IMPERIAL NEVER SAY DIE TOUR 2010

(29.10.2010, Oberhausen, Turbinenhalle) Ob Imperial Never Say Die, Persistence, Taste of Chaos: Package Tourneen dieser Art erfreuen sich großer Beliebtheit. Lukrativ ist es definitiv, wenn man bedenkt, dass sich in der Oberhausener Turbinenhalle an die 3000 Leute tummeln. Hatte die letztjährige Tour deutlich mehr MetalCore zu bieten, gibt es dieses mal wieder Hardcore zu hören.

„Hardcore is more than music“ trägt der Mann an der Kasse und es gibt sicherlich viele, die solche Konzertabende nutzen, um Hardcore zu zelebrieren und es gibt genügend andere, die finden, dass solche Veranstaltungen soviel mit Hardcore zu tun hat, wie RTL mit einem Bildungsauftrag. Dennoch, irgendwie tummeln sich dann doch alle hier rum. Schließlich könnte man ja was verpassen und die Bands kennt man eh und schätzt diese zum Teil auch.  Ein Sammelsurium der guten Laune. Es wird Small-Talk gehalten, gelästert, fachgesimpelt, auf der großen Merch-Meile eingekauft und nebenbei dann auch den Bands zugeschaut.

Mal mehr oder mal weniger. Denn ein Teil der Kids ist wie immer sportlich drauf und turnt im Kollektiv um die Wette. Mal vorne im Pit oder ganz hinten auf dem Dancefloor. Gerade die, die auf dem Dancefloor ihr Violent Dance fabrizieren, sehn besondern dämlich aus und haben die Lacher auf ihrer Seite. Ja, so was gehört halt auch zu solch einr Veranstaltung.

Nachdem man eher mit einem Ohr bei der Musik dabei war, ging es erst richtig los mit Emmure, die von einem recht jungen Publikum abgefeiert werden. Schwermütig wirkt der Auftritt und fällt vor allem durch Gepose auf. Hier scheint wohl jemand ein Bad-Boy-Image aufrecht halten zu wollen. Bassist Mark Davis positioniert seine Hand als Waffe währen Frankie Palmeri mit Regen Jacke und Kappe den Fotografen den Mittelfinger entgegen streckt. Regenjacke und Kappe, da war doch schon mal einer: Fred Durst findet sich auch heute Abend wieder.

Bleeding Through kommen, trotz eines arrangierten Brandan Schieppati, nicht so gut an, wie vielleicht vor gehabt. Die Kids haben sich schon zuvor so richtig ausgetobt, dass der Pit sich deutlich verkleinert hat. Mehr und mehr wird einem zudem bewusst, dass die aktuelle Platte dann doch schwächer ist, als etwa „Declaration“ oder auch „The Truth“. Immerhin hat man trotzdem gefallen an dem Auftritt, der aber im Sommer beim Vainstream in Münster doch besser war.

Als Intro erklingt bei Comeback Kid Joe Cockers „With A Little Help From My Friends” bevor das Set mit “False Idols Fall” eröffnet wird. Fast greifbare Intensität, die Songs wie „G.M. Vincent & I“ oder „Do Yourself A Favour“ verliehen wird, wenn die Kids ihrerseits im Pit straight abgehen. Es zeigt sich, dass das aktuelle Album „Symptoms + Cures“ ein wahres Brett ist und CBK gerade damit für sich punkten. Am Ende dann – wie soll es anders sein – Wake Up The Dead. Der große Hit der Band, der auch ständig dem Vergleich ausgesetzt ist. Klar, der Song versetzt alle noch mal in Bewegung und lassen die Hoffnung größer werden, dass die Band mal wieder Solo auf Tour kommt.

Zum dritten Mal Gast auf der Never Say Die sind Parkway Drive. Wie 2008 als Headliner zeigen sie auch dieses Jahr, dass sie ihrer Headlinerposition gerecht werden. Denkt man an 2007 zurück, so waren es noch Comeback Kid, die Headliner waren und Parkway Drive als Co unterwegs. Wie sich die Zeiten ändern. Parkway Drive spielen druckvoll und beginnen mit „Samsara“ und „Unrest“ vom aktuellen Album „Deep Blue“. Sunnyboy und Sympathieträger Winston McCall tobt sich aus, während die restlichen Mitglieder eher im Hintergrund tätig sind. Mit „Romance is Dead“ erklingt der einzige Song vom ersten Album „Romance is Dead“ bevor der Hauptteil mit „Set To Destroy“ endet. Mit den beiden Zugaben „Carrion“ und „Boneyards“ von der „Horizons“ geht ein unterhaltsamer Konzertabend zu ende, der irgendwo zwischen Hardcore und Trainingshose liegt und immer wieder Spaß macht.

Info: www.myspace.com/neversaydiefestivals