BOOTBOOHOOK FESTIVAL 2009

(22.-22.08.2009, Hannover) „Ihr seid verrückt, das wird nie was“ oder auch: „Schnapsidee.“ Diese oder ähnliche Aussagen mussten sich die Veranstalter des BootBooHook Festivals anhören. Doch das war ihnen egal. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine kleine (Test)Version des Festivals, schon damals mit großem Erfolg. So verwunderte es wohl nicht, dass man das ganze ausbauen und Hannover auch über die Scorpions bekannt machen wollte. Ziel erreicht sollte man nun wohl sagen.

Das Gelände des Faust in Hannover war die perfekte Wahl. Es bietet eine große Freifläche, welche bis in den späten Abend hinein tausende Musikfans Platz bot. Zwei überdachte Locations, das Mephisto und die 60er Jahre Halle, boten neben weiteren Konzerten auch die Möglichkeit mit ausgewählten DJs die ganze Nacht hindurch zu feiern. Festivals in Großstädten erfordern eine logistische Meisterleistung, so ist es wohl zu erklären, dass es neben Hamburg, Köln und Berlin selten Städte gibt, die diesen Aufwand betreiben. Hannover muss sich aber keinesfalls hinter den großen Vorbildern verstecken.
Das Highlight schlechthin war wohl auch der niedrige Eintrittpreis, 30 Bands für unter 30 Euro. Und es handelte sich hierbei keinesfalls und unbekannte Größen, so wartete das Festival mit Bands wie The Robocop Kraus, Fehlfarben, Tocotronic, Fotos, Tele, Kettcar, Bonoaparte und vielen mehr auf.

Das sind Namen die bekannt sind, Bands die vielen schon von diversen anderen Festivals bekannt sein dürften, umso spannender sind es doch immer wieder auch die kleineren Band die man auf solchen Festivals für sich entdeckt. Gerade diese Bands, die nicht mit ihren Namen von vorneherein bei den Fans gewonnen haben, sondern sich erst in die Herzen der Zuhörer spielen müssen. So waren es beispielsweise die dänische Band Veto, die mit Gitarrenbeats und Danceriffs a la Blockparty daherkamen, und die Menge so was von gerockt haben. Auch die Hamburger Band Montag, die leider durch ihren frühen Auftritt von vielen Zuschauern verpasst wurden, wussten zu begeistern. Genialer deutscher Pop mit Klavier wie es Ben folds kaum schöner machen könnte. Der Frontmann der Band wusste es die Zuschauer mit absolut lustigen Sprüchen und Einlagen zu entertainen. Und auch The late call sollten bei dieser Aufzählung erwähnt werden. Akustische Gitarrenklänge und ein Gesang der den härtesten Männern die Tränen in die Augen trieb. Bei the late call handelt es sich um den Stockholmer Singer/ Songwriter Johannes Mayer, der sein brillantes Debutalbum „Leaving notes“ präsentierte und dem Publikum in astreinem Deutsch schöne Geschichten aus seinem Leben erzählte.

Im Freien hatten alle die Möglichkeit das schöne Wetter und die gute Musik zu genießen, auch in den überdachten Räumlichkeiten waren der Sound und die Stimmung genial, einzig die verdammte Hitze machte den Zuschauern, aber auch den Musikern zu schaffen. Es war wie in einer finnischen Sauna, und das ist wirklich keine Untertreibung. Hier sollte der Veranstalter sich für die nächsten Jahre etwas einfallen lassen, eine neue Klimaanlage oder Wasserduschen für alle, der Kreativität sollten keine Grenzen gesetzt werden. Denn das haben die Veranstalter ja bereits bewiesen, Grenzen sind ihnen nicht bekannt gewesen, als sie die enormen Vorbereitungen zu diesem gelungenen Festival auf sich genommen haben. BootBooHook, wir freuen uns auf das nächste Jahr!

Info: www.bootboohook.de

(Alexander kluth)