ILL NINO, EXILIA, GOD FORBID: In Hochform

(28.02.2009, Hamburg, Knust) Die letzten Jahre war es eher ruhig um Ill Nino in deutschen Gefilden.  Es gab hier und da Festivalauftritte und letztes Jahr eine kleine Promotour für ihr neues Meisterwerk „Enigma“. Nun geht es wieder auf eine ausgedehnte Europatour. Das ganze natürlich nicht allein. Auf große Tour gehen Exilia aus Italien, die ja vor kurzem erst ihre Recordings mit Diego von Ill Nino absolviert haben, God Forbid, mit den beiden Afrobandmitgliedern, die auch schon mit Größen wie Machine Head oder Trivium unterwegs waren …naja und dann halt Ill Nino, die ja ohnehin eine nette bunte Mischung vereinen.

Dieses ganze Gepäck packt man auf ein Konzert zusammen! Alle Achtung, was da für eine Mischung bei rauskommt! Italienpower meets Trash meets Latinmetalrythms oder so…jedenfalls war irgendwie klar, dass es sehr schweisstreibend werden wird. Am Knust angekommen staute es sich auch schon an der Garderobe. Man fragt sich in solchen Situationen immer: „Mein Gott, wo sollen die ganzen Leute hingestopft werden?“, aber komischerweise funktionierts.

Den Anfang machte Energiebündel Masha mit ihren Jungs von Exilia. Mit brauneren Haaren und weniger Dreads als sonst gewohnt, lieferten sie eine Powershow ab und animierten die Fans zum Hüpfen und Springen. Ihr Baby „Stop Playing God“ kam genauso gut an, wie neues Material. Daumen hoch dafür!

Als nächstes kamen God Forbid an die Reihe. Ich selber bin nicht wirklich Fan von ihnen, aber Fans waren durchaus da und so herrschte ein buntes Treiben sowohl vor, als auch auf der Bühne.
Mit teils derbem Thrash und dann wieder hochmodernen Parts rockten sie sich durch ihr Set. Natürlich fehlte auch „Judge the Blood“ nicht – ein „Hardcore“ – Statement aus früheren Zeiten.
Für eingefleischte Metaller sind God Forbid sicher ein Augen- und Ohrenschmaus.

Nun folgte die wohl längste Umbauphase des Abends, denn wie bekannt, spielen Ill Nino mit zwei Drumsets.Als aber jedoch die ersten Töne des Intros erklangen kochte die Halle schon bereits. Als man dann noch  Cristian „Hallo Deutschland“ sagen hörte,  verwandelten sich die ersten Reihen schon in einen derben Pit. Stillstehen konnte niemand. Ill Nino verstehen es, Publikum in ihren Bann zu ziehen. Dem Groove der Musik konnte sich schlicht niemand entziehen, dafür waren ILL NINO zu tight und die Songauswahl zu gut. Es wurde aber auch alles gespielt, was sich das kleine Ill Nino Herz wünscht. Der Smasher „God save us“, „How can I live!“, „What comes around“, „Arrastra“  und und und…sozusagen eine kleine Reise durch die Bandgeschichte. Cristian Machado wirkte sehr fröhlich und machte viele Scherze mit –  und mit dem Publikum. Auch als Lost and Found Büro machte er sich gut, als ein Schlüsselbund aus der Menge auf der Bühne landete. Und auch als ihn irgendwie ein Fuss in seine untere „Gegend“ traf, verschmerzte er es mit Humor.

Leider musste das Konzert um 23:00 Uhr zu Ende sein. Ziemlich schade, aber dennoch, die Fans dankten es der Band mit viel Schweiss und Applaus. Die Band mit vielen Danksagungen. Alles in einem ein gelungenes Konzert – und für mich sind Ill Nino nun definitiv in Hochform zurück!

Info: www.myspace.com/illnino

(Christine Ahlers)