THROUGH THE NOISE TOUR 2011

(16.04.2011, Köln, Essig-Fabrik) Wechselnde Namen, aber der Inhalt bleibt mehr oder weniger identisch. Mal ist der Schwerpunkt mehr auf klassischen Hardcore, mal auf MetalCore, mal auf MoshCore und so weiter und sofort. Diesmal heißt der Tross „Through The Noise“ und bringt mit Comeback Kid, The Ghost Inside, Grave Maker und Social Suicide eher Bands aus dem klassischen Hardcore Bereich. Einzige Ausnahme sind die Norweger von Kvelertak, die mehr klassischen Black Metal gepaart mit Rock’n’Roll und 70er Jahre Punk in ihren Sound verarbeiten. Ein viel versprechender Abend sozusagen.

Eröffnet wird der Abend von den Jungspunden von Social Suicide. Die Norweger haben gerade ihr Debüt „Broken Pilgrims“ veröffentlicht und sind damit auf sehr gute Kritiken gestoßen. Frontmann Sondre Haug wirkt aber unter seinem Kapuzenhoodie und dem ständigen Hin und Her auf der Bühne irgendwie nicht „greifbar“. Wie ein Tier im Zoo zieht er seine Kreise und wirft keinen Blick ins Publikum. Etwas serviert, aber dennoch können die Songs ihres großartigen Debüts live überzeugen.

Die drauffolgenden Kanadier Grave Maker haben es da schon leichter mit dem Publikum, was man daran erkennt, dass die Menge vor der Bühne deutlich mehr wird. Die Band haut gleich in ihre Instrumente, bringen das Publikum in fahrt und auf fliegende Bierbecher in Richtung der Bühne gibt es den Stinkefinger von Shouter Jon McRae als Antwort.

Mit Kvelertak kommt die Band, die an diesem Abend etwas aus dem Raster fällt. Mit umgedrehtem Kruzifix huldigen die sechs Norweger gleich zu Begin des Sets Satan und legen eine packende Mischung aus Punk, Black Metal und Rock’n’Roll ab. Verrückt sind Kvelertak auf jeden Fall und bringen ein wenig Abwechslung in den Hardcore-Regien ein.  Zu Recht wird die härtere Turbonegro Version von der Menge abgefeiert.

Bei The Ghost Inside gibt es kein Halten mehr und so wirde die Bühne vom Publikum gleich von Beginn an eingenommen. Dabei beweißt Frontmann Jonathan Vigil, dass er starke Nackenmuskeln hat. Teilweise klammerten sich 5-6 Mann an seinen Hals, um irgendwie ins Mikro schreien zu können. Dabei erklingen Songs wie „Unspoken“, „Between The Line“ oder auch „Downbeat“. The Ghost Inside rechtfertigen ihre Stellung im Line-Up mit einem mehr als überzeugenden Auftritt. Dabei haben sie angekündigt, im July erneut in Deutschland auf Tour zu sein.

Comeback Kid schmettern dem Kölner Publikum eine prügelnde Melange älterer sowie neuer Tracks entgegen und versetzen erneut den ganzen Saal in Bewegung. „Broadcasting“ erscheint aufgrund der aktuellen Geschehnisse in Japan aktueller denn je. Bei dem aktuellen „G.M. Vincent & I“ feiert die Meute und singt mit konstantem Finger-Pointing tatkräftig mit. Trotz seines leichten Bauches und stämmigen Körpers purzelt Andrew Neufeld beim Zusammentreffen mit einem Stage-Diver etwas, bleibt dennoch sauber in der Spur. Die Setliste bietet die üblichen Verdächtigten Songs wie „Talk Is Cheap“ oder „False Idols Fall“ und natürlich auch „Wake The Dead“. Cooles Konzert, das deutlich besser rüber kommt, als die letzte Show auf der Never Say Die Tour in der Oberhausener Turbinenhalle. Vielleicht liegt es auch einfach an der kleineren Location, die der Band doch vielmehr entgegen kommt.

Ein gelungener Abend. Schön war’s! Jetzt sammeln wir uns wieder und Ende des Monats kommt mit der The Mosh Live das nächste Event in unsere Stadt.

(Markus A. Tils)