FLORENCE AND THE MACHINE live@Köln

(30.03.2012 Köln, E-Werk) Wenn man im E-Werk trotz ausverkaufter Halle stellenweise eine Nadel fallen hören könnte, kann das nur eins bedeuten: Jemand hat das Publikum völlig in seinen Bann gezogen. Bei diesem jemand handelt es sich hier um niemand geringeren als Florence Welsh, die mit ihrer Ceremonials-Tour in Köln einkehrt.

Als Vorband versuchen die ebenfalls aus Großbritannien stammenden Spector dem Publikum einzuheizen, die mit ihrem Maximo Park-artigen Britpop zumindest schon die ersten paar Leute zum Tanzen bewegen. Wirklich viel Bewegung bringen sie allerdings nicht rein und es ist klar, für wen sich die meisten ihren Enthusiasmus aufheben.

Um kurz nach neun ist es dann endlich soweit: Florence betritt die Bühne und wirkt trotz mächtigem, schwarzen Umhang und zurückgesteckten Haaren wie ein Elfenwesen. Diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit zeigt sich auch in der Songauswahl, die für die nächsten 1 1/2 Stunden das Kölner Publikum in Atem hält.

Mit dem eher andächtigen „Only if for a night“ beginnt sie ihr Set und man kann sich kaum vorstellen, das sie ihren letzten Auftritt noch im kleinen Luxor hatte. Ihre Bühnenpräsenz nimmt den ganzen Saal ein und man hat jetzt schon das Gefühl, dass diese Frau prädestiniert dafür ist, bald in den ganz großen Hallen zu spielen.

Barfüßig tanzt sie bei „Shake it Out“ ausgelassen über die Bühne und es sind Momente wie dieser, in denen die überraschend quirlige und mitreißende Persönlichkeit der jungen Britin durchscheint. Der Aufforderung, bei „The Dog Days are over“ mit ihr zusammen herumzuspringen kommt das Publikum dementsprechend gerne nach. Darauf folgt ein weiterhin guter Mix aus ihren bisherigen zwei Alben, der in einer überwältigenden Performance von „No Light, No Light“ sein fulminantes Ende findet. Das Publikum ist sich einig: Am besten noch mal von vorn. Und wenn nicht sofort, dann auf jeden Fall bei einem der Zusatztermine im November, wenn auch nicht mehr im ganz so intimen Rahmen.

Info: http://www.florenceandthemachine.net/

(Kirsten Otto)