THE USED live@Köln

(16.04.2012 Köln, Luxor) Aus reiner Neugier hatte ich mich an jenem vorgestrigen Abend im Kölner Luxor eingefunden. The Used – einst jugendliche Helden, heute bereits überalterte Emo-Rocker, die sich zwar musikalisch mit dem neuen Album „Vulnerable“ wieder gefangen haben, aber nichtsdestotrotz den Gedanken an einen Altersruhestand mal überdenken sollten. Es gibt Bands, die man noch nach 20 Jahren hören will, die sich weiterentwickeln und immer wieder über sich hinauswachsen. The Used gehören nicht zu diesen Bands. Gut gelaunt, ohne Vorband und im eigenen Bandshirt stolziert Sänger McCracken über die Bühne, lässt die alten Evergreens rotieren und traut sich kaum an die neuen Songs. Zwar weint ein Mädchen in der ersten Reihe als ihr der Song Pretty Handsome gewidmet wird und die Menge wippt jeden Ton begeistern mit. Nüchtern betrachtet ist die Performance aber mehr ein sehr routiniertes, abgespultes Programm, das man mit Ausnahme vereinzelter Songs und mit mehr Leidenschaft bereits vor vielen vielen Jahren gesehen hat. Die Altersverteilung ist sehr ungleichmäßig an diesem Abend: zwischen U18 und Ü30 befinden sich nur wenige. Nach einer guten Stunde Spielzeit gibt es nur eine einzige schmale Zugabe: „Smells Like a Box Full“ steht auf der Set-List und startet mit der Smells Like Teen Spirit-Hymne, um dann im nach eigener Aussage „besten Song, den The Used je geschrieben hat“ zu münden. Ob das wirklich „A Box Full of Sharp Objects“ ist, mag dahin gestellt sein. Eines muss man der Band trotz aller Kritik lassen: die alten Songs zünden, die Stimmung kocht. Der Abend ist zwar früh vorbei, aber es war ganz nett.

Info: http://www.theused.net/

(Lyra Nanerendij)