GREEN DAY: 1LIVE Radiokonzert

(09.05.2009, Köln, E-Werk) Erst die Pflicht, dann die Kür. Für beides die höchste Punktzahl. Was Green Day an diesem Samstagabend abzogen, war erste Sahne. Eine Woche vor dem offiziellen erscheinen des neunten Green Day Albums „21st Century Breakdown“ gab das Trio ein exklusives 1LIVE Radiokonzert. Neben den glücklichen Gewinnern der Tickets, Label-Menschen und Presse-Nasen tummelten viele nationale Musiker und Pseudo-Promis unterm Publikum. Gesichtet wurden u.a die Donots, Mitglieder von Fire In The Attic, Bernd von den Beatsteaks, Kuddel von den Toten Hosen und der ewig und erneut dicker gewordene Showpraktikant Elton. Keiner wollte sich in diesem Rahmen Green Day entgehen lassen.

Um 21.15 Uhr betraten Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt, und Tré Cool zusammen mit drei weiteren Musikern die Bühne (darunter Jason White und Jason Freese, der kleine Bruder von Starschlagzeuger Josh Freese). Mit „21st Century Breakdown“ wurde der Abend eröffnete und die Party konnte beginnen. Der Stimmung tat’s keinen Abbruch, dass bis auf die Single „Know Your Enemy“, alle Songs dem Publikum fremd waren. Billy mimte den Entertainer, forderte mit „Hey-Ho“ Rufen das Publikum zu munterem Nachsingen auf und heizte die Stimmung an. Man merkte es den Jungs auf der Bühne an, dass sie es genossen solch ein intimes Konzert zu geben, bevor man im Oktober die riesigen Hallen des Landes füllt.

Nach 50 Minuten war die Pflicht erfüllt und Green Day gingen nach einer kurzen Pause zur Kür über. Mit „American Idiot“ sollte der Best-Of-Part starten. Für das Publikum gab es kein Halten mehr und die Crowdsurfer wurden deutlich mehr. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt und Billie holte nacheinander zwei Leute auf die Bühne, die ein Stückchen mitsingen durften. Einer der beiden war so gut, dass der Green-Day-Frontmann sein Mikro zurück forderte und mit einer Geste deutlich machte, wer hier der Boss sei. Die anschließende zweite Strophe verkackte Billie Joe Armstrong lachend. Wer hätte auch gedacht, dass jemand aus dem Publikum so überzeugend sein kann?

„Longview“, „She“ „Warning“ und natürlich „Basket Case“ schreddete die Band in Bestform einem entgegen. Ein weiblicher Fan ließ sich vor Begeisterung auf die Schulter ihres Freundes hieven und konnte nicht anders als der Band ihre blanken Brüste entgegen zu strecken. Rock’n’Roll halt. „King For A Day“ und zum Abschluss „Minority“ sollten nach 45 Minuten die Kür das insgesamt knapp 100-minütige Radiokonzert beenden. Super Musik, super Stimmung, einfach ein gelungener Samstagabend. Besser geht’s nichts.

Info: www.greenday.com

(Markus Tils)