BLOC PARTY: Intimität in der Menge

(17.02.2009, Köln, Palladium) Der Unterschied zwischen ausverkauft und ausverkauft konnte dieser Tage im Kölner Palladium erlebt werden. Rise Against, MIA und Bloc Party waren allesamt restlos ausverkauft. Jedoch hatte man bei Bloc Party das Gefühl, dass es voller war als voll. Alleine die draußen liegende „Raucherecke“ platzte aus allen Nähten, so dass das Foyer in einem dichten Zigarettendunst lag.

Kurz nach 21 Uhr ging es los: Eine der gefragtesten Bands der Insel betrat die Bühne des Palladiums und legte mit „One Month Off“, „Trojan Horse“ und „Positive Tension“ gleich richtig los. Für die vorderen Reihen gab es kein Halten mehr und somit hatten diejenigen Pech, die ganz vorne am Gitter standen. Ellenbogen raus und durch! Es wurde geschoben und gedrückt und jeder versuchte seine „Lieblingsband“ im Überlebenskampf abzufeiern. Gründe um Bloc Party abzufeiern gab es schließlich genügend. Mit ihrem aktuellen Album „Intimacy“ haben Bloc Party ein weiteres Hammer-Album auf den Markt geworfen, was nahtlos an die beiden Vorgängeralben „Silent Alarm“ und „A Weekend In The City“ anschließt. Bahn frei für den Bloc Party-Express, konnte es in Köln nur heißen.

Britische Bands wirken immer etwas abwesend und unantastbar auf der Bühne. Gerade das vermittelten an diesem Abend Gitarrist Russel Lissack und Bassist Gordon Moakes gekonnt. Aber zum Glück hatten Bloc Party mit Kele Okereke einen Frontmann, der dann doch nicht so typisch „britisch“ ist und zwischen Band und Publikum agierte. Die Setlist bestand aus einem Best Of von Bloc Party, die bei der musikalischen Darbietung auf jeglichen Schnickschnack verzichteten. Kraft- und emotionsvoll wurden dabei überwiegend Singleauskopplungen (z.B. „Talons“, „Banquet“ und „Mercury“) gespielt und kein Wunsch blieb an diesem wohlwollenden Konzertabend unerfüllt.

Nach der Single „The Prayer“ verließ die Band die Bühne. Der erste Teil ihres Sets war beendet und der Applaus stieg in die Höhe. Mit „Ion Square“ stand das Quartett sofort wieder auf der Bühne und es konnte auf die Zielgerade eingebogen werde: „Talons“, „Flux“ und ein explosives „Helicopter“ folgten. Jetzt zum Endspurt! Nach einer weiteren kleinen Pause sollte es zwei weitere Möglichkeiten geben abzufeiern. Mit „Ares“ und „Like Eating Glass“ wurde der Abend schließlich beendet und ein völlig ausgepowertes und glückliches Publikum in die kalte Nacht entlassen. An diesem Auftritt gab’s nichts zu meckern.

Info: www.myspace.com/blocparty

(Markus Tils)