RISE AGAINST: Ein bisschen Revoluzzer-Feeling

(09.02.2009, Köln, Palladium) Rise Against scheinen am Punkrock-Olymp angekommen zu sein. Nicht nur, dass ihr  aktuelles Album „Appeal To Reason“ ein riesiger Erfolg ist. Nein, auch die aktuelle Tour war bereits im Vorfeld komplett ausverkauft. Insgesamt 27.000 Tickets gingen über die Ladentheke. Vielerorts verlegte man noch schnell in eine größere Location, so wie hier in Köln.

AUSVERKAUFT hängte überall am Eingang des Palladiums. Drinnen standen schon die Österreicher Rentokill auf der Bühne und präsentierten ihr aktuelles Album „AntiChorus“. Mit melodischem Punkrock trafen die Wiener den Geschmack des Publikums und konnten diese in Stimmung bringen. Für viele eine echte Perle im Tourpacket waren Strike Anywhere. Die Band aus Richmond, Virginia, mit ihrem hyperaktiven Frontmann Thomas Barnett, dreschte mit „Laughter In A Police State“ und „Change Is A Sound“ ihre Hits nieder. Doch Strike Anywhere sind halt nicht so eingängig wie Rentokill. Dementsprechend waren die Reaktionen doch überraschend schwach und auch nur richtig vereinzelt euphorisch. Und als ob jemand auf den Lichtschalter gedrückt hatte ging aus dem Nichts das Licht an, der Ton aus und Strike Anywhere waren von der Bühne. Ein etwas komisch wirkender Abgang. Aber immerhin: 45 Minuten Strike Anywhere waren schon was Feines.

Egal, denn nun wurde es Zeit für den Headliner des Abends. Eine politische Rede als Intro und „Drones“ eröffneten eine gewaltige Show. Im Lichte einer bombastischen Lichtanlage erstrahlte Frontmann Tim McIlrath und wirbelte über die Bühne. Die Hymne „Give It All“ und „State of The Union“ wurden gleicher hinterher geschoben. Das Publikum ging gut ab und lag bei solch einem Start der Band zu Füßen. Erst zu „Ready To Fall“ griff McIlrath zu Gitarre. In dieser Position kennt man ihn bereits aus früheren Tourneen.  Er fragte auch im Laufe des Abends danach, wer die Band in der Vergangenheit schon mal gesehen habe. Bei der Tour mit Mad Caddies und Lawrence Arms hoben nur noch wenige die Hand, die lachend ein „LIAR“ von Tim McIlrath als Antwort bekamen. Das war 2003. Aber die ersten Shows in Deutschland spielten Rise Against 2002 als Support von Sick Of It All. (Ja, damals…ich war dabei – Anmerk. des Verfassers) Danach folgte mit „Re-Education“ der erste Song vom aktuellen Album „Appeal To Reason“. Zu „Chamber The Cartridge“ wird die Faust in die Luft gestreckt. Rise- Rise-Rise fordert Tim McIlrath und das Publikum skandiert im Takt. Ein bisschen Revoluzzer-Feeling muss ja sein. Etwas enttäuscht durften Fans der ersten Stunde gewesen sein. Von „The Unraveling“ gab es keinen einzigen Song und von „Revolutions per Minute“ gab es nur „Like The Angel“ und „Heaven Knows“ zu hören.

Nach 45 Minuten und  „The Good Left Undone“ gingen Rise Against von der Bühne, um den Zugabenteil balladesk mit dem Anti-Krieg Song „Hero Of War“ und „Swing Life Away“ zu beginnen. Die Feuerzeuge wurden hochgehalten und auch die nervigen Handy-Hobby-Filmer leuchteten im Publikum. Wer es  schaffte im Gedränge seine Freundin auf die Schulter zu heben machte dies natürlich auch. Punkrock kann auch Sentimental sein. Mit „Audience Of One“ erklang die neue Single bevor der Abend mit „Prayer of The Refugees“ beendet wurde.

Info: www.riseagainst.com

Setliste:

1. Drones,
2. Give It All,
3. State Of The Union,
4. Ready To Fall,
5. Re-Education (Through Labor),
6. Chamber The Cartridge,
7. Stained Glass And Marble,
8. Behind Closed Doors,
9. Like The Angel,
10. Collapse (Post-Amerika),
11. Heaven Knows,
12. Long Forgotten Sons,
13. The Good Left Undone,

14. Hero Of War,
15. Swing Life Away,
16. Audience Of One,
17. Prayer Of The Refugee

(Markus Tils)