ALKALINE TRIO: Bleiben ihrem Stil treu

(18.05.2010, Hamburg, Markthalle) Das wohl bekannteste Trio aus Chicago ist zurück. Auf einer 2-wöchigen Tour durch Europa präsentierte das Trio ihr neues Abum “This Addiction“ welches im Februar diesen Jahres auf Epitaph erschienen ist. Es ist bereits ihr siebtes Studioalbum in Folge. Es gab mehrere Labels, jedoch bleiben sie auch heute noch ihrem Stil treu. Als Matt Skiba damals die Band gründete hätte er vermutlich nie gedacht, dass er auch 12 Jahre später, noch auf internationalen Bühnen seine Lyrics performen darf. Fakt ist, er darf! Die Band wandelte sich kurz nach Gründung und im Jahr 2010 noch mal in ihrer Aufstellung, aber auch das nicht zum Nachteil der Musik.

Supportet wurden die drei auf der gesamten Deutschlandtour von der Band THREE CHORD SOCIETY aus der norddeutschen Kleinstadt Bad Segeberg. Die Band besteht bereits seit 2003 und verfolgt seitdem ein klares Ziel wie sie selbst sagen: „Sämtliche Bühnen des Landes und der Welt auf Links drehen und beweisen, dass Punkrock auch heute noch etwas zu sagen hat.“ Klare Ansage der Band, denn auch nur so schafft man es als regionale Band Punk-Rock Größen wie STRUNG OUT, BOYSETSFIRE, DISCO ENSEMBLE oder eben das ALKALINE TRIO zu supporten. Ihr drittes Studioalbum nahmen sie mit Unterstützung von Gitarrist Guido Knollmann / Donots in den hambuger nullzwei Studios auf, welches im Herbst diesen Jahres erscheinen wird.

Die Markthalle in Hamburg ist groß, viel zu groß, wenn man sah, wie wenig Leute tatsächlich vor Ort waren. THREE CHORD SOCIETY sollten diesen Abend also einläuten und das taten sie auch. Aber wo waren die Leute? Waren es wirklich so wenig? Auf der Bühne war jedoch keine Spur von Unsicherheit zu sehen. Die Band spielte so souverän wie es sich gehört, egal ob dort 10 oder 500 Leute standen. Diejenigen die in der Halle waren, bequemten sich nicht einmal von den Stufen und blieben einfach sitzen. Laut genug war es zumindest. Gleich zu Beginn merkte man, dass diese fünf lieben was sie tun, auch wenn Sänger Ben Braun etwas mit seiner Stimme zu kämpfen hatte. Aber Immerhin lag eine Support-Tour hinter ihnen. Angesichts der leeren Markthalle hatte die Band kräftige Punk-Rock Lieder als auch melodische Rock-Balladen im Gepäck wie z.B. “Unbreakable“ und “With the Sun“. Aber auch brandneue Lieder des kommenden Albums haben bei dieser Show nicht gefehlt. Ist es Punk-Rock oder Hardcore oder was ganz anderes? Wie die Band selbst sagt: Melodycore. Musikrichtung hin oder her, keine Schublade kann eine live Band beschreiben. Die Band lieferte ein tolles Set ab und legte so einen guten Grundstein für das nachfolgende Trio.

Als dann das ALKALINE TRIO die Bühne betrat füllte sich die Halle und es bildete sich ein Kern von Fans in der Mitte die folglich jedes Lied mitsingen konnten.  Zwar gab es sehr viele Kopfnicker, aber im Grunde fuhr das Publikum voll drauf ab. Die Band bleibt ihrem musikalischem Stil treu und singen seit nun mehr als 12 Jahren über Alkohol, Langeweile, Tod und Liebeskummer. Themen die nahezu jeder von sich selbst kennt. Stiltreue ist zwar etwas sehr positives, allerdings kann Stiltreue auch schnell eintönig klingen. Gerade wenn man nicht jedes Lied mitsingen kann, fehlte die nötige Energie um wirklich jeden mitzureißen. Grund hierfür ist sicherlich nicht nur die Musik, sondern schlichtweg ergreifend einfach die Tatsache, dass die drei an ihre Instrumente und das Mikrofon gefesselt sind und so eben nicht wie andere Punk-Rock Stars, während der Songs über die Bühne springen können. Fakt war aber auch, dass die Band wusste wo sie ist, in Hamburg. Solidarisch traten Gitarrist Matt und Drummer Derek passend zum St. Pauli Aufstieg in St.Pauli Kluft auf. Vielleicht mag das ALKALINE TRIO eher eine Band sein, die man sich in den eigenen vier Wänden zu Gemüte führt, jedoch sieht man erst live zu wirklich, wie die Band die Songs performt und lebt. So gibt es Lieder die ausschließlich von Matt oder Dan gesungen werden. Matt hat eindeutig die unverkennbarste Stimme der Band, allerdings war Daniel an diesem Abend gesanglich besser drauf. Im großen und Ganzen spielten sie vermehrt alte Lieder wie z.B. “Mr. Chainsaw“,“Private Eye“ oder “Armageddon“. Aber auch Lieder wie “This Addiction“ und „Off the Map“ des neuen Albums durften natürlich nicht fehlen. Während der Zugabe wurden einfach mal die Aufgaben umverteilt und Drummer Derek nahm die Klampfe und das Mikro zur Hand, während Matt die Drums bediente. In der Konstellation spielten sie eine Cover-Version von “Attitude“ der Misfits. Zum Schluss durfte natürlich auch der Song “Radio“ nicht fehlen um den Abend rund zu machen.
(Marina Micic)