DIE ÄRZTE live@Oberhausen

(25.05.2012, Königs-Pilsner Arena, Oberhausen) Sie sind die beste Band der Welt und gastieren den ersten von zwei Abenden mit ihrem neuen Album „auch“ in der restlos ausverkauften  Arena in Oberhausen.  Von der Sonne verwöhnt und vom Wochenendstau in NRW genervt, drängeln sich die Massen durch die Einlasskontrolle, wo um 20:30Uhr eine Stimme vom Band die Regeln des heutigen Abends erklärt.

Regel 1: Die Band hat immer Recht; Regel 2: Wenn die Band mal nicht Recht hat, tritt automatisch Regel 1 in Kraft. Nach einigen weiteren Regeln stehen dann endlich Die Ärzte auf der Bühne und fragen im Opener: „Ist das noch Punkrock“? Eine gute Frage, wenn man sich die Entwicklung der Berliner über die Jahre betrachtet. Das Trio aus Berlin scheint in der Mitte angekommen zu sein und spricht den Fan der ersten Stunden noch genauso gut an, wie den heutigen Teenager. Die Ärzte sind Zeitlos und so ist es nicht verwunderlich, dass sich ganze Generationen vor der Bühne tummeln und gemeinsam jede Textzeile mitsingen können.

Für fehlende Anarchie haben zuvor K.I.Z. gesorgt, die auf Wunsch von Farin Urlaub, Bela B. und Rod González um 19:30Uhr den Abend eröffneten. Nicht alle konnten wirklich was mit der Berliner Hip-Hop Formation anfangen, die gewohnt frech, politisch unkorrekt und natürlich von sich selbst überzeugt  „Spasst“ und „Hölle“ voller Inbrunst von sich geben.

Mit „Bettmagnet“ und „Tamagotchi“ erklingen zwei weitere Songs von „auch“ bevor mit „Hurra“ der erste Song gespielt wird, der das Eis zwischen Publikum und Band bricht. Ab jetzt gibt es kein Halten mehr und die Party konnte beginnen.  Die Ärzte spielen überwiegend die großen Hits der jüngeren Vergangenheit der Band und bei Songs wie „Deine Schuld“, „Langweilig“, „Lasse redn“ und „Wie es geht“ reißt es den Leuten auf der Tribüne von den Sitzen, während direkt vor der Bühne gewohnt Nägel mit Köpfen gemacht wird.

Bela B. macht sich über Rod´s Frisur lustig, Farin Urlaub stimmt diverse La-Ola Wellen an und Rod macht sich über die damalige Begrüßung „Your Hausen is my Hausen!“ von KISS-Sänger Paul Stanley lustig. Damals spielten Die Ärzte – an selbiger Stelle – als Support von KISS. Aber bei aller Wortakrobatik mit dem Begriff „Oberhausen“, Paul Stanleys Ansage bleibt an diesem Abend trotz zahlreicher lustiger Versuche unerreicht. Das Trio blödelt und unterhält und hat die Lacher auf ihrer Seite. Zu den Highlights des Abends gehört zweifelsohne „Schrei nach Liebe“, dass lauthals von der Arena mitgesungen wird, bevor sich Die Ärzte mit „Ist das alles?“ und „Rebell“ zum ersten Mal nach zwei Stunden verabschieden.

Getreu dem Motto: „No Filler -Just Killer“ geht es in den Zugabe-Teil. Die Ärzte fahren noch einmal richtig groß auf. Ein Hit folgt dem anderen. „Westerland“, „Unrockbar“, „Himmelblau“,  die aktuelle Single „ZeiDverschwÄndung“ und „Junge“ lassen keine Zeit um zu verschnaufen. Schade nur, dass „Elke“ sprichwörtlich ersetzt wurde durch das neue „Cpt. Metal“, dass aber an den Glanz und Kult keinen Deut ran kommt. Nichtsdestotrotz gibt es bei einer Spielzeit von drei Stunden nichts, aber auch gar nichts zu meckern und so endet der Abend mit dem Klassiker aller Ärzte Klassiker „Zu spät“.

Info: http://www.bademeister.com/

(Markus A. Tils)