BUSH live@Köln

(13.11.2011, Köln, Live Music Hall) Gavin Rossdale hat es satt weiterhin der Mann hinter Superstar Gwen Stefani zu sein und hat nach fünfjähriger Pause seine Band Bush wieder ins Leben gerufen. Jedoch muss Gavin Rossdale auf die beiden Gründungsmitglieder Nigel Pulsford und Dave Parsons verzichten, die durch Corey Britz und Chris Traynor ersetzt wurden. Ein bisschen Schwund ist immer dabei, was aber nicht die Qualität des neuen Albums „The Sea Of Memories“ schmälert. Im Gegenteil, denn mit Chris Traynor ist ein Mann an der Gitarre, der sein Instrument beherrscht und das auch schon bei den US-Noiser-Rockern von Helmet unter Beweis stellte.

Wie alle Shows ist auch Köln restlos ausverkauft und man trifft auf dem Konzert im wahrsten Sinne des Wortes auf „alte Bekannte“. Das Durchschnittsalter dürfte an diesem Abend sicherlich über 30 liegen, was auch nicht verwundert, da die Blütezeit von Bush mit ihren insgesamt 15 Millionen verkauften Alben die Neunziger Jahre waren. Nichtsdestotrotz hat der Sound an seiner Faszination nichts verloren und so eröffnet ein dynamisches „Machinehead“ den Abend, dass gefolgt wird vom druckvollen „The Chemicals Between Us“. Mit „All My Life“ erklingt der erste Song vom neuen Album, der 1a wie auf dem neuen Album klingt. Eins wird deutlich an diesem Abend: Die neuen Songs haben es deutlich schwerer beim Publikum.

Aber egal, dem Charme von Bush und ihren formidablen Rocksongs kann man sich an diesem Abend kaum entziehen. „Everything Zen“ und natürlich „Swallowed“, zählen zu den Highlights des Abends. Das Quartett auf der Bühne gibt ordentlich Gas und Gavin Rossdale lässt es sich nicht nehmen bei „The Afterlife“ auf die Theke zu steigen. Er sucht die Nähe zum Publikum, geht den direkten Weg zurück und hüpft zusammen mit seinen Fans in den vordersten Reihen. Gerade weiblichen Fans versuchen sich an den Hals des charismatischen Frontmann zu schmeißen. Das tut gut, klingt gut, rockt gut und das Publikum ist über die souveräne Präsens Gavin Rossdales verblüfft.  Als Zugabe erklingt ein rockiges Beatles Cover von „Come Together“, das tatkräftig vom Publikum mitgesungen wird, bevor mit „Glycerine“ und „Comedown“ ein letztes Mal ein Feuerwerk an alten Hits abgebrannt wird.

Setliste:
Machinehead
The Chemicals Between Us
All My Life
Greedy Fly
The Sound of Winter
Everything Zen
The Heart of the Matter
The Mirror of the Signs
The People That We Love
All Night Doctors
Swallowed
I Believe In You
The Afterlife
Little Things

Zugabe
Come Together (The Beatles cover)
Glycerine
Comedown

(Markus A. Tils)