AGAINST ME! – Routine auf der Bühne

(26.05.2010, Hamburg, Logo) Wie wir bereits angekündigt hatten, touren AGAINST ME! momentan für eine kleine Tour durch Deutschland um ihr neues Album “White Crosses“ zu präsentieren, welches am 4. Juni erscheint. An diesem Abend spielte die Band im ausverkauften Logo. Wer das Logo kennt, weiß was es heißt wenn dort ein Konzert ausverkauft ist. Viel zu viele Leute in einem viel zu kleinem Raum, eine Menge Schweiß und eine, vor Feuchtigkeit, tropfende Decke. Zwar ist auch dieses Konzert ein relativ intimes Konzert gewesen, da eben nur 250-300 Besucher hineinpassen, aber auf Grund der Umstände hält man es kaum aus.
Supportet wurden AGAINST ME! von der ostholststeinischen Band FINDUS, die an diesem Abend dem Dorfpunk eine ganz andere Bedeutung gegeben haben. Zuhause ist die Band in Kröß, ein Dorf mitten im Nirgendwo von Schleswig-Holstein. Dort wurde das geschaffen was die Jungs uns an diesem Abend präsentierten: Schulmädchenpostpunkausdemall.  Das Logo war noch relativ leer, womöglich weil deutscher Pop-Punk nicht das ist, was AGAINST ME! Fans hören wollen. Musikalisch waren die Jungs aber echt gut drauf und boten stimmungsbringenden Pop-Punk zum mitsingen. Lieder wie “Erdbebenwarnung“ oder “Anfang vs. Ende“ des aktuellen Albums “Sansibar“ lassen keinen Fuß still und wollten mitgesungen werden.
Gefühlte Stunden später und schon komplett nass geschwitzt vor unerträglicher Hitze, betraten die Herren endlich die Bühne. Wieso pünktlich anfangen, wenn man die Fans auch warten lassen kann. Es war voll, die Stimmung gut und die Band gut drauf. Die ersten Lieder gab es vom neuen Album “White Crosses“ wie z.B. das gleichnamige Lied oder “I Was a Teenage Anarchist “. Aber auch Lieder von der letzten Platte wurden vom Publikum tierisch abgefeiert, wie “Thrash Unreal“,“ White People For Peace“ oder “New Waves“. Die ersten fünf Lieder gingen ab, ohne dass Tom oder die anderen nur ein Wort verlierten. Muss man vielleicht auch nicht, wenn man ein entsprechendes Set abzuliefern hat. Nach weiteren fünf Liedern, kam jedoch eine gewisse Eintönigkeit auf, was eben unter anderem daran lag, dass keiner der Band ein Wort zum Publikum sagte. Nicht mal Hallo, oder schön das ihr hier seid. Interaktion gleich Null. Dazu kam, dass nach der Hälfte, die eher etwas monotonen Lieder gespielt wurden. Dabei haben AGAINST ME! so viele Lieder, bei denen man mitgrölen und mitspringen muss. Aber es war ja noch nicht zu Ende, daher hatte man die Hoffnung, dass das eine oder andere gute Lied noch kommt.
Nach gefühlten zehn Liedern sprach Tom auch mal zum Publikum, man war ganz erschrocken. Aber nach wenigen Worten ging es auch direkt weiter. Nach Songs wie “Miami“  und “Baby, I’m An Anarchist!“ kam dann auch der heißersehnte Song “White People For Peace“, den so gut wie jeder mitsingen konnte. Das Publikum ging ab, die Band hätte aber genauso mitgehen können. Ein Glück dass sie so beliebt sind. Ohne Worte verließ die Band kurzer Hand die Bühne. Würde man nicht wissen, dass noch eine Zugabe käme, wäre es ein schlechter Abgang gewesen. Aber natürlich bekamen die Fans ihre Zugabe. Nach einer Stunde war alles vorbei. Bis auf die Hitze und einem überfülltem Logo, war es dennoch großartig, auch wenn die Band definitiv mehr hätte kommunizieren können. Immerhin war die Tour komplett ausverkauft, etwas mehr Interaktion wäre daher definitiv angebracht gewesen.
Info:
(Marina Micic)