Omas Teich Festival 2010

(30 + 31. Juli, Westgrossefehn, Ostfriesland) Das Festival stand in diesem Jahr unter keinem guten Stern, denn bis kurz vor Beginn stand nicht fest, ob es wirklich stattfinden würde. Nachdem in den letzten Jahren Großefehn der Ort des Geschehens war suchte man sich in diesem Jahr erstmals das alte Gärtnereigelände in Westgroßefehn aus. Doch man hatte die Rechnung ohne die Anwohner gemacht, welche beim Oldenburger Verwaltungsgericht gegen das Festival klagten.

Dieses wurde jedoch zwei Tage vor dem Start in einem Eilverfahren abgewiesen. Während der Veranstaltung wurde ein Lärmgutachten erstellt, die Werte wurden eingehalten und sogar unterschritten. Auch interessant war, dass viele Anwohner das Festivalgelände belagerten und schauten was dort vor sich ging, man hatte nicht den Eindruck, dass diese dem ganzen tatsächlich so negativ gegenüber eingestellt waren. Auch konnte man einige ältere Herrschaften bei den Konzerten entdecken, besonders bei der schwedischen Band Friska Viljor konnte man die Damen und Herren freudig mitwippen sehen. Und das natürlich zu Recht, denn die Schweden spielten die Hits ihrer drei Platten und wussten die Massen damit zu überzeugen, egal ob nun jung oder alt.

Doch die Klage der Anwohner war nicht die einzige Überraschung für die Veranstalter „Lake Entertainment“. Im Vorfeld hatte man mit etwa 8000 Besuchern gerechneten, doch tummelten sich mindestens 9000 Besucher auf dem Festivalgelände. Trotz bester Organisation brachte dieses die gute Planung tatsächlich ein wenig durcheinander. Spontan wurden Wohnmobilcamper auf den normalen Zeltplatz verlegt und die Autoparkplätze anders belegt als es vorher geplant war. Doch dieses war die einzige etwas chaotische Aktion dieses Wochenendes. Selbst die Polizei konnte keine nennenswerten Vorkommnisse melden.

So konnte das Publikum, wie in jedem Jahr, zwischen den verschiedensten Musikrichtungen auswählen. Frittenbude sorgten am Freitagabend bereits für gute Elektrosounds. Biffy Clyro hingegen überzeugten mit ihren harten Rocksound auf der Mainstage. Diese lassen immer wieder an die Foo Fighters erinnern und waren somit wohl für die meisten Besucher ein Pflichttermin auf dem Festival. Gelungen war auch der Auftritt der schwedischen Hellsongs, welche auf der Tentstage durch akustisch angelegte Coverversionen der großen Songs der Rock- und Metalgeschichte zu überzeugen wussten. Sängerin Siri Bergnéhr hatte ein absolut schillerndes Kleid an, welches an eine Discokugel erinnerte. Nicht nur durch ihre Optik zog sie das Publikum in ihren Bann.

Am Samstag gab es dann erneut etwas für Freunde der akustischen Musik, dieses Mal aus deutschen Landen. Tim Neuhaus und seine Band erreichten die Zuschauer durch einen umwerfenden Klangteppich und mehrstimmigen Gesang, der hierzulande nicht allzu oft in dieser Form vorkommt.

Auf deutsche Bands musste man beim diesjährigen Omas Teich-Festival generell nicht verzichten, so spielten Samstag auch noch Deutschlands wohl bekannteste Ska Band, the Busters, Jupiter Jones, die Elektrobands Mediengruppe Telekommander sowie Supershirt und als abschließendes Festivalhighlight die Hamburger Truppe Fettes Brot. Beim Auftritt der Brote blendete ein Festivalbesucher König Boris mit einem grünen Laserpointer. Schlagfertig wie die Brote sind improvisierten sie kurzerhand einen Song und forderten die Menge auf mitzusingen. „Buh, Leserdinger“ tauften sie das neue Stück und verkündeten, dass die Teichbesucher Zeuge eines neuen Welthits geworden seien. Man darf also gespannt sein, was da noch kommen wird.

Nachdem das Festival also durch und durch ein Erfolg war und die Klage wohl nun auch in Zukunft kein Problem mehr darstellen dürfte, darf man sich bereits auf das Jahr 2011 freuen, denn bisher hat die Teichcrew es geschafft in jedem Jahr noch erfolgreicher zu werden und noch größere Bands für sich zu gewinnen. Eins bleibt also noch zu sagen: Danke Oma!

Info: www.omas-teich.de

(Alexander Kluth)