FIDGET: Last Show Ever

(30.01.09, Düsseldorf, Zakk) „Was hat es für einen verdammten Sinn, wenn von den Konzerten, die du im Jahr gespielt hast, drei richtig cool waren, n paar so lala und der Rest eigentlich komplett daneben?“ Es macht auf die Dauer keinen Spaß, in Gesichter zu blicken, die dich eigentlich nicht sehen wollen.“ Es waren ehrliche und verbitterte Worte, die Fidget im Oktober verbreiteten. Das Ende! Das Aus nach gut 10 Jahren, drei Alben und über 400 Shows.

Nicht nur die Düsseldorfer Szene, sondern die deutsche Rockszene gesamt, verliert nach Cho-Jin eine weitere Band, der so genanten Familie Ties, die in den letzten Jahren die Düsseldorfer Rockszene bestimmten und prägten. Somit luden Fidget zum Abschiedkonzert und alle kamen – wirklich alle. Neben den Auftritten von Cube Casino, My Terror und den gut aufgelegten Jungs von Pipelineclub war es vor allem der Auftritt von Cho-Jin, der von vielen heißungsvoll erwartet wurde.

Mit der einmaligen Reunion Show vereinten sich Cho-Jin nach zwei Jahren, um Fidget die letzte Ehre zu erweisen. Eine schöne Geste der Jungs. Vor allem Cho-Jin waren an diesem Abend überraschend gut. Zwei Jahre standen sie nicht auf der Bühne und dafür waren sie wirklich überzeugend. Die fehlende Praxis merkte man ihnen nicht an. Es hat Spaß gemacht, noch einmal „Spassmarkt“ live zu hören. „AM“, welches vom Publikum so tatkräftig mitgesunden wurde, dass selbst Sänger Mike etwas sprachlos war, darf als Highlight der Reunion Gigs in Erinnerung bleiben.  Schade, dass es nur 30 Minuten waren.

„It’s so fucking hard, to say goodbye“, so Sängerin Darline. Ja, es war Zeit, die letzte Show zu spielen. Man merkte es, dass für die einzelnen Fidgets sichtlich angespannt waren. Fidget bedienten sich aus ihrem ganzen Repertoire. Es ist schon Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet das Album „Ashes & Dust“ für einen Neuanfang stehen sollte und das Ende der Düsseldorfer einleitete. „Der einstige Stern am deutschen Crossover Himmel“, (Zillo Magazin) schien verglüht. Dennoch, an diesem Abend war alles vergessen. Feiern war angesagt. Die Bühne im Zakk wurde von etlichen Stage-Diver erobert. Jeder durfte Mal ran und sich dabei in Erinnerungen schwelgen. Fidget selbst spielten sogar einen Song, der aus der Gründerzeit um 1999 stammte. Mit einem Augenzwinkern muss man hier sagen, dass es grausig war. 😉 Aber das machte ja nix. Je länger der Abend dauerte, umso älter die Songs, umso ausgelassener die Stimmung. Gerade bei den Songs der „Dixon EP“ und „Celebrate Another Day Living“ war die Stimmung am Siedepunkt. Unterstützt von den Mitgliedern der anderen Bands ging es dann auf die Zielgrade. Es war bestimmt das längste Konzert, welches Fidget gespielt haben. Nach fast 2 Stunden war dann gegen 1 Uhr der letzte Vorhang für die Düsseldorfer gefallen.

Schön, wie auch wehmutig war es. Fidget haben es noch einmal allen gezeigt und werden uns in Erinnerung bleiben als eine Band, die mit gehobenem Haupt abgetreten ist. Respekt. Danke für die letzten Jahre!

Info: www.myspace.com/fidgetgermany

(Markus Tils)