegenüber am Palladium, wo Clueso sein ausverkauftes Konzert gab. 15 Jahre Millencolin! So lange ist es her, dass sich die vier Jungs in Örebro getroffen haben, um gemeinsam Musik zu machen. Was damals sicherlich niemand ahnte, dass sie es über die Jahre zu einer der einflussreichsten und wichtigsten Punkbands Europas geschafft haben und über die Jahre hinweg unzählige Jugendliche und Junggebliebene für sich gewinnen können. Schön, dass sie mal wieder offiziell in der Domstadt waren.

Zwischen der ersten Supportband, deren Namen es sich nicht lohnte zu merken und The Briggs lagen Welten. Die Jungs aus L.A wissen wie der Hase läuft und hatten mit ihren melodischen, fast schon hymnischen, Streetpunk das Publikum von Anfang an auf ihrer Seite. Die Auswahl der Setliste hat keine Wünsche offen gelassen. So wurden an diesem Abend alle drei bisherigen The Briggs Alben angespielt und „This Is L.A“ vom aktuellen Album „Come All You Madmen“ rundete den halbstündigen Gig ab. Die nachfolgenden „Zugabe“-Rufe zeigten, dass die Menge ihren Spaß an den Amis hatte.

Als Millencolin mit „Penguins and Polarbears“ starteten, gab es für die Meute kein halten mehr. Melodic Punkrock war angesagt. Die Band präsentierte sich fast einheitlich gekleidet: Mathias und Erik trugen ein schwarzes Shirt mit roten Balken und bei Nikola und Fredrik war die Farbkonstellation genau anderes rum. Schade, dass sie diese Shirts nicht an ihrem Merchstand anboten. Die wären sicherlich weg gegangen wie warme Semmel.

Mit „Machine 15“ und „Broken World“ folgten zwei Tracks aus dem aktuellem Album, welches seit April draußen ist. 15 Jahre Millencolin, da  hat sich einiges an großartigen Songs gesammelt, für die solch ein Abend eigentlich nicht ausreicht. Die Setliste wurde ein gelungener Mix aus neuen und alten Songs. Aber das Millencolin nicht den allerbesten Ruf als Liveband haben ist auch bekannt. Gerade dieses Manko machte sich vor allem auch am Anfang bemerkbar. Es haperte und das Quartett brauchte einige Songs, um so richtig auf Fahrt zu kommen.

Millencolin scherzten ordentlich auf der Bühne und haben von ihrem jugendlichen unverkommenden Charme an diesem Abend nichts verloren. Obwohl Drummer Frederik  wohl unter starkem Haarverlust leidet. Das Publikum war bestens gelaunt und Mathias prostete dem Publikum zu. Später entschuldigte er sich mit breitem Grinsen, dass er betrunken sei und nun doch einwenig Kopfschmerzen habe. Aber schließlich sei doch Freitagnacht und Partyzeit. Mit „Mr. Clean“  oder „Dance Craze“ bekam Köln zwei Songs aus „Same Old Tunes“ zu hören, dem Debüt der Schweden von 1994. „Ray”, „Man or Mouse”, „Bullion” und „Black Eye” wurden gespielt und abgefeiert. Nach etwas mehr als einer Stunde verließ das Quartett mit „No Cigar“ die Bühne, um mit vier Zugaben den Abend unter tosendem Applaus zu beenden. Auch wenn es zum Anfang einige Schwierigkeiten gab, haben Millencolin nicht enttäuscht, sondern eines ihrer besten Konzerte in Köln gegeben. Kein Wunder, dass später in der Bahn noch einige die letzte Nummer des Abends,  „Kemp“, im Ohr hatten.

Info: www.millencolin.com

(Markus Tils)