FRITTENBUDE: Das Einzige, was gleich bleibt, ist die Veränderung

(23.11.2010, Köln, Gebäude9) Sie sind „jung, abgefuckt, kaputt und glücklich“ und bringen jeden Saal zum toben. Frittenbude! Eine der Bands der neuen Punk-Rave Bewegung, die im ausverkauften Gebäude 9 für ausgelassene Party-Rave pur sorgte. „Fetter als Geld“, heißt der Titel ihrer derzeitigen Konzerttour, wobei der Tourname Programm ist.

Was bei einer Show von Frittenbude abgeht, dass kann man mit Geld nicht bezahlen, einfach unbezahlbar. Gut für diejenigen, die sich ein Ticket für die Show sicherten. An diesem Abend sind es vor allem junge Menschen, die man trifft. Generation Harry-Potter –  wenn man das mit einem Augenzwinkern sagen darf. Wer über 25 ist, gehört schon zum alten Eisen.

Die junge Meute liebt es sich irgendwo in den Texten, die teils aggressiv, politisch und provozierend sind, wieder zu finden. Entsprechend zeigt man sich Textsicher beim rumzappeln. Eigentlich tobt der ganze Saal, außer hinten auf der Empore vor dem Mischpult geht es ruhiger zu. Die dort Ansässigen wippen vehement mit dem Fuß und nicken zum Beat bis der Kopf abfällt. Elektro trifft auf Punk, Techno und Hip Hop. Der Sound fürs Gehirn und den Dancefloor. Euphorische Party Stimmung wohin man schaut.

Frontmann Johannes Rögner legt eine Antifa-Fahne über seine Schulter, die ihm aus dem Publikum gereicht wird, und aus den Boxen schallt und wummt: „Wir haben euch was mitgebracht. (Bass, Bass, Bass) – Fürs Nazi- und Faschistenpack gibts Hass, Hass, Hass!“ Party und Politik werden mit einem Abwasch erledigt. Auch wenn man Frittenbude vorwerfen kann, dass ihre Texte nicht gerade Tiefgang haben, sie bringen die Sache auf den Punkt und werden von der Masse verstanden. Das Trio schafft es mit seiner Art, den Nerv der Zeit zu treffen. Warum dann Tiefgang? Nicht nötig!

So wummt es wunderbar aus den Boxen. Einige sind sogar dabei und haben sich als Pandabär verkleidet und dürfen spätestens beim gleichnamigen Song mit auf die Bühne, um dort mit anderen „Pandabären“ vereint das Tanzbein zu schwingen. „Das ist Kunst, mindestens in 1000 Jahren!“ So singen sie selbst in ihrem ersten Hit – und irgendwie haben sie damit ja auch Recht und werden an diesem Abend ihren Ruf als schweißtreibendes, stimmungsvolles Konzerterlebnis gerecht.

Info: http://www.frittenbude.blogsport.de/