FLOGGING MOLLY live@Köln

(23.11.2011, Köln, E-Werk) Dass heute Abend mit harten Bandagen gekämpft wird, war klar. Denn ihren Ruf als hervorragende Liveband müssen Flogging Molly nicht mehr unter Beweis stellen, hier zählt nur das Außergewöhnliche. So startet der Abend mit zwei Vorbands aus Dave Kings Geburtsstadt Dublin.

The Minutes haben zur frühen Stunden einen schweren Stand und spielen ihr Set zackig runter, um den kalkulierten Höflichkeitsapplaus abzuholen. Dagegen haben es The Mighty Stef schon leichter. Vor allem sind die Jungs nicht so unbekannt wie ihrer Vorgänger. Die Stimmung im Kölner E-Werk steigt von Song zu Song und so langsam kommt der Abend in Schwung. Das Bier fängt an zu wirken und alles ist parat für den Headliner des Abends. Standard gemäß mit einer Dose Guinness betreten Flogging Molly die Bühne und legen mit dem „The Likes of You Again“ groß und mitreißend los. Party vom ersten Song und eine Setliste, die so abwechslungsreich ist wie die Geschichte dieser Band. Mit Mandoline, Banjo, Akkordeon, Fiddle und Tin Whistle werden neben den als Standard etablierten Instrumenten des Rocks eingesetzt und versprühen diesen typischen Irish-Folk-Feeling, das zum Biertrinken und Pogen einlädt.

Der Fokus liegt dabei auf dem aktuellen Tonträger, obgleich die Vorgänger keineswegs stiefmütterlich behandelt werden. Vieles von „Speed Of Darkness“ wird gespielt und natürlich die großen Hits der nunmehr 14-jährigen Bandgeschichte: „Drunken Lullabies“, „Float“ oder „The Devil’s Dance Floor“ bringen den Saal zum kochen. Gitarrist Dennis Casey schmettert in der Mitte des Sets ein fettes Gitarren-Solo hin, dass die Saiten seiner Gitarre nicht mehr mithalten können, während die anderen Musiker kurz die Bühne verlassen, um Luft zu holen oder wie Matthew Hensley seinen Anzug neu zu richten. Frontmann Dave King hat die Massen im Griff und erzählt von der Qualifikations Irland für die EM im nächsten Jahr und das er das nächste Top-Model Irlands werden will. Dave King hat die Lacher auf seiner Seite und so vergeht der Abend wie im Fluge. Am Ende dieses fulminanten Konzertes haben sich im E-Werk alle in den Armen und erhalten als Zugabe „So Sail On“, „Tobacco Island“ und „Seven Deadly Sin“ bevor als Rausschmeißer Monty Pythons „Always look on the bright side of life“ vom Band erklingt und die glückliche Masse in den Abend verabschiedet.

Info: http://www.floggingmolly.com/

(Markus A. Tils)