LOSTPROPHETS: Einfach nur enttäuschend!

(21.04.2010, Köln, Live Music Hall) „Routiniert runtergespielt“ – so kann man den Auftritt von Lostprophets mit zwei Wörter beschreiben. Dabei hätte es ein schöner Konzertabend werden können, schließlich war die Live Music Hall bis auf den letzten Platz gefüllt. Ausverkauft!

Lostprophets starten ihr Set mit „If It Wasn’t For Hate We’d Be Dead By“ und das ist schon ein Fehler. Anstatt gleich in die Vollen zu gehen, dieses ruhige Stück, dessen Nachwirkung sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzert zieht. Es folgen „It’s Not The End Of The World But I Can See It From Here“ und „Burn Burn“, deren Charme, Dynamik und Power nicht aus den Startblöcken kommt. Lostprohets haben zwar jede Menge Hits, einen besser als der andere, aber die Art und Weise wie heute performt wird vergrault einem die Lust und verdirbt die Laune. Kommunikation ist heute Abend ebenfalls nicht die Stärke von Lostprophets. Erst nach einem schlechtem Prodigy Cover von „Omen“ gibt es ein kurzes „Hello Cologne“. Das soll es auch erst einmal sein. Es fehlt den Waliser an allem, was eine gute Show ausmacht. Leidenschaft, hinter dem zu stehen was man macht und Spielfreude. Nichts von dem ist zu spüren, das Set wird einfach gespielt. Da hätte man sich auch vor die heimische Stereoanl  age setzen können. Sänger Ian Watkins hält sich die meiste Zeit an seinem Mikroständer fest und bis auf Keyboarder Jamie Oliver stehen die anderen Bandmitglieder wie angewachsen auf der Bühne. So plätschert die Setliste runter, auf der natürlich auch „Last Summer“, „Last Train Home“ und die aktuelle Single „Where We Belong“ stehen. Lostprophets lassen an diesen Abend keinen Hit außer Acht, verkacken aber deutlich.

Plötzlich dann doch: Auf der Bühne werden Späße gemacht. Unverständlich wird irgendwas ins Mikro gemurmelt und gelacht. Man singt den Dirty Dancing Klassiker „The Time of My Life“ an, das Publikum grölt den Refrain und Jamie Oliver kommentiert es lachend als „sooo gay“. Ja, das war es, wie auch der gesamte Auftritt von Lostprophets. „Everyday Combat“ folgt und die Band verabschiedet sich mit „Shinobi Vs. Dragon Ninja“, lässt den Song ausklingen, trinkt einen Schluck Wasser hinter der Bühne und spielen noch als vermeintliche Zugabe das lahme „The Light That Burns Twice As Bright“. Es passt ins Gesamtbild, dass die Band direkt und wortlos die Bühne verlässt. Enttäuschend, wenn man vor allem den Auftritt mit dem vor vier Jahren vergleicht. Da liegen Welten zwischen. So überzeugte an diesem Abend The Blackout mehr, die nach 2006 erneut die Waliser supportet haben.

Info: www.myspace.com/lostprophets

(Markus Tils)