ASS CARD RECORDS: 11th Anniversary Fest

(27.11.2009,Dortmund, FZW) Im Rahmen des 11. Geburtstag des kleine, aber feine Dortmunder Plattenlabel Ass-Card Records spielten Hot Water Music, Strike Anywhere und A William Scream im neuen FZW. Unterstützt wurde dieses Package mit den Engländern Tribute To Nothing und den zwei deutschen Bands Red Tape Parade und The Escape Artist.

Da bereits um 18uhr Einlass war und die A1 von Köln in Richtung Dortmund alles andere als schnelles Vorankommen ermöglicht, stieß man während des Tribute To Nothing Gigs zu. Es war laut Bandaussage erst der zweite Auftritt in diesem Jahr und man sei froh, nach etlichen Monaten pause wieder spielen zu können. Dementsprechend waren TTN motiviert und gingen gut zu Sache und machten ihren Ruf als hervorragende Liveband alle Ehre. Laut Plan sollten Strike Anywhere folgen, aber plötzlich standen A Wilhelm Scream auf der Bühne, deren Sänger Nuno Pereira gleich die vorderen Reihen einheizte. Die Begeisterung der ersten Reihen schwappte aber aufs restliche FZW leider nicht über und somit war die Kluft zwischen Band und Publikum doch recht groß. Davon abgesehen, dass Dortmund eh nur auf Hot Water Music wartete. Doch bevor die auf die Bühne dürften, gaben Strike Anywhere noch eine gute Visitenkarte ab. „Iron Front“ das neue Album von Strike Anywhere wird nicht umsonst von der Presse und den Fans abgefeiert. Sänger Thomas Barnett & Co trafen –  zur Freude der Anwesenden – mit ihrem ausgeprägten Melodieverständnis das richtige Maß an Energie und Aggressivität.

An solch einem Abend denkt man gerne in die Vergangenheit. Damals, August 2002, wo Strike Anywhere zusammen mit Hot Water Music in der Kölner Live Music Hall spielten. Oder weniger Tage später, sollten Bouncing Souls und As Friends Rust in Düsseldorf-Benrath eine Show spielen und aufgrund der großen Flut im Osten der Republik – wir erinnern uns – konnten Hot Water Music dort nicht auftreten und tingelten als „Spezial Guest“ in Düsseldorf ein. Das waren noch Zeiten. Man hatte im FZW das Gefühl, dass jede an diesem Abend seine eigene und ganz besondere Hot Water Music Geschichte zu erzählen hatte und sich gerne an diese Zeit erinnerte. So verwunderte es auch niemanden, dass gleich beim Opener „Remedy“ die gefüllten Plastikbecher vor Freude über die Köpfe der Besucher flogen. Es konnte losgehen und das Quartett machte eine gute Figur. Das Publikum sang und grölte tatkräftig mit. So, wie es sich auf einem Hot Water Music Konzert auch gehört. Ja, Hot Water Music sind Helden einer ganzen Generation. Ihre Alben maßgebliche Säulen des EmoCores bzw. melodischen Hardcore. Ach, was auch immer. Anfängliche Probleme mit dem Bass konnte Jason Black schnell beheben und so stand der Party eigentlich nichts im Weg. Aber das Sprichwort: „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“, trifft hier den Nagel auf den Kopf. Wie ist eigentlich der Status bei Hot Water Music? Sind sie immer noch auf Reunion? Wird es nach 4 Jahren auch mal wieder ein neues Album geben? Wer weiß das schon? Davon abgesehen, dass diese Fragen an diesem Abend niemanden interessierte. Aber dem Auftritt fehlte was.  Bis auf  Chuck Regan legten HWM einen „Dienst nach Vorschrift“  ab und wirkten unmotiviert und hatten ihre Spielfreude wohl im Tourbus liegen gelassen. Nichtsdestotrotz, die Fans feierten den Mix aus neueren und alten Tracks. Darunter „Rooftops”, „Wayfarer“, “Paper Thin”, Free Radio Gainesville bis „Turnstile” die Jungs in die Pause schickten. Es folgten zwei Zugaben bis letztendlich „It Hard To Know“ erklang und Strike Anywhere Frontmann Thomas Barnett es sich nicht neben lies mitzusingen. Dazu gestellten sich auch noch die Mannen von Ass Card Records, um ihren Geburtstag gebührend zu würdigen.

Info: www.asscardrecords.com

(Markus Tils)