Westend Festival 2011 mit THEES UHLMANN & KRAFTKLUB

(28.10.2011, Dortmund, FZW) Westend Festival Dortmund, Tag zwei. Schon bei Reinkommen wird man von der ausgelassen geselligen Stimmung in Empfang genommen. Kleine Gruppchen stehen entspannt beieinander und trotz des gut gefüllten FZW gibt es kein Gedränge bei Garderobe, Merch oder Bar. Entspannt! Um halb Neun werden KRAFTKLUB mit tosendem Beifall und Gekreisch begrüßt. Die sympatischen Jungs aus Karl-Marx Stadt haben eigens ihre überdimensionalen, Collegejackensaum bekleideten Pommesfinger-Aufsteller mitgebracht, die auch die Front der zu erwerbenden Bandshirts zieren. Irgendwo zwischen FETTES BROT und THE HIVES wird das FZW mit Circlepit und „Wall of Love“ so richtig aufgemischt und die Saalmitte disst fußballchoralesk die „Scheiß Tribüne“. „Da hat EinsLIVE ja anständige Arbeit geleistet!“, tönt Frontmann Felix Brummer als das Publikum beim Song „Ich will nicht nach Berlin“ textsicher mitsingt. Als bester „Plan B-Act“ für die EinsLIVE Krone nominiert, hat der Sender in den letzten Wochen ordentlich die Werbetrommel gerührt und zu manchen Stunden den Song rauf und runter gespielt. Da darf man durchaus gespannt sein, wie das für Januar 2012 angekündigte Album einschlägt. Nach einer mittelkurzen Umbaupause stürmt THEES UHLMANN mit seiner Band die Bühne. Überraschend früh wird die erste Singleauskopplung „Zum Laichen und Sterben…“ gespielt und auch die auf der Platte im Duett mit Casper tönende Single „& Jay-Z singt uns ein Lied“ wird lange vor der Zugabe gebracht. Mit Lederjacke auf der knalleheißen Bühne spielt Thees –  immer wieder fetischartig an den Handtüchern des FZW schnüffelnd, da diese, wie er immer wieder anmerkt, besser riechen als seine daheim – rund 80 Minuten und gibt neben seinen eigenen Songs auch „New York“ seiner Stammband TOMTE zum Besten. Die selbsternannte Ina Müller des deutschen Indierock lässt es sich außerdem nicht nehmen, in der Fußballstadt Dortmund seinen geliebten Verein St Pauli zu besingen, was moderate aber durchaus hörbare Protestrufe zur Folge hat. Kurz vor Ende wird nach Zugabe verlangt, als das Konzert noch gar nicht vorbei ist. Thees lobt die anwesende Ü30-Fraktion und darunter besonders die „mit Kiddos“ dafür, dass sie gekommen sind. Am Ende ist es ein bisschen so, als hätte man mit der Familie eine kleine Party gefeiert. Die Herzgegend ist warm und man geht mit einem Lächeln heim.

Info: http://www.westend-festival.de/

(Lyra Nanerendij)