KEITH CAPUTO & The Sad Eyed Ladies live@Köln

(09.09.2011, Köln, Underground) Nachdem Keith Caputo in den letzten Wochen mehr Schlagzeilen mit seinem eigentlich ICH und dem dazugehörigen neuen Geschlecht gemacht hat, wird es wieder Zeit für Schlagzeilen, die die Musik des New Yorkers betreffen. Wie in den Jahren zuvor wird Caputo erneut von The Sad Eyed Ladies begleitet. Das Caputo die Bühne mit langem offenem Haar betritt ist ja nichts Neues. Das er aber jetzt lackierte Fingernägel, ein Spagetti-Top und einen BH trägt und dank Hormon-Therapie Holz vor der Hütte sammelt, daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Keith Caputo & The Sad Eyed Ladies starten in eine Show voller Intensität bei gnadenlos gutem Sound. Die Begeisterungskurve schießt spätestens nach dem Life Of Agony Klassiker „Angry Tree“ unhaltbar in den Orbit. Egal von welcher Platte das Stück auch ist, es hält die Balance zwischen Bauch und Kopf, der sich durch die klare Verständlichkeit der Lyrics gefordert sieht. Keith Caputo taucht während der Show immer weiter in die Musik ein und vermittelt klar das Bild eines Musikers, für den so ein Konzert weit mehr als nur ein Job ist. Caputo ist authentisch, ehrlich und mit sich endlich im Reinen. Bei dem neuen Song „Identity“ spürt man, dass hier ehrliche Gefühle wirken und Kritik einfach nicht möglich ist. Caputo lässt die Musik für sich sprechen. Er stellt nur mal eben kurz die Band vor und das war es auch schon, was zwischen ihm und Publikum kommuniziert wird. Ist aber auch okay, denn anstatt die Zeit zu verplempern spielt er lieber „Lamb To The Slaughter“, „Razzberry Mockery“ und natürlich „Selfish“. 105 Minuten dauert die Reise an diesem Abend, die mit „New York City“ und mit – zur Überraschung aller anwesenden Personen –  „Let’s Pretend“ einen krönenden Abschluss findet.

Info: http://www.keithcaputo.com/

(Markus A. Tils)