THE TING TINGS: Get The Party Started!

(04.05.09, Düsseldorf, Stahlwerk) Was will man machen? Eigentlich sollte man das Stahlwerk für Konzerte meiden. Nicht, weil das Stahlwerk in Düsseldorf liegt, vielmehr, weil der Sound in dieser Halle einfach das Geld nicht wert ist und sich jedes Mal darüber ärgert. Aber wenn der angesagteste Acts im Pop-Business gerade dort gastierte, blieb einem nichts anderes übrig als die bekannte Ausnahme zu machen.

Wie immer beim Eintritt ins Stahlwerk kam einem der Pizzageruch der eigenen Pizzabude entgegen. Die Luft war stickig und ob im Vorraum – wo es bestimmt erlaubt war – wie auch im Konzertsaal wurde das Raucherschutzgesetzt mit Füssen getreten. Gerade im Konzertsaal war es kein Vergnügen, da von einer Lüftung auch nichts zu spüren war. Völlig unter, mit zu leisem Sound – alles andere wäre eine positive Überraschung gewesen – ging die Vorband DKDENT. Dementsprechend nicht der Rede wert.

Schon verwunderlich, wie viele Instrumente in der Umbaupause aufgestellt wurde. Dabei bestehen The Ting Tings doch nur aus Katie White und Jules De Martino, der sich zu Beginn des Konzertes erst am Keyboard und danach am Schlagzeug wieder fand. Mit dem Fuss gab er den Takt an und mit den Händen zupfte er den Bass, bis unter großen Jubel seine Partnerin die Bühne betrat. Erfreulich war, dass The Ting Tings deutlich lauter waren als ihr Support, doch an der Qualität des Sounds konnten sie auch nichts ändern. Ungetrübt dessen, begann die einstündige Party- Session. Dabei entpuppte sich die zierliche Sängerin als Rampensau, die das Publikum gleich von Anfang an auf Party-Stimmung trimmte. Hibbelig tobte sie über die Bühne und machte ihrem Riot-Girl-Image alle Ehre. Schon erstaunlich, wie es The Ting Tings schafften mit wenigen Mitteln einem Mix aus simplen Beats und zackigen Gitarren-Riffs zu kreieren und damit einer der angesagteste Indie-Disco Acts zu werden.

Dabei zogen The Ting Tings alle Register die ihr Album „zu bieten hat. Ob „Great DJ, dem gleichnachmigen Titeltrack „We Started Nothing“ oder den momentanen Ober-Hit „Shut Up And Let Me Go“. Der Song war es dann auch, der die Band erstmalig von der Bühne holte. Im umjubelten Zugabenteil gab dann noch „That’s Not My Name“ und die Party neigte sich dem Ende. The Ting Tings bewiesen an diesem Abend, dass der Hype um sie nicht unbegründet ist und man auch zu zweit ordentlich die Party fetzen kann.

Info: www.myspace.com/thetingtings

(Markus Tils)