…And You Will Know Us By The Trail Of Dead live@Köln

(18.10.2012, Köln, Gebäude9)  Seit fast fünfzehn Jahren gibt es diese Band aus Austin, Texas jetzt schon, mit unterschiedlichen Besetzungen halten Conrad Keely und Jason Reece das Schiff …Trail Of Dead dabei auf Kurs. Mit „Lost Songs“ gibt es auch wieder ein neues Album, das mittlerweile achte der Bandgeschichte. Ein guter Grund, mal wieder auf Tour zu gehen. Und die Fans dürsten danach, das Gebäude 9 ist prächtig gefüllt an diesem lauen Oktoberabend. Als Vorband spielen Maybe She Will aus Leicester, England auf. Der Support-Slot ist gut besetzt, engagierter, teilweise brachialer Post-Rock, gerne mit flächigen Keyboardsounds, wird dem aufgeschlossenen Publikum dargeboten.  Der Auftritt ist durchaus interessant und teilweise auch richtig mitreißend. Dennoch liegt beim Publikum das Hauptaugenmerk natürlich auf Trail Of Dead und entsprechend groß ist die Vorfreude.

Zu den Klängen von „Ode To  Isis“ betritt das Quartett die Bühne, und legt direkt mit „Will You Smile Again For Me“ so richtig los. Die Fans nehmen diesen Song dankbar an, ist er doch im Laufe der Zeit ein wahrer Klassiker geworden. Spielfreudig, beseelt und mit großer Leidenschaft, so gestaltet sich der Auftakt dieses Konzertes. Eins überrascht dann doch, je weiter die Show voran schreitet: Wer gekommen ist, um das neue Album im Live-Gewand zu hören, schaut in die Röhre. Gerade mal zwei Titel von „Lost Songs“ finden heute Abend den Weg auf die Bühne. Der Großteil dieses Konzertes huldigt der Frühphase von Trail Of Dead. Schwerpunktmäßig sind es die Alben „Worlds Apart“, „Madonna“ und „Source Tags And Codes“, die die Setlist dominieren. Das ist natürlich wunderbar für die alteingesessenen Stammfans dieser Band. Generell scheint Trail Of Dead den Weg zurückgefunden zu haben, weg vom orchesterschweren Bombast, hin zu den einfacheren  Songstrukturen der Frühphase. So ist die Instrumentierung heute Abend auch denkbar simpel, Schlagzeug, Bass und E-Gitarre, noch nicht mal ein Keyboard ist dabei. Das braucht es aber auch nicht für einen Kracher wie „Caterwaul“. Wie eine gewaltige Welle schwappt dieser Song durchs Gebäude 9 und reißt alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Es ist schon beeindruckend, welche Energie Trail Of Dead nach wie vor zu erzeugen im Stande sind. Auch ein Stück wie „Hommage“ spielen die Texaner, als wäre es gerade letzte Woche neu erschienen, frisch und kraftvoll. Im Laufe der Jahre scheinen Reece und Keely übrigens eine besondere Vorliebe für das „Madonna“-Album entwickelt zu haben: „Mistakes & Regrets“, Perfect Teenhood“ und „Supernatural“, die Kultsongs vom zweiten Album nehmen ganz prominente Plätze bei diesem Konzert ein. Gerade bei diesen Songs fällt auf, dass die Stücke live teilweise ein Eigenleben entwickelt haben. So hat „Perfect Teenhood“ einen ausufernden Mittelteil, den man  auf Platte so nicht vorfindet. So wird dieses Konzert zu einem Fest für Fans. Es gibt die ganzen Klassiker der Bandgeschichte, ob das nun das verzweifelt sehnsüchtige „Relative Ways“ ist oder „Another Morning Stoner“. So ein Konzert kann dann auch nur auf eine denkbare Art und Weise beschlossen werden und so erklingt mit „Richter Scale Madness“ der standgemäß letzte Song des Abends.  „This is a Riot Riot/ so let´s riot riot“.

Der Abend ist ein durchaus nostalgischer Blick zurück und eine Vergegenwärtigung, warum man diese Band liebt und wahrscheinlich noch in 15 Jahren lieben wird. Leidenschaftlicher Rock’n‘ Roll wird halt niemals alt.

Info: www.facebook.com/andyouwillknowusbythetrailofdead

(Martin Makolies)