EARL GREYHOUND live@Köln

(03.10.2010, Köln, MTC) Da hat man sich schon ein wenig gewundert.  In der Presse ein ziemlicher Hype, erwartet man schon, dass das Trio aus Brooklyn direkt in Clubs geschickt wird, die ein wenig größer sind, als das gemütliche aber eben auch ziemlich winzige MTC. Entsprechend voll wird es dann auch.

Dear Lament aus der Region geben den Anheizer, die Band mit stimmgewaltiger Frontfrau kann durchaus auf handwerklich ausgereiftes Können verweisen, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen,  dass sie es mit der Eigenständigkeit nicht so haben. Es ist vielmehr so, dass Dear Lament alles auffahren, was so allgemein als alternativ gilt. Ein bisschen RATM hier, ein bisschen Grunge da, ach ja und in den neueren Stücken darf es auch ein wenig von diesem coolen Neo-New Wave sein. Nicht besonders einfallsreich, für einen ordentlichen Support reicht es dennoch. 

Man freut sich auch schon viel zu sehr  auf Earl Greyhound, schließlich gehört deren Album „Suspicious Package“  zu den Glanzlichtern dieses Musikjahres. Und man hat ja auch schon gehört, dass diese Band auf der Bühne Einiges kann. Tja und gerne würde ich auch meine unbedeutende Meinung dazu abgeben, aber leider leider hat der Soundmann was dagegen. „Sea of Japan“ kommt als einigermaßen schwer verdaulicher Krachbrei aus den Boxen, bestimmt spielt die Band ganz großartig, man kann jedoch nur Grobes erahnen bei diesem Konzertopener.  Besser wird’s bei „the Ghost and the Whitness“, dieser Song hat einfach zuviel Kraft, als dass man ihm mit unzureichender Abmischung    was anhaben könnte. Dennoch bleibt es ein eher ärgerliches Ereignis, dieses Konzert einer Band, der man für die Zukunft noch einiges zutrauen kann. Selbst ein im Grundgerüst eher simpler Stampfer wie „S.O.S.“  gebiert sich als zwar lauter aber wenig zupackender Krachklumpen. Entsprechend tragisch sind die Auswirkungen der schlechten Soundsituation auf „Eyes of Cassandra pt.2“, welches ja von seinem subtilen Spannungsaufbau lebt, kann man heute knicken. Schade, schade, diese Band hat eindeutig Besseres verdient.

Info: http://www.earlgreyhound.com/

(Martin Makolies)