DINOSAUR JR: Freude aufs Gesicht gezaubert

(16.06.2009, Schorndorf, Manufaktur) Vor den Türen der Manufaktur stehen eine ganze Menge cooler Leute. Die Art cooler Leute, die man in diesen amerikanischen Indepenten-Filmen immer am Besten findet. Diese lockeren Rocker-Typen. Nicht die Rockertypen, die richtig wild und/oder nach Heavy Metal aussehen. Sondern die echt coolen Kerle zwischen 0-8-15-Normalo-Kerl und dem harten Rocker. Der Grund: Dinosaur Jr. Live. Ob Jung oder Alt, alle verband an diesem Abend die Musik von Dinosaur. Jr. Ein sehr schönes Gefühl, wenn man mal wieder vor Augen geführt bekommt, wie Musik Menschen des verschiedensten Alters zusammenbringen kann.

Kitty Empire aus Augsburg stehen pünktlich um 21 Uhr auf der Bühne und präsentierne ihre experimentelle Rockmusik die das Publikum gut auf die kommende große Sache an, die auf sie zukommen sollte formerly known as der Hauptakt einstimmt. Eine knappe halbe Stunde dauert der Support bevor die Stage-Crew damit beschäftigt ist, dass Equipment umzuräumen. In dieser Zeit füllt sich mit einem ungeheueren Tempo die Manufaktur. Die Setliste, die die Crew auf den Boden der Bühne klebt besteht aus gut vier bedruckten Blättern auf welche mit ECHT riesiger Schrift die einzelnen Lieder aufgelistet waren. Witzig, aber wohl notwendig

Dann fingen Dinosaur. Jr. auch schon an. Nach kurzen Änderungen am Sound wurde dann auch schon richtig losgerockt. Alle fingen an zur Musik zu wippen, mit zu singen und man merkte, dass eine ungeheure Freude und auch Leidenschaft im Raum war. J. Mascis stand da und zog sein Ding durch, dafür machte Lou Barlow zwischendurch mal ein wenig Stimmung mit seinen Ansagen. Er gab zum Besten, was er bereits in Deutschland gelernt hatte: die Wochentage. Etwas durcheinander führte er dem gut gelaunten Publikum vor, wie schön er alle sieben auswendig aufsagen konnte. Das hat Eindruck gemacht! Auch nicht schlecht fand man es, dass er sich nach dem zweiten Lied die Schuhe ausgezogen hat. Das ist doch wohl ein Zeichen dafür, dass man sich wohl fühlt, quasi wie Zuhause!

Der Höhepunkt des Abends war ganz klar „Feel The Pain“. Als J. Mascis zu dem Lied ansetzte und die Masse erkannte, dass dieses Lied nun gespielt werden sollte, ging ein derartiges Jubeln durch die Masse, welches man sonst wahrscheinlich nur auf Teenie-Konzerten vermutet -oder zumindest so ähnlich. Von allen Seiten wurde mitgesungen und selbst für Luftgitarren-Einlagen schrecken einige weiblichen Fans nicht zurück und werfen ihre Mähne eindrucksvoll durch die Luft. Während auf der Bühne zu einem der letzten Songs angestimmt wird, sieht man die unterschiedlichsten Gesichter um sich herum, die alle eins gemeinsam haben: das Lächeln, und die Freude, die durch dieses Dinosaur Jr. Konzert auf ihr Gesicht gezaubert wurde.

Info: www.dinosaurjr.com

(Nicole Malik)