RISE AGAINST live@Dortmund

(01.03.2012, Dortmund, Westfalenhalle) Es noch nicht lange her, da bespielten die vier Melodic Hardcore Punks aus Chicago noch deutlich kleinere Hallen. Schon die zwischenzeitlich in Mitsubishi Electric Halle umbenannte Philipshalle mutete vor anderthalb Jahren als Konzertlocation fast schon eine Spur zu groß an für das „Ganz Nah Dran“. Der Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle vor Zuschauern im zweistelligen Tausender-Bereich setzte am ersten Märzdonnerstag der verkratzten Konzertfreude aber nochmal eine Krone auf. Da der Innenbereich seit Wochen ausverkauft war, wurde die Presse kurzerhand auf die Tribünen-„Ehrenplätze“ verbannt, auf denen man sich schnell fragte, wie man bei so einem Leinwandgefühl ein Konzerterlebnis angemessen beurteilen können sollte. Aber Faust in die Tasche und Ärger runtergeschluckt. Die erste Vorband TOUCHÉ AMOURÉ aufgrund von Stau im Parkbereich verpasst, konnten ARCHITECT trotz blechernem Sound und statischen Bewegungen durchaus überzeugen. Nach jedem Song skandierte das ungeduldige Publikum mit erhobenen Fäusten „Rise! Rise! Rise!“ Gerockt wurde trotzdem und ausgebuht zum Glück nicht. Sogar drei einzelne Circlepits entstanden hinter den beiden Wellenbrechern. Nach einer guten halben Stunde Umbaupause eröffneten RISE AGAINST um 21.45Uhr mit „Ready to Fall“. Im Innenraum kein Halten mehr und auch auf den Tribünen blieb kaum ein Hintern auf den Klappstühlen sitzen. Man muss der Band ja lassen, dass sie große Bühnen und Hallen spielen kann. Schwerpunkt des Sets bildeten Songs der letzten drei Alben. Fünf Videosäulen untermalten die Bühnenaction. Auf große Leinwände wurde verzichtet. Unheimliche Präsenz der Protagonisten beim Spielen der Songs. Große Variation, so dass kein „vom Band“-Gefühl aufkommt. Gänsehaut bei „Hero of War“ und „Savior“. RISE AGAINST scheinen in der Jugendkultur angekommen. 4/5 des Publikums heben die Hände bei der Frage, wer noch zur Schule geht. Die Band ist ein großer Botschafter gegen Mobbing, Homophobie und für Vegetarismus. Vermissen ließen dann aber leider doch die sonst auf RISE AGAINST Konzerten obligatorischen Peta2- Infostände. Beim Verlassen des Konzerts gemischte Gefühle. Wie war das doch schön, als die Nähe größer und die Hallen kleiner waren. Aber so ist es ja mit vielen Bands. Entweder sie schaffen es, oder sie verschwinden auf der Konzertlandschaft. Dazwischen gibt es wenig. Der große Erfolg sei RISE AGAINST gegönnt.

Info: http://www.riseagainst.com/

(Lyra Nanerendij)