SOULFLY: Back To Primitives

(29.01.2009, Köln, Live Music Hall) Wer hätte mal gedacht, dass Soulfly generationenübergreifend die Live Music Hall füllen würden? Jung und Alt verbündete an diesem Abend die Liebe zur harten Musik, die scheinbar ein Allheilmittel gegen das Altern ist – oder die Jüngeren zu harten Männern macht. Soulfly machten Halt in Köln und hatten neben all ihren Hits vor allem das sechste und zugleich neue Album „Conquer“ im Gepäck.

Doch bevor die Band um Groß- und Altmeister Max Cavalera die Bühne betrat, gab es aus der Wahlheimat eine junge aufstrebende Band. Incite aus Arizonaer schmetterten eine ordentliche Portion Trash-Metal hin. Was viele sicher nicht wussten: Incites Sänger heißt Richie Cavalera. Cavalera, werden sich jetzt viele fragen?!? Richtig. Der älteste Sprössling von Max Cavalera gab mit seiner Combo ordentlich Gas. Jung und Alt, nicht nur im Publikum vereint, sondern auch auf der Bühne. Passend zur Musik zog der Sprössling böse die Mundwinkel nach unten. Das sah irgendwie lustig aus, weil er doch recht milchbubig aussah. Incite konnten überzeugen und stimmten das Publikum gut auf „Papa“-Soulfly ein.

Nach einer recht langen Umbaupause durfte es dann auch endlich losgehen. Max Cavalera stürmte vermummt mit Maske und Kapuzen-Pulli die Bühne. „Blood Fire War Hate“ sein Credo. Mehr brauchte es nicht, um die Masse in Bewegung zu setzen. Doch es wurde ihm ziemlich schnell warm unter dem Ding und fürs Gitarrespielen war die Maske etwas unpraktisch. Cavalera ist kein Mann der großen Worte und zusammen mit seinen Mitstreiter ließ er die Musik für sich sprechen. Dementsprechend droschen die Songs nacheinander auf die Massen ein. Der Sound wummte ordentlich in der Magengrube. Die treibenden Beats und das manifeste Gitarrenspiel von Marc Rizzo überzeugten auf den Punkt. Dazu die Phasen, wo die Folkloreelemente kurz zum Luft holen Zeit ließen, um es später wieder ordentlich Krachen zu lassen. „Back To Primitives – Fuck all your politics“ grölte es aus den Kehlen. Das Publikum war textsicher und feierte sich selbst und jeden einzelnen Song von Soulfly.

Zufriedene Gesichter wohin man schaute. Eine Mischung aus Schweiß und Zigarettendunst schwebte überm Publikum. Hinten ging es etwas „ruhiger“ zu. Die Kopfnicker- Abteilung war aber dennoch schwer aktiv und zufrieden. Soulfly ließen bei ihrem Gastspiel keine Wünsche offen. Einer aus dem Publikum durfte bei der Percussion-Einlage neben Cavalera die Trommel rhythmisch (naja, mehr oder weniger) schlagen und freute sich wie ein Hönigkuchenpferd. Als Zugabe noch mal ein Sahnehäubchen oben drauf. Aus allen Kehlen grölte in tiefes „Roots Bloody Roots“, bevor mit „Eye For An Eye“ und nach 90 Minuten der Abend grandios zu Ende ging. Soulfly funktionieren auch noch mit ihrem sechsten Album, von Abnutzung keine Spur. Das spricht für die Qualität dieser Band, die sie live erneut unter Beweis gestellt hatte.

Info: www.myspace.com/soulfly

(Markus Tils)