SELIG: Fulminant

(23.03.2009, Köln, Live Music Hall) Ausverkauft – das seit Wochen! Fünf Konzerte waren als Club-Tour angesetzt und allesamt ausverkauft. 10 Jahre nach ihrer Trennung waren Selig, einer der wichtigsten deutschsprachigen Rockbands der neunziger Jahre, zurück.

Eine Vorband gab es an diesem Abend nicht. Pünktlich nach der Tagesschau, bzw. viertel nach Acht starteten Selig ihr Best-Of Programm und sollten an diesem Abend keine Wünsche offen lassen. „Hallo Köln“ rief Sänger Jan Plewka einige Male dem Publikum entgegen und sang „Ist es wichtig?“ hinterher. Selig waren nun endgültig zurück. „Sie hat geschrien“ und „Hey, Hey, Hey“ folgten. Selig sprudelten vor Spielfreude. Keyboarder Malte Neumann war des öfteren tanzend mit Tamburin am Bühnenrand zu sehen als hinter seinem eigentlichen Instrument. Sänger Jan Plewka genoss es förmlich wieder im Mittelpunkt zu stehen und tanzte sich einen Wolf ab. Gerade dann, wenn Gitarist Christian Neander die Psychedelic-Riffs rausholte hätte man meinen können, dass Plewka auf einem musikalischen LSD-Trip gewesen wäre. Passend der Track  „High“. Es dauert eine Dreiviertelstunde bis mit „Ich fall in deine Arme“ der erste Song des neuen Albums „Und Endlich Unendlich“ gespielt wurde. Zwar sang nicht jeder mit, doch wurde auch dieser Song gefeiert. Bei der aktuellen Comeback Single „Schau Schau“ konnten dann auch wieder alle so richtig rocken. Die Radiorotation zeigte ihre Wirkung. Passend zum Abschluss des Hauptprogramms „Wir werden uns wieder sehen“. Selig hielten Wort und „Wenn Ich wollte“ leitete den ersten Zugabeteil des Abends ein. „Die Besten“ und „Popstar“ ließen noch einmal alle Comeback-Zweifler verstummen. Noch einmal gingen Stoppel, Malte Neumann, Leo Schmidthals, Christian Neander und Jan Plewka von der Bühne, um gleich wieder kehrt zu machen. „Die alte Zeit zurück“ leiteten das Ende ein. Ein Song fehlte noch: „Ohne Dich“ – die wohl beständigste deutschsprachige Ballade. Jan Plewka brauchte kein Wort zu singen. Die 1500 Kehlen sangen jedes einzelne Wort mit. 5 Minuten Gänsehaut pur. Ein fulminantes Comeback.

Info: www.selig.eu

(Markus Tils)