LAPKO: Beeindruckendes aus Finnland

(19.03.2010, Hamburg, Grüner Jäger) Mit ihrem aktuellen Album „A New Bohemia“ gaben Lapko im März drei Konzerte in Berlin, Köln und Hamburg.  Auch in 2009 waren Lapko in regelmäßigen Abständen auf Europa Tour und präsentierten ihren sehr individuellen Stil dem deutschen Publikum. LAPKO sind in Harjavalta, Finnland zu Hause und zählen dort zu einer der erfolgreichsten Bands des Landes. Neben Musik-Größen wie HIM, The Rasmus oder Sunrise Avenue, welche sich in Deutschland bereits einen großen Namen gemacht haben, sind LAPKO hierzulande nahezu unbekannt. Die Band war bereits mehrmals, mit der ebenfalls finnischen Band Disco Ensemble als Support auf Tour und startete nun ihre eigene kleine Tour mit der norddeutschen Band Odeville als Support.

Odeville, die Band, die sich selbst liebevoll als „Wir Kinder Von Der Elbe“ bezeichnen, stammen aus dem niedersächsischem Stade an der Elbe gelegen und kreieren dort, fernab von Großstadtlärm, großartige Melodien mit einer beeindruckenden Stimme von Sänger Hauke. Mit elektronischen Einflüssen wissen Odeville ihre Zuschauer in den Bann der Musik zu ziehen. Musikalisch bewegt sich die Band im Bereich von Alternative / Experimental / Progressive doch auch eine Kategorisierung mag man hier nur ungern machen. Besonders eindrucksvoll war der Song „Pilotics“ aus ihrem Debütalbum „I am tourist“.

Eine halbe Stunde später trat dann das Trio, durch die Zuschauer hindurch, auf die kleine unförmige Bühne des grünen Jägers und legte gleich mit dem Song „King & Queen“ des aktuellen Albums los. Sänger Ville mit seiner doch etwas feminen Stimme zeigt gleich zu Anfang wie viel Feingefühl in ihrer Musik steckt. Denn nicht umsonst veröffentlichten sie ihr Debüt erst 8 Jahre nach ihrer Gründung. Ihre aktuelle Single „I Shot the Sheriff“, drittes Lied auf dem Album, sollte auch das dritte Lied ihres Sets sein. Weitere Lieder wie „I don’t even kill“, „Summer Nights“  und „Horse & Crow“ waren Bestandteil des Sets. Der besondere Stil der Band, sowohl musikalisch als auch optisch, lässt keinen Vergleich zu anderen Bands zu, denn eine Schublade, in die man LAPKO stecken könnte, gibt es (noch) nicht. Die Stimme von Ville ist auch live nahezu perfekt und so kraftvoll, dass man wirklich dabei erstaunen muss. Bei ca. 45 Minuten Spielzeit, konnten die drei, leider nicht alles zum Besten geben und schon gar nicht ihre Vielfalt von mittlerweile vier veröffentlichen Alben. Eindrucksvolle Songs wie das gleichnamige Album „A New Bohemia“ oder „Killer Whales“ aus 2007 wurden leider nicht gespielt. Wobei man sagen muss, dass die kurze Spielzeit hierbei wohl eher auf Kosten des Clubs gegangen ist. Das Konzert war in der Tat ein relativ intimes Konzert und kam einem Wohnzimmerkonzert nahe, denn es waren lediglich ca. 100 Besucher dort. Ein Wunder, dass die Band bei ihrem heimischen Erfolg überhaupt nach Deutschland kommt. Aber ich bin mir sicher, dass diese wenigen Besucher, beim nächsten Konzert wieder dabei sein werden. Anhören und hingehen lohnt sich also.

Info: www.myspace.com/lapko

(Marina Micic)