JONAH MATRANGA live@Köln

(16.08.2011, Köln, Underground2) Was soll man über diesem Typen noch sagen? Er war und ist der Sänger von Far, New End Original und Onelinedrawing und prägte wie kaum ein anderer die EmoCore Szene der ausgehenden Neunzigern bzw. frühen Nuller Jahren. Und wenn man ihn Solo auf der Bühne erlebt ist es mehr als nur ein Singer/Songwriter. Dieser Auftritt hat viel mehr zu bieten. Jonah Matranga mimt den Entertainer auf seine ganz besondere Art und Weise. Immer mit einem Lächeln, spontan und ohne jegliche Angst vor Peinlichkeiten – Gerade das macht diesen Typen so sympathisch.

Den Abend beginnt der mittlerweile in San Francisco lebende Musiker anfangs allein und holt erst nach einer halben Stunde drei Leute auf die Bühne, die sich als seine Begleitmusiker für diesen Abend herausstellen. Das Besondere dabei ist, dass die drei mehr oder weniger Fans von Matranga sind, die sich im Vorfeld bei ihm meldeten und extra für diese kleine Tour 10 Songs eingespielt haben, darunter auch „Mother Mary“. Das nicht alles gleich rund läuft ist verständlich und die daraus resultierende Situationskomik unbezahlbar. Nach einer dreiviertel Stunde verlassen die drei wieder die Bühne.

Jonah Matranga, der gerne mal als Mr. Emo bezeichnet wird, entpuppt sich als ein Hofnarr der Gegenwart. Der auch Abseits des Mikros mit seiner Stimme den Raum erfüllt. Die Stufe der Bühne hinunter geht, um auf Augenhöhe mit seinem Publikum zu sein. Er singt vom Glücklich sein, davon das er kein großes Haus benötige und letztendlich auch keinen großen Garten, da er schließlich keinen grünen Daumen hat. Ja, was hier so banal und vielleicht auch Abstrus klingt funktioniert aber auch nur in englischer Sprache. Ganz groß ist sein Deftones Cover von „Be Quiet & Drive“. Gänsehaut pur! Es sind Songs wie „So Long“ oder „14-41“ die das Publikum verzücken und ein Wohliges Gefühl verleihen. Musik, mit der man aufgewachsen ist und seitdem begleitet. Auch Jonah Matranga schaut zurück auf eine lange Karriere und erzählt von seiner ersten Tour mit FAR in Deutschland, die gemeinsam mit Incubus auch ins Kölner Underground führte.

Am Ende steht Matranga mit seiner Gitarre allein auf der Bühne und singt, dass ihm seine Hand mittlerweile schmerzt und er sich fragt, ob er morgen noch eine Stimme hat nach diesen zwei Stunden Konzert. Schließlich muss er am nächsten Tag nach Amsterdam und für Face To Face den Opener machen. Der Applaus ist des Künstlers täglich Brot und davon gibt es genug und so zieht es den Hofnarr noch zwei Mal auf die Bühne bis er sich sein Packet Vinyl Platten nimmt und die limitierten Exemplar an den Mann bringt.

Ein richtig gutes Konzert, das sehr viel geboten hat. Schade nur, dass es immer nur ein erlesener Kreis ist, der diesen Mann auch nach all den Jahren und dem Emo-Hype die Treue hält.

Info: http://www.jonahmatranga.com/

(Markus Tils)