LADYHAWKE: Anders als erwartet

(10.02.2009, Köln, Werkstatt) Phillipa Brown, alias Ladyhawke ist ein aufstrebender Stern in der Indie- geprägten Popmusik. Mit ihrer aktuellen Single „Back In the Van“ rotiert sie momentan auf den hiesigen Radiostationen des Landes. Es verwunderte also nicht, dass zu ihrem ersten Konzert in Köln der Zuspruch sehr hoch war.

Ladyhawke eröffnete den Abend mit „Professional Suicide“. Sie wirkte schon etwas Steif, versteckte sich unter ihren herunterhängenden blonden Haaren und scheute gezielte Blicke ins Publikum. Man muss wissen, dass die gebürtige Neuseeländerin am Asperger-Syndrom erkrankt ist, eine Form von Autismus. Denn wer an dieser Stelle eine fröhliche, animierende und zu allen Schandtaten bereite Musikerin erwartet hatte, wurde schwer enttäuscht. Man sah es vereinzelt an den Gesichtern der Zuschauer, dass man doch was anderes erwartet hatte. Ladyhawke wirkte mit ihren 27 Jahren wie eine alte zerbrechliche Frau. Leicht gekrümmt und mit der Gitarre um die Schulter stand sie ausschließlich in dieser Haltung während des kompletten Gigs. Extrem strange, der junge Herr, der im Publikum genau vor Ladyhawke stand. Der Typ konnte einem Angst machen, da er sich während des ganzen Konzertes kein bisschen bewegte und völlig regungslos und apathisch zuschaute. Alles schon sehr komisch…

Drumherum ließen es sich die Mädels nicht nehmen tatkräftig mitzusingen und zu tanzen. Wenn schon nicht auf der Bühne, dann zumindest im Publikum – gerade bei den Tracks „Dusk Till Dawn“ oder dem großartigem „Magic“. Bei „Back In The Van“ und „Paris Is Burning“ war der eingespielte Bass-Beat viel zu laut gegenüber den anderen Instrumenten und zermatschte die beiden Tracks völlig. Das war keine Freude, sich das anzuhören. Ausgerechnet bei den bekanntesten Hits war der Sound kacke. Bei aller Liebe zu den Tracks und der Platte von Ladyhawke, dass Konzert war letztendlich eine langweilige Angelegenheit. Verpasst hat man nicht wirklich viel. Schade.

Info: www.myspace.com/ladyhawkerock

(Markus Tils)