HELL ON EARTH TOUR 2011

(27.08.2011, Köln, Essigfabrik) Die Hell On Earth Tour 2011 gastiert in Köln und selbstverständlich, dass man sich dieses Hardcore-Package nicht entgehen lässt. Und so versammeln sich an diesem Samstagabend UNEARTH, EVERGREEN TERRACE, BANE, CASEY JONES und NASTY in der Kölner Essigfabrik.

Es ist kurz nach 19Uhr und Casey Jones stehen auf der Bühne. Sicher, viele Bands behaupten, „dies ist unsere letzte Tour“ und danach folgt die Reunion um Reunion. Aber Casey Jones Frontmann Josh James meint die Sache ernst und somit ist diese Hell On Earth Tour die letzte Gelegenheit die sXe Band aus Jacksonville, Florida live zu erleben. Aber die Uhrzeit ist undankbar und so sind es nicht viele, die in der extrem stickigen Essigfabrik vor der Bühne stehen, um sich den soliden Auftritt anzuschauen.

Nasty sind ehrlich gesagt zu langweilig, um sich das Gehabe komplett anzuschauen. Was man die ersten drei Songs hört und sieht reicht völlig aus. Wie angewachsen stehen sie auf der Bühne, keine Bewegung, keine Aktion, einzig Shouter Matthi versucht sein Glück und scheitert letztendlich. All die Breakdowns und Grooves gehen an diesem Abend einfach nur unter. Dann doch noch mal raus, wo es jedoch deutlich kühler wird und dunkle Regenwolken aufziehen.

Bane sind da schon eine andere Liga und fahren dermaßen unbekümmert und schnörkellos ihr Programm ab, dass es eine Freude ist, ihnen zu lauschen und zuzusehen. Unentwegt sind Bane seit ihrer Gründung 1995 auf Tour und gewohnt schlaksig präsentiert sich Frontmann Aaron Bedard. „Can We Start Again“, und Bane feuern die volle Breitseite in den Pit. Ihr Sound trifft genau den Nerv der schwitzenden Fangemeinde.

Die Mitglieder von Evergreen Terrace sind in der Umbaupause gut aufgelegt und reichen sich gegenseitig eine Flasche Jim Beam an. Das folgende Szenario glich einem Vulkanausbruch  und gleich von Beginn an, lassen sie keine Wünsche offen. Hardcore der neuen Schule mit ein paar wenigen melodischen Einwürfen hat zu jeder Zeit seine Berechtigung. Songs wie  „Chaney Can’t Quite Riff Like Helmet’s Page Hamiton“, „Dogfight“, „Wolfbiker“, „Hopelessly Hopeless“ und dem Tears For Fears Klassiker „Mad World“ werden gespielt und die jeweiligen Refrains aus den unzähligen Kehlen mitgesunden. Nervig ist nur der ständig volltrunkene Stage-Diver, der selbst jedem einzelnen Mitglied von Evergreen Terrace auf den Sack geht. Aber von solchen Typen ist man leider nicht befreit. Am Ende laden Evergreen Terrace den Pit auf die Bühne. Das Publikum nimmt die Einladung dankend an und die Bühne platzt in wenigen Sekunden aus allen Nähten.

Es ist unübersehbar, dass sie dich Halle nach Evergreen Terrace geleert hat, aber Unearth sind ordentliche Arschtreter und das neue Material von „Darkness In The Light“ kommt beim dagebliebenen Publikum hervorragend an. Live wirken die Songs wesentlich lebendiger als auf Platte. Zudem besitzen die fünf Herrschaften enorme Spielfreude und so was überträgt sich auch aufs Publikum. Unearth zeigen sämtlichen Bands des Abends schonungslos die Grenzen auf und machen deutlich, wer bei dieser Hell On Earth Tour die Chefs im Ring sind. Ein schöner Abend und die Tatsache, dass die Hell On Earth Tour eine feste Institution ist, die man nicht verpassen sollte.

Info: http://www.hellonearthtour.de/

(Markus Tils)