GIVE IT A NAME: Viele Bands, kurze Spielzeit, mieser Sound

(11.04.2009, Köln, E-Werk) Ob Give It A Name oder Taste Of Chaos. Das Prinzip ist bei beiden gleich. Bands aus dem Hard-, Emo- und weichten MetalCore werden auf Tour geschickt und werden als Package der Zielgruppe entsprechend präsentiert. Nach dem Flop der Give It A Name Tour 2007 in Köln, wo damals gerade einmal 600 Leute sich im 4000 Mann fassenden Palladium einfanden, wurde im Jahr 2008 Köln erst einmal gemieden. Und wenn man ehrlich ist, hat man weder die Give It A Name oder Taste Of Chaos Tour hier vermisst. 2009 wagte man wieder in Köln aufzulaufen. Mit der Location fing man klein an und buchte zuerst die Live Music Hall,  konnte aber Wochen zuvor ein Update ins größere E-Werk verbuchen,  welches auch bis auf den letzten Platz ausverkauft war.

Anstatt den ganzen Tag im E-Werk zu verbringen, war man erst bei Maroon live dabei. Die Vegan-Straight-Edger präsentierten ihr neues Album „Order“ und heizten ordentlich ein. Sicherlich war Maroon für den großteils des Publikums zu hart, was sich darin bemerkbar machte, dass die Halle nicht voll war und viele sich draußen vor dem Gebäude aufhielten und die letzten Sonnenstrahlen genossen.

Escape The Fate folgten und somit auch richtig großes Teenie-Geschrei. Unverständlich, sind die Jungs doch ziemlich das hässlichste, was die Szene zu bieten hat. (kein Scherz) Nichtsdestotrotz waren es gerade die weiblichen Teenager, die jede Textpassage auf den Lippen hatten. ETF posteten ordentlich. Gitarrist Bryan „Monte“ Money machte einen auf KISS und spielte mit seiner Zunge. Wer  genau hin sah, der durfte hinter der Abtrennwand, neben dem Schlagzeuger einen weiteren Gitaristen entdeckt haben! Ja, wie? Was sollte denn das? Vorne wurde gepost und von hinten kam die Musik? Auch wenn es nur ein Gitarrist war, der im Hintergrund mitspielte, klang es doch nach Mogelpackung. Daumen runter für Escape The Fate!

Emery waren zum ersten Mal in Deutschland und entsprechend groß war die Freude. Die Band aus South Carolina spielte ein abwechslungsreiches Programm und ließ kein Album aus. Sänger Toby Morrell und Bassist Devin Shelton tauschten des Öfteren die Rollen und Keyboarder Josh war eine Welt für sich. Völlig überdreht wirbelte er über die Bühne und scheute nicht den Kontakt zum Publikum. Wie bei den Bands zuvor war der Sound sehr schlecht. Teils zu laut und nicht abgestimmt kam er aus den Boxen.

Deshalb konnten Thursday einen schon etwas Leid tun. Da Thursday bekanntermaßen seltene Gäste in Europa sind, war die Erwartungshaltung sehr hoch. Bassist Tim Payle war nicht dabei und wurde durch den Glassjaw Bassisten Manuel Carrero ebenbürtig ersetzt. Thursday spielten alles Vorherige in Grund und Boden. Sänger Geoff Rickly ganz stark. Politische Ansagen und Erklärungen zu den Songs, machten die Songs auch für den letzten verständlich. Stärkste Band des Abends!

Die längste Umbaupause beanspruchten Underoath. Doch als die Band begann, schien nix zu funktionieren. Pech für die Christen-Coreler, der Göttliche Beistand galt zu Ostern wohl jemand anders. Sänger Spencer konnte man überhaupt nicht verstehen und die Forderung nach einer lauteren Monitorbox blieb auch erfolglos. Erst nach zweimaligem Mikrowechsel verstand man ein bisschen mehr. Der Sound war extrem Miserabel, einfach Katastrophal. Da nutzten auch die Hits nichts mehr.

Bei Taking Back Sunday war es spät. Für viele schon zu spät. Der x-Core Marathon war nicht ohne. Müde und verschwitzte Gesichter wohin man schaute. Taking Back Sunday zogen die Zügel an, denn man mussten rechtzeitig im Bus in Richtung München sein. Sänger Adam schleuderte dabei gewohnt das Mikro und schaffte es dabei erneut niemanden zu verletzen. Das Set bestand größtenteils aus alten Klassikern und drei Stücken vom neuen Album „New Again“. Nach einer Dreiviertelstunde hatten TBS einsehen und beendeten den Abend mit  „Makedamnsure“

Letztendlich bleibt nur zu hoffen, dass die Bands auch mal als alleiniger Headliner nach Europa kommen und nicht nur ständig unter irgendwelchen Give It A Taste Of Chaos Flaggen. Solche Veranstaltungen sind doch Fast-Food und auf Dauer nicht das, was man eigentlich von „seiner“ Band will.

(Markus Tils)